- 24.06.2019, 11:57:15
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„kreuz und quer“ über 50 Jahre Piusbruderschaft
Am 25. Juni ab 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 25. Juni ab 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - „kreuz und quer“ zeigt am Dienstag, dem 25. Juni 2019,
ab 22.35 Uhr in ORF 2 den Film „Päpstlicher als der Papst – 50 Jahre
Piusbruderschaft“. Um 23.10 Uhr geht es mit „Ein anderes Land – Die
Reformation in Österreich“ weiter.
„Päpstlicher als der Papst – 50 Jahre Piusbruderschaft“ (22.35 Uhr,
ORF 2)
1969, vor 50 Jahren, beantragte der französische Erzbischof Marcel
Lefebvre beim Bischof von Fribourg in der Schweiz die Gründung einer
neuen Priesterbruderschaft. Der Name „Piusbrüder“ war Programm: Das
Pontifikat von Papst Pius X. (1903 bis 1914) stand für einen
traditionalistischen, der Moderne gegenüber äußerst kritischen
Katholizismus. 1970 richtete Lefebvre ein Priesterseminar in Écône im
Schweizer Kanton Wallis ein und machte offen Front gegen Neuerungen
des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Priesterseminaristen wurden auf die lateinische Messe im alten Ritus
eingeschworen. Ausdrücklich verworfen wurden der Volksaltar, das
Engagement um die Ökumene (der Dialog um die Einheit aller Kirchen),
die Anerkennung der Religionsfreiheit, der interreligiöse Dialog, die
gemeinsame Lehrautorität von Papst und Bischöfen und ein verändertes
Verhältnis von Priester und Laien. Priesterseminar und Bruderschaft
wurden von Rom 1975 offiziell aufgehoben, Lefebvre später
suspendiert. Dennoch machte er weiter, weihte Seminaristen zu
Priestern, gründete sogar neue Seminare.
Schließlich weihte er 1988 – ohne Zustimmung Roms – vier seiner
Priester zu Bischöfen, um den Fortbestand der Bruderschaft zu
sichern. Die Bischöfe und Lefebvre wurden exkommuniziert. Rom hat
diese Maßnahme inzwischen zwar zurückgenommen, die
Priesterbruderschaft aber trotz vieler Gespräche nicht wieder
anerkannt. Die Piusbrüder betrachten sich nach wie vor als
katholisch. Für Rom gelten die Priester weiterhin als abtrünnig. Ihre
Weihe ist aber gültig, so dass auch die Anhänger derzeit Sakramente
wie die Eucharistie oder Beichte und Buße gültig empfangen können.
Die Zahl der Anhänger ist weltweit inzwischen auf rund 600.000
angewachsen, es gibt sechs Seminare auf verschiedenen Kontinenten,
mehr als 700 Messzentren und 50 bis 60 neue Priesterweihen pro Jahr.
Was motiviert diese Priester, was motiviert ihre Anhänger, wie leben
sie mit ihrem Ausschluss durch das offizielle Rom?
Regisseur Peter Beringer geht dieser Frage nach und besucht Familie
Jeindl, die in der Buckligen Welt eine Landwirtschaft und einen
Heurigen betreibt. Zehn Kinder haben Vater Ferdinand und Mutter Eva
Maria Jeindl großgezogen. Kinder und Eltern erzählen, wie es ist, mit
einem betont katholischen Weltbild heute aufzuwachsen, und warum sie
in der Piusbruderschaft und der alten römischen Tradition ihre
geistige Heimat finden.
„Ein anderes Land – Die Reformation in Österreich“ (23.10 Uhr, ORF 2)
Heute wissen hierzulande nur wenige davon: Etwa 100 Jahre lang, von
1525 bis 1625, waren Ober- und Niederösterreich, die Steiermark wie
auch die damaligen habsburgischen Erbländer Böhmen, Mähren, und
Ungarn protestantisch. Die Reformation hatte sich rasend schnell
verbreitet. Bibeln und fromme Traktate aus den reformatorischen
Zentren gelangten durch den neu entwickelten Buchdruck in Windeseile
in die Haushalte von österreichischen und steirischen Adeligen,
Bürgern und Bauern, sogar der habsburgische Kaiser und Landesherr
Maximilian II. soll lutherische Sympathien gehabt haben. Der
landständische Adel förderte und versorgte lutherische Prädikanten.
Diese predigten und feierten in den Pfarrkirchen das Abendmahl in
lutherischer Manier. Sie verurteilten die katholische Heiligen- und
Marienverehrung und die Fronleichnamsprozessionen, die an manchen
Orten sogar verboten wurden.
Der Film von Peter Beringer zeigt diese 500-jährige Geschichte, die
rasend schnelle Etablierung protestantischer Gemeinden ab 1525 und
die anschließende Unterdrückung. Und er geht der Frage nach, warum
die protestantische Konfession damals, und warum sie heute die
Menschen bewegt. Die Doku zeigt auch eine gemischt-konfessionelle
Familie (er ist evangelischer Pfarrer, sie katholische
Religionslehrerin), in der deutlich wird, welche Streitthemen heute
überwunden sind und welche Unterschiede weiterhin die beiden Kirchen
trennen – und wie die beiden ihre Kinder ökumenisch erziehen. Denn
was heute offiziell zwischen den Kirchen noch nicht möglich ist, wird
im Kleinen oft schon ganz konkret gelebt – wie etwa der
Kommunionempfang bei der jeweils anderen Konfession.
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