„Hannibals Elefanten“: „Universum History“ zeichnet die legendäre Alpenüberquerung des Karthager-Führers nach

Am 12. Juli um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Es war eine der spektakulärsten Militäraktionen aller Zeiten: Hannibals Alpenüberquerung im Jahr 218 v. Chr. Mit seinem gigantischen Heer marschiert er 1.500 Kilometer von der Iberischen Halbinsel bis nach Italien, um die Weltmacht Rom anzugreifen. Mit dabei: Zehntausende Soldaten, Tausende Pferde und Maultiere – und 37 Elefanten. Welche Route er über die Alpen nahm, ist historisch nicht überliefert. Doch neueste Forschungserkenntnisse könnten dieses Rätsel nun lösen. In aufwendig gedrehten Reenactments und Animationen zeigt die „Universum History“-Dokumentation „Hannibals Elefanten – Die Route über die Alpen“ von Simone Schillinger, Carsten Gutschmidt und Judith Voelker am Freitag, dem 12. Juli 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 den Marsch auf Rom und die legendäre Alpenüberquerung des Karthager-Führers nach. Parallel dazu zeigt der Film, mit welchen forensischen High-Tech-Methoden ein internationales Forschungsteam die Antwort auf die brennendste Frage gefunden haben will: Welchen Weg hat Hannibal mit seinen Kampfelefanten über die Alpen genommen?

Die Leistung Hannibals war schon zu seinen Lebzeiten legendär. Die Überquerung der Alpen galt und gilt bis heute als logistische Meisterleistung. Immerhin waren es ja nicht nur Zehntausende Soldaten, Pferde und Maultiere, die er über die Alpen führte. Sondern auch ein Heer an Kriegselefanten. Solche Tiere hatten die Römer vorher noch nie gesehen. Die Karthager – damals eine der Supermächte am Mittelmeer – nutzten Elefanten allerdings schon lange bei ihren Kriegseinsätzen. Sie dienten als lebende Panzer, um die gegnerischen Formationen durcheinanderzuwirbeln und zur psychologischen Kriegsführung. Doch wie schafften es die Elefanten bei Schnee und Kälte über die Alpen? Welche Route hat Hannibal genommen? Diese Fragen werden in diesem Doku-Drama beantwortet – und zwar mit überraschenden Antworten. „Elefantenexperten“ demonstrieren die enorme Trittsicherheit von Elefanten im steilen Gelände, ihre enorme Gelenkigkeit und Feinmotorik. Untersuchungen der Uni Wien gemeinsam mit internationalen Tiergärten und dem Zoo Schönbrunn haben gezeigt, dass Elefanten ihre Körpertemperatur verändern können. Dies machte es ihnen möglich, die eisigen, alpinen Temperaturen zu überstehen.

Doch das zentrale Rätsel ist, welchen Weg Hannibal über die Alpen genommen hat. Die historischen Quellen geben darauf keine Antwort. Seit Jahrhunderten werden drei mögliche Routen von der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Ein internationales Team glaubt nun, mit Hilfe von Mikrobiologie, Gen-Analyse und Geomorphologie die Antwort gefunden zu haben. Demnach soll Hannibal den steilsten Pass gewählt haben, um seine Gegner zu überraschen, den 2.947 Meter hohen Col de la Traversette in den Cottischen Alpen zwischen Frankreich und Italien. Diese risikoreiche Route galt bislang als „Außenseiter“.

Doch die „archäologisch-forensische“ Suche mit High-Tech-Methoden brachte erstaunliche Ergebnisse. Das Team unter Leitung des Geomorphologen William Mahaney von der York University in Toronto entdeckte an ehemaligen Wasserstellen im Gebirge „biochemische Fußabdrücke“: In Bodenproben von der französischen Seite des Passes fanden sich Spuren von 2.000 Jahre altem Pferdemist, und zwar Darmbakterien. Die Mikroorganismen konnten in so hohen Konzentrationen nachgewiesen werden, dass für den Mikrobiologen Chris Allen von der Queen’s University Belfast bewiesen ist: Hier müssen zur Zeit Hannibals Pferde in großer Zahl durchgezogen sein.

Auf spannende Art vereint die Doku zwei Erzählstränge: Die spektakulären Spielszenen und Animationen zeichnen den Geniestreich Hannibals vom Aufbruch seines gewaltigen Heeres von der Iberischen Halbinsel über die Alpen bis zu seinem bitteren Ende nach. Und die spannenden Erkenntnisse der Mikrobiologie und Geomorphologie helfen vielleicht, ein jahrtausendealtes Geheimnis zu lüften: wo genau und wie der Held der Antike wirklich die Alpen überquert hat.

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