• 08.07.2019, 14:02:33
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  • OTS0103

LR Bernhard: „Ja“ zu Inklusion und Vielfalt

Vorarlberg auf dem Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen

Utl.: Vorarlberg auf dem Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen =

Bregenz (OTS) - Die Vorarlberger Landesregierung will in einem groß
angelegten partizipativen Entwicklungsprozess im Zeitraum 2019 – 2020
ein starkes Signal in Richtung Inklusion setzen. „Es geht darum,
Bedingungen im örtlichen Gemeinwesen zu schaffen, die es Menschen mit
Behinderung ermöglichen, ihr Leben selbstbestimmt innerhalb der
Gesellschaft zu gestalten“, erklärte Landesrat Christian Bernhard
dazu am Montag, 8. Juli 2019, im Landhaus.

Mit dem Prozess „Vorarlberg auf dem Weg zu einem inklusiven
Gemeinwesen“ soll die Weiterentwicklung von der Integration zur
Inklusion vollzogen werden. „Integration ist die Hereinnahme einer
Minderheit zu den Bedingungen der Mehrheit, Inklusion dagegen ist die
gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft“, erklärte
Landesrat Bernhard den Unterschied. „Es ist erstaunlich, welches
Potenzial Menschen entwickeln, wenn man ihnen etwas zutraut“, sagte
er.

Das unterstrich auch Elisabeth Tschann vom Fachbereich
Chancengleichheit und Behinderung des Landes. Sie verwies auf eine
Studie, mit der der künftige Wohnbedarf für Menschen mit Behinderung
erhoben wurde. Diese kam zum Schluss, dass in den weniger intensiv
betreuten Wohnformen zusätzlicher Bedarf entstehen wird, im
vollbetreuten Wohnen dagegen weniger als bisher. Positive
Auswirkungen habe das „ambulant begleitete Wohnen“, wie eine
Befragung von 157 Personen, die derzeit in Vorarlberg in dieser
Wohnform leben, gezeigt hat. „Ambulant begleitetes Wohnen“ gebe den
Bewohnerinnen und Bewohner eine größere Selbständigkeit, ein
gesteigertes Selbstwertgefühl und ein höheres Wohlbefinden. Deren
Lebensqualität könne als hoch betrachtet werden, so Tschann.

Der Fachbereich Chancengleichheit und Behinderung und das Büro für
Zukunftsfragen des Landes wollen den Entwicklungsprozess zu einem
inklusiven Vorarlberg unter breiter Beteiligung von Bürgerinnen und
Bürgern umsetzen, sagte Projektbegleiterin Susanna Hofer. In
Vorarlberg haben sich bereits viele Einzelpersonen, Vereine, Träger
der Integrationshilfe, Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter etc.
mit großem Engagement auf den Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen
gemacht. Sie sollen sich mit ihrem Fachwissen aktiv in die Planung
und Gestaltung einbringen. Der offizielle Start wurde schon Anfang
Mai mit einer Zukunftskonferenz mit rund 100 Teilnehmenden gemacht.
Nach diesem Auftakt wird nun in Untergruppen gearbeitet, um sich im
Herbst als lernende Gemeinschaft erneut zu treffen. Im Frühjahr 2020
soll eine weitere große öffentliche Veranstaltung die Ergebnisse,
Lernerfahrungen, Strategien und Wirkungen nach außen tragen.

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