Der United Nations Public Service Award geht an das Arbeitsmarktservice Österreich und ABZ*AUSTRIA

Es gewinnt das Projekt Kompetenzcheck für Frauen

Migrantinnen werden oft mit der ernüchternden Erkenntnis konfrontiert, dass ihre formalen und non-formalen beruflichen Ausbildungen hier in Österreich 'nichts wert' sind. Der Kompetenzcheck hat hier seinen ersten großen Auftrag: diese Ausbildungen für die Frauen in wertvolles Wissen zu verwandeln – sei es durch die Beratung bei Anerkennungen oder aber auch durch die Bewusstmachung der dahinterliegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten
Manuela Vollmann, Geschäftsführerin ABZ*AUSTRIA
Bei der tertiären Bildung gibt es mehr Frauen als Männer, sowohl aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, die beim AMS gemeldet. Der Zeitpunkt in geflüchtete Frauen zu investieren ist genau jetzt. Nicht nur weil es sich für Unternehmen rechnet, sondern auch weil jede berufstätige Frau ein Rolemodel für ihren eigenen Familienverbund ist.
Daniela Schallert, Geschäftsführerin ABZ*AUSTRIA
Der Kompetenzcheck für Frauen fördert die Chancen von geflüchteten Frauen, langfristig finanziell und sozial unabhängig zu werden und lebenswichtige Arbeitsplätze und Ausbildungen zu erhalten
Johannes Kopf, Vorstand Arbeitsmarktservice Österreich
Gerade bei Frauen stellen wir beim Kompetenzcheck oft fest, dass sie zwar häufig eine gute Ausbildung - mitunter sogar auf akademischem Niveau - haben, aber noch gar nicht in ihrem Berufsfeld gearbeitet haben. Der Kompetenzcheck unterstützt dabei, einen Berufswunsch zu konkretisieren und weist Wege, wie wir die Frauen zu einem österreichischen Bildungsabschluss und ins Erwerbsleben begleiten können.
Petra Draxl, Landesgeschäftsführerin AMS Wien

Wien (OTS) - Der United Nations Public Service Award (UNPSA) ist ein internationaler Qualitätswettbewerb, der von den Vereinten Nationen, der Division for Public Administration and Development Management jährlich veranstaltet wird. Prämiert werden Projekte, die sich durch besondere Innovationen auszeichnen. Beim diesjährigen UNPSA erzielte das vom Arbeitsmarktservice geförderte österreichische Projekt Kompetenzcheck für Frauen, eingereicht und durchgeführt von ABZ*AUSTRIA, den Preis in der Kategorie Promoting gender responsive public services to achieve the Sustainable Development Goal Gender Equality. Die Freude aller Beteiligten ist groß, handelt es sich doch um eine besondere Ehrung, die für Europa dieses Jahr nur einmal vergeben wird.

Die SDGs bestimmen auch die Ausrichtung des Preises. Bei einem hochrangigen Gipfeltreffen der Vereinten Nationen (United Nations, UN) 2015 wurde die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen. Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichten sich, auf die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten. Das Projekt Kompetenzcheck für Frauen erfüllt alle Anforderungen, um dem Ziel Gender Equality einen Schritt näher zu kommen.

Durch den Anstieg der Zuwanderungen im Jahr 2015 wurde der österreichische Arbeitsmarkt vor neue Herausforderungen gestellt. Um eine effiziente und nachhaltige Integration auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen, mussten die Qualifikationen und Kompetenzen der Zugewanderten sichtbar gemacht werden. Aus diesem Bestreben heraus hat das Arbeitsmarktservice Österreich das Projekt Kompetenzcheck initiiert, das von ABZ*AUSTRIA und dem BFI für Frauen pilotiert wurde und seit 2016 in Bietergemeinschaft mit Update Training und dem BFI Wien umgesetzt wird. „Der Kompetenzcheck für Frauen fördert die Chancen von geflüchteten Frauen, langfristig finanziell und sozial unabhängig zu werden und lebenswichtige Arbeitsplätze und Ausbildungen zu erhalten", erläutert Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich die Ziele des Projekts.

Das Social-Profit-Unternehmen ABZ* AUSTRIA unterstützt dabei die Frauen, ihre Stärken zu erkennen, sichtbar zu machen und ein selbstständiges Leben zu führen. „Migrantinnen werden oft mit der ernüchternden Erkenntnis konfrontiert, dass ihre formalen und non-formalen beruflichen Ausbildungen hier in Österreich 'nichts wert' sind. Der Kompetenzcheck hat hier seinen ersten großen Auftrag: diese Ausbildungen für die Frauen in wertvolles Wissen zu verwandeln – sei es durch die Beratung bei Anerkennungen oder aber auch durch die Bewusstmachung der dahinterliegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten“, weiß Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA. Als Schlüsselfunktionen für die erfolgreiche Umsetzung gelten die Mehrsprachigkeit des Angebots, intensive Kooperationen mit Unternehmen und ein geschlechtshomogenes Gruppensetting. Daniela Schallert, CO-Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA erklärt die Wichtigkeit, besonders in Frauen zu investieren: „Bei der tertiären Bildung gibt es mehr Frauen als Männer, sowohl aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, die beim AMS gemeldet. Der Zeitpunkt in geflüchtete Frauen zu investieren ist genau jetzt. Nicht nur weil es sich für Unternehmen rechnet, sondern auch weil jede berufstätige Frau ein Rolemodel für ihren eigenen Familienverbund ist.“ Petra Draxl, Landesgeschäftsführerin des AMS Wien stimmt zu und ergänzt: „Gerade bei Frauen stellen wir beim Kompetenzcheck oft fest, dass sie zwar häufig eine gute Ausbildung - mitunter sogar auf akademischem Niveau - haben, aber noch gar nicht in ihrem Berufsfeld gearbeitet haben. Der Kompetenzcheck unterstützt dabei, einen Berufswunsch zu konkretisieren und weist Wege, wie wir die Frauen zu einem österreichischen Bildungsabschluss und ins Erwerbsleben begleiten können.“

Stellvertretend für die vielen Teilnehmerinnen, die bei ABZ*AUSTRIA den Kompetenzcheck für Frauen absolviert haben, ist z.B. eine Frau aus dem Irak, die 2014 nach Österreich kam und in ihrer Heimat ein Chemiestudium abgeschlossen hat und zwölf Jahre als Chemie- und Mathematiklehrerin tätig war. Später war sie Laborleiterin in einem Gymnasium. Trotz guten Deutschkenntnissen erhielt sie auf Grund fehlender Anerkennung ihrer Abschlüsse „nur“ ein Jobangebot als Küchenhilfe. Durch den Kompetenzcheck hat sie einen Job als Trainerin gefunden, der ihr weit mehr entspricht. Eine andere Teilnehmerin ohne Schulabschluss wollte Pflegerin werden, hat Deutschkurse besucht, ihren Pflichtschulabschluss nachgeholt und ist derzeit in einer Ausbildung zur Pflegeassistentin. Dies zeigt, dass solche Angebote bei beiden Gruppen, den gering und den hoch qualifizierten Frauen, sehr effektiv sind.

Die Verleihung findet am 24. Juni 2019 in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans statt. Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, Petra Draxl, AMS Wien Geschäftsführerin und die beiden ABZ*AUSTRIA Geschäftsführerinnen Manuela Vollmann und Daniela Schallert nehmen den Preis entgegen. Manuela Vollmann und Daniela Schallert sehen die Auszeichnung nicht nur als Würdigung für die bisher getane Arbeit an, sondern vor allem als Auftrag für viele innovative Projekte in der Zukunft.

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Mag. Petra Endl
Leitung Unternehmenskommunikation
ABZ*AUSTRIA, Simmeringer Hauptstraße 154, A-1110 Wien
Telefon 01/66 70 300 13, E-Mail: petra.endl@abzaustria.at

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