Grüne, SPÖ Wien/Berner, Berger-Krotsch: „Sexualpädagogik ist gelebter Kinderschutz“

Wien (OTS) - „Sexualpädagogische Bildung darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss ergänzend zum schulinternen Aufklärungsunterricht im Sinne von Selbstbestimmung und Vielfalt orientiert an den Kinderrechten als fixer Bestandteil erhalten bleiben", so die Jugendsprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner. „Jugendliche wollen intime Fragen zu Sexualität nicht mit der eigenen Lehrerin besprechen, die am nächsten Tag die Schularbeit kontrolliert. Es ist ein Skandal, wenn junge Menschen nun mit ihren Fragen, Ängsten und Unsicherheiten allein gelassen werden. Externe Vereine, für die sich Schulen frei entscheiden können, sind ein wichtiger Bestandteil von zeitgemäßer Aufklärung“, so Berner.

"Wichtig ist eine zeitgemäße und offene Aufklärung. Sexualpädagogik muss ehrlich und vielfältig sein. Als wir von den fragwürdigen Methoden des Vereins TeenSTARS erfahren haben, wurde rasch klar, dass man externen Vereinen, die an unseren Schulen arbeiten großes Augenmerk schenken muss. Dieser Verein darf aber nicht alle Vereine diskreditieren, die tatsächlich eine sehr gute Arbeit leisten. Deshalb unterstützen wir die Sexualpädagogik durch externe Vereine, die ein offenes Weltbild haben. Denn es ist nicht egal, wie unsere Kinder aufgeklärt werden. Klischees und Rollen haben in unserer Welt nichts verloren", so SPÖ-Gemeinderätin Nicole Berger-Krotsch.

Nach Öffentlicher Kritik an dem Verein TeenSTARS, schlagen ÖVP und FPÖ zurück: im gestrigen Bildungsausschuss haben sie in einem Entschließungsantrag beschlossen, dass Sexualkundeunterricht in den Schulen künftig nur noch von Lehrern abgehalten werden soll. Externe Vereine, die diese Aufgabe bisher häufig übernahmen, sollen aus der Schule verbannt werden.

Mit der heutigen Resolution auf Initiative der Grünen im Wiener Gemeinderat fordern Grüne und SPÖ die Bundesregierung auf, eine qualitätsvolle Sexualpädagogik unter Einbindung von ExpertInnen beizubehalten und auszubauen. Die Bundesregierung und die Bildungsdirektion Wien sollen für alle Schulen eine Liste mit zertifizierten professionelle, sexualpädagogisch geschulte Anbieter und Vereine zur Verfügung stellen, die nach festgelegten Qualitätsstandards arbeiten. Qualitätssichernde Maßnahmen, wie z. B. die Überprüfung der Sexualpädagogikkonzepte und Informationsmaterialien der AnbieterInnen durch die Schulpsychologie sind zum Schutz vor ideologisch verzerrter Sexualpädagogik vorzusehen. Die den Schulen empfohlenen Vereine bzw. Fachkräfte sollen in einer vom Bildungsministerium geführten Liste eingetragen und regelmäßig überprüft werden.

Immer wieder wird die Kinder- und Jugendanwaltschaft in ihrer täglichen Arbeit mit Problemen junger Menschen konfrontiert, die u.a. auf mangelnde Sexualaufklärung und in Folge mangelnde Selbstbestimmung in diesem Bereich zurückzuführen sind. Die Beispiele reichen von der ungewollten Konfrontation mit sexistischen bzw. pornografischen Inhalten über WhatsApp und andere soziale Medien bereits im Volksschulalter über sexuelle Übergriffe und Grenzüberschreitungen bis hin zu selbst durchgeführten lebensgefährlichen Abtreibungsversuchen. „Sexuelle Bildung durch professionelle, sexualpädagogisch geschulte Anbieter, trägt wesentlich zur Entwicklung eines gesunden Selbstwerts von Kindern und Jugendlichen bei. Sie ist zentraler Bestandteil im Kinderschutz und dient der Prävention von ungewollten Schwangerschaften, sexuell übertragbaren Krankheiten oder Verletzungen der sexuellen Integrität“, so Berner abschließend.

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