Flüssige Energieträger leisten weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit

Verbote sind kein probates Mittel – zuerst müssen Alternativen erarbeitet werden

Wien (OTS) - Der gestern im Nationalrat eingebrachte Antrag zur Erlassung eines Ölkesseleinbauverbotsgesetzes, der ein Verbot des Einbaus von Heizkesseln von Zentralheizungsanlagen für flüssige fossile oder für feste fossile Brennstoffe in neu errichteten Gebäuden vorsieht, ist zur Lösung der Klimaprobleme ein gänzlich ungeeignetes Mittel. Dennoch wird sich die Branche den Anforderungen stellen und mittelfristig durch innovative Maßnahmen Lösungen im Raumwärmebereich anbieten, da es vielerorts keine Alternativen zu flüssigen Energieträgern gibt.

Mit Interesse verfolgt das IWO die Entwicklung der österreichischen Gesetzgebung in Sachen Klimaschutz. Ein Verbot im Neubau hat keinerlei Einfluss auf die Emissionsbilanz, da bereits jetzt im Neubau aufgrund der energieeffizienten Bauweise kaum Ölheizungen mehr zum Einsatz kommen.

Es stellt sich die Frage, warum Ölheizungen generell als der Problemverursacher der Klimakrise dargestellt werden, denn der Beitrag aller Ölheizungsanlagen zu den CO2-Emissionen Österreichs beträgt gerade einmal 4%. Eine Umstellung hätte darüber hinaus höchst negative Auswirkungen auf Luft-Schadstoffemissionen und würde andere Energieträger vor große Beschaffungsprobleme stellen.

Ginge man davon aus, dass Ölheizungen zu je einem Drittel durch Fernwärme, Pellets und Erdgas ersetzt werden würden, müsste 21% mehr Erdgas, 158% mehr Pellets und 25% mehr Fernwärme aufgebracht werden, gleichzeitig würden die Feinstaubemissionen um 1.651% steigen und die NOX-Emissionen um 164%. Eine positive Auswirkung auf die CO2-Bilanz ist auch nicht zu erwarten, da bei der Verbrennung Heizöl 0,27kg CO2/kWh, Erdgas 0,21kg CO2/kWh und feste Biomasse 0,37kg CO2/kWh emittiert. Die CO2-Emissionen von Fernwärme und Strom hängen von der Art der eingesetzten Primärenergieträger ab, sind aber nicht Null. Ein Verbot von Ölheizungen führt also zu Problemen andernorts.

Weiters gilt zu bedenken, dass in vielen ländlichen oder touristisch intensiv genutzten Gegenden keine Alternative zu einem flüssigen Energieträger besteht. Eine dezentral lagerfähige Energieart glättet die Spitzen der Nachfrage in Peak-Time-Perioden und hilft Österreich zur Vermeidung eines Blackouts.

Eine Lösung kann einzig in einer drastischen Reduktion des Energiebedarfs liegen. Nur durch intensive Steigerung der Energieeffizienz lassen sich die Herausforderungen des Klimaschutzes lösen.

Fast 2 Millionen Österreicher setzen auf den Energieträger Heizöl

„Wenn ein derart beliebter Energieträger von der Politik plötzlich als nicht wünschenswert angesehen wird, so müssen Alternativen gesucht werden. Eine Umstellung auf andere Energieträger würde den Konsumenten österreichweit rund 15 Milliarden Euro kosten. Damit wäre aber noch lange nicht sichergestellt, dass die neuen Energieträger auch tatsächlich CO2-neutral sind und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Angesichts der o.a. Zahlen kommen Zweifel auf“, äußert sich Reichard kritisch.

„Daher arbeitet die Branche intensiv an der Entwicklung alternativer flüssiger Brennstoffe, die in bestehende Anlagen eingesetzt werden sollen und so dem Konsumenten hohe Investitionskosten ersparen. Seit Herbst 2018 laufen Testanlagen in ganz Österreich. Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Herausfordernd ist der hohe Mengenbedarf für alle Anlagen Österreichs und die Einhaltung der immer strikter werdenden Nachhaltigkeitskriterien der EU. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass wir innerhalb weniger Jahre diese Herausforderung meistern werden und weiterhin den 2 Millionen Österreichern einen flüssigen Energieträger – künftig auch aus nachhaltigen Quellen - zur Verfügung stellen können“, so der IWO-Geschäftsführer.

Über das IWO

Das IWO-Österreich (Institut für Wärme- und Oeltechnik) ist ein als Verein organisiertes Kompetenzzentrum für Heizfragen und versteht sich als zentrale Informations- und Beratungseinrichtung der österreichischen Mineralölwirtschaft. Mitglieder des IWO-Österreich sind zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Mineralölindustrie, Energiehandel, Kesselindustrie, Installationsunternehmen, Wirtschaftskammern, Kamin- und Tankfirmen.

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