Maja Badridse und Cornelius Hell erhalten den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung 2018

Schallenberg: „Ohne Übersetzer wären unsere Buchhandlungen und Bibliotheken leerer, unser Wissen kleiner und unsere Lektüre einseitiger“

Wien (OTS) - Das Bundeskanzleramt vergibt alljährlich den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung, wobei ein Preis für die hervorragende Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache vergeben wird, ein weiterer Preis für die hervorragende Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche. Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die Preisträger des Jahres 2018 sind Maja Badridse (Georgien) und Cornelius Hell (Österreich).

Bundesminister Alexander Schallenberg gratuliert den Preisträgern und unterstreicht die Wichtigkeit dieser Berufsgruppe: „Unsere literarische Welt und unser gesamtes Geistesleben im vielsprachigen Europa wäre anders, gäbe es nicht jene Menschen, die sich dem Übersetzen widmen. Dank Ihnen lassen sich Sprach- und Landesgrenzen überwinden und neue Kultur-und Sprachkreise entdecken.“ Für die Schöpfer dieser literarischen Doppelgänger vergibt die Republik Österreich seit 1985 einen eigenen Staatspreis, der Ende vergangenen Jahres Maja Badridse und Cornelius Hell zuerkannt wurde. „Mit dem Preis werden zwei Übersetzer gewürdigt, die durch ihr literarisches Talent, ihr sprachliches Können und ihr philologisches Wissen unseren Horizont erweitert haben. Mit dem Preis ist aber auch die Absicht verbunden, auf die schöpferischen Leistungen dieser Berufsgruppe hinzuweisen, eine Berufsgruppe, ohne deren Kreativität unsere Buchhandlungen und Bibliotheken leerer, unser Wissen kleiner und unsere Lektüre einseitiger wäre“, so der Minister abschließend.

Die Begründung der Jury: „Die Literaturübersetzerin Maja Badridse genießt in ihrem literarisch sehr aktiven Heimatland Georgien ein hohes Ansehen. Man ist sich einig, dass sie mit ihrem übersetzerischen Werk einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Bereicherung der georgischen Sprache leistet und es glänzend versteht, ihre Sprache immer wieder neu zu belehnen und neuartig zu beanspruchen. Ihre Übersetzungen zeichnen sich in hohem Maße durch Empathie, Imagination und sprachschöpferischen Mut aus. Österreich zeichnet diese einzigartige Übersetzerin für ihre Übertragungen österreichischer Literatur aus, vor allem für ihre Übersetzung von Robert Musil („Der Mann ohne Eigenschaften“) und Hermann Broch („Der Tod des Vergil“, „Die Schlafwandler“).“

Und weiter: „Der Übersetzerpersönlichkeit Cornelius Hell verdankt das deutschsprachige Lesepublikum einen wahrhaften Durchbruch im Kenntnisstand der zeitgenössischen Belletristik Litauens. Die Biographie des kreativen Übersetzers, Literaturwissenschaftlers und Literaturkritikers ist ein mustergültiges Beispiel dafür, wie die Pionierarbeit eines einzelnen engagierten Intellektuellen das Paradigma des Austauschs zwischen zwei zeitgenössischen europäischen Kulturen verändern kann. Sein übersetzerisches Werk zeichnet sich durch versierte Flexibilität in der Wiedergabe der komplexen syntaktischen Strukturen der Ausgangssprache und größte Gewandtheit bei der Übertragung der variationsreichen Ausdrucksmittel der Originaltexte aus, deren stilistische Ausrichtung von der barocken Wuchtigkeit historischer Romane über das baltische Mittelalter bis zum assoziationsreichen Sprachminimalismus der litauischen Postmoderne reicht.“

Die beiden Staatspreise werden am 30. Juni, um 11.30 Uhr im Rahmen einer Matinee im Literaturhaus Wien überreicht. Die Festrede zum literarischen Übersetzen wird die Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Essayistin Daniela Strigl halten.

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Claudia Türtscher
Presse Bundesminister Mag. Alexander Schallenberg
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