Bundesjugendvertretung enttäuscht über Rückschritt bei Sexueller Bildung

Verbot des Einsatzes von Organisationen und Vereinen im Unterricht ist kontraproduktiv

Wien (OTS) - In der heutigen Sitzung des Nationalrats wurde ein Antrag beschlossen, der es Organisationen und Vereinen zukünftig verunmöglicht, bei der Sexualpädagogik an den Schulen mitzuwirken. Aus Sicht der Bundesjugendvertretung (BJV) ist dies ein bedauerlicher Rückschritt, der Verschlechterungen für junge Menschen zur Folge haben wird. Schon im Jahr 2014 hat die BJV mit ihrer Kampagne „RDN WR KLRSX“ darauf aufmerksam gemacht, dass der „Aufklärungsunterricht“ in Österreich verstaubt und veraltet ist. Heute früh nahm die BJV daher an einer Aktion teil, bei der gemeinsam mit der Plattform Sexuelle Bildung, dem Frauenvolksbegehren, der Aids Hilfe und zahlreichen weiteren Organisationen die über 20.000 Unterschriften der Petition #redmadrüber übergeben wurden. „Statt einer Verbannung von externen ExpertInnen aus dem Schulalltag, braucht es Maßnahmen zur Sensibilisierung und weitreichende Verbesserungen in der pädagogischen Ausbildung und in der Weiterbildung von LehrerInnen!“, so BJV-Vorsitzende Caroline Pavitsits.

Meist passiert Sexuelle Bildung nur unzureichend in Biologie oder Religion. Statt nur über Aids und Verhütung zu reden, geht es darum, dass Jugendliche auch lernen, offen über ihre Sexualität, über Begehren und Lust zu sprechen. Auch Themen wie sexuelle Gesundheit und reproduktive Rechte sollten in der Sexuellen Bildung ihren Platz haben. „Wir müssen uns eingestehen, dass es eine Illusion ist, dass junge Menschen offen mit Lehrkräften, die sie jeden Tag im Schulalltag sehen und die sie benoten, über Sex sprechen. Dann greifen sie mitunter lieber zu Porno am Handy. Genau deswegen braucht es die wertvolle Arbeit von Vereinen und Organisationen an den Schulen“, so Pavitsits weiter.

Die BJV räumt jedenfalls ein, dass es Bedarf für Nachbesserungen gäbe, wie bspw. einheitliche Evaluierungsmechanismen und Qualitätskriterien. Fest steht aber für die BJV-Vorsitzende Pavitsits auch: „Die Vielfalt unserer Gesellschaft muss sich auch im Unterricht widerspiegeln, um jungen Menschen all die Chancen und Möglichkeiten zu zeigen, die ihnen offenstehen. Als Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich werden wir uns jedenfalls weiterhin lautstark dafür einsetzen, dass Sexuelle Bildung wieder verstärkt den Bedürfnissen von jungen Menschen gerecht wird.“

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Referentin für Jugendpolitik
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