• 19.06.2019, 11:30:37
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  • OTS0105

Nationalratswahl: Bischöfe fordern fairen Wahlkampf ein

Erklärung der Bischofskonferenz zum Abschluss der Sommervollversammlung in Mariazell: "Wer den politischen Gegner zum Feind stilisiert und zu verwerflichen Mitteln der Manipulation und Täuschung greift, gefährdet Gemeinwohl und Glaubwürdigkeit von Politik

Utl.: Erklärung der Bischofskonferenz zum Abschluss der
Sommervollversammlung in Mariazell: "Wer den politischen
Gegner zum Feind stilisiert und zu verwerflichen Mitteln der
Manipulation und Täuschung greift, gefährdet Gemeinwohl und
Glaubwürdigkeit von Politik =

Mariazell (KAP) - Die österreichischen Bischöfe mahnen im Hinblick
auf die anstehenden Nationalratswahlen dringend einen fairen
Wahlkampf ein. Nach den jüngsten politischen Turbulenzen sei es
wichtig, dass die Menschen wieder Vertrauen in die demokratisch
legitimierten Institutionen und ihre Amtsträger gewinnen. Dafür seien
die nächsten Wochen und Monate bis zur Nationalratswahl entscheidend,
hält die Bischofskonferenz am Mittwoch in einer Erklärung zum
Abschluss der Sommervollversammlung in Mariazell fest. In dieser
Erklärung wird auch festgehalten, dass die Parteien mit ihren
Programmen und ihrer Praxis selbst die Nähe bzw. Distanz zur
katholischen Kirche bestimmen.

Weitere Erklärungen der Bischöfe befassen sich mit der kommenden
Amazonien-Synode im Oktober im Vatikan, einer österreichweiten Aktion
gegen den Hunger am 26. Juli und einem Jugendprojekt 2020 in
Klagenfurt.

Weil es schon jetzt Zweifel an einer fairen Wahlauseinandersetzung
gibt, plädieren die Bischöfe im Hinblick auf die Nationalratswahlen
für eine "Entgiftung der Sprache und Abrüstung der Worte". Wörtlich
heißt es in der Erklärung: "Wer den politischen Gegner zum Feind
stilisiert, wer die Regeln des fairen Wettstreits bricht und zu
verwerflichen Mitteln der Manipulation und Täuschung greift,
gefährdet nicht nur die nach einer Wahl wieder nötige politische
Kooperation im Dienst des Gemeinwohls." Auf dem Spiel stehe letztlich
die Glaubwürdigkeit von Politik insgesamt.

Die Bischöfe bestärken alle Bürgerinnen und Bürger, von ihrem
Wahlrecht Gebrauch zu machen: "Eine hohe Wahlbeteiligung ist der
beste Ausweis für eine lebendige Demokratie und das Vertrauen in die
politische Ordnung." Wie alle anderen Staatsbürger auch, seien
Christen gehalten, sich vor der Stimmabgabe ein wohlüberlegtes Urteil
zu bilden: "Es geht um eine im Gewissen verantwortete Entscheidung im
Blick auf das Programm einer Partei, ihre Praxis und die Personen,
die für sie kandidieren. "Programm, Praxis und Personen der
politischen Parteien bestimmten auch deren Nähe und Distanz zur
katholischen Kirche", betonen die Bischöfe. Dieser Grundsatz habe
sich in der Zweiten Republik bewährt "und bleibt maßgebend".

Kirchenglocken gegen Hunger

Mit einer laut tönenden Aktion ruft die katholische Kirche in
Österreich zum Einsatz gegen den weltweiten Hunger auf. Am Freitag,
26. Juli, werden bundesweit in den Pfarrgemeinden die Kirchenglocken
läuten, damit auf das tägliche Sterben von Menschen an Hunger
aufmerksam machen und zum Engagement dagegen aufrufen. Fünf Minuten
lang sollen an diesem Tag im bewussten Gedenken an die Sterbestunde
Jesu um 15 Uhr die Glocken erklingen, heißt es in einer weiteren
Erklärung der Bischofskonferenz. Aktuell leiden weltweit 821
Millionen Menschen an Hunger und diese Zahl sei im Steigen, warnen
die Bischöfe. Besonders schlimm sei die Lage in Afrika, wo jedes
dritte Kind an chronischer Unterernährung leide.

Amazonien geht auch Österreich an

Die für Herbst geplante Amazonien-Synode rückt zwar einen "Rand der
Welt" in die kirchliche Mitte, hat aber "auch mit uns hier zu tun",
heißt es in einer weiteren Erklärung. Zu dieser Spezialsynode zum
Thema "Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie"
vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan halten die Bischöfe fest, viele
Bedrohungen von Menschen und Natur in Amazonien hätten mit dem
Lebensstil und Wirtschaftssystem hierzulande zu tun. Die Zerstörung
der "grünen Lunge der Welt" hätte gravierende Auswirkungen auf das
Weltklima, warnen sie. "Und die Fragen nach einer zeitgemäßen
Weitergabe des Glaubens und die Zukunft von Gemeinden und
Priesterberufungen stellen sich auch bei uns."

"Jesus in the City" 2020

Die katholische Kirche Österreichs veranstaltet im kommenden Jahr
erneut das Glaubensfest "Jesus in the City": Das ist ein weiteres
Ergebnis der Sommer-Vollversammlung der Bischofskonferenz. Nach dem
ersten derartigen Projekt im Vorjahr - damals in Wiener Neustadt -
soll vom 3. bis 5. Juli 2020 in Klagenfurt "eine ganze Stadt für
einige Tage verwandelt und die Atmosphäre eines Weltjugendtages im
Kleinen" erlebbar gemacht werden, teilten die Bischöfe mit.

((ende)) GPU/PWU
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