• 18.06.2019, 10:02:56
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Erfolge bei Wiederansiedlung des Habichtskauz

Pernkopf/Riedl: Seit 10 Jahren Best Practice-Projekt bei Natur- und Artenschutz

Utl.: Pernkopf/Riedl: Seit 10 Jahren Best Practice-Projekt bei
Natur- und Artenschutz =

St. Pölten (OTS/NLK) - Ein Jahrzehnt ist seit der Freilassung der
ersten 22 Jungeulen im Jahr 2009 vergangen. Aktuell leben in
Niederösterreich wieder 30 gesicherte Habichtskauz-Paare, nachdem die
Vogelart spätestens seit den 1950er-Jahren in Österreich als
ausgestorben galt. Das langjährige gemeinsame Engagement von
Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagd zeigt Wirkung. Bei einer
Festveranstaltung in der niederösterreichischen Außenstelle Seebarn
der Österreichischen Vogelwarte/Vetmeduni Vienna wurde gestern Montag
Bilanz über die bisher erfolgreiche verlaufende Wiederansiedlung
gezogen.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist stolz auf das Best
Practice-Projekt: „Das Naturland Niederösterreich unterstützt die
Wiederansiedlung des Habichtskauzes seit der ersten Stunde.
Finanzielle und strukturelle Unterstützung sind ein wesentlicher
Baustein eines derartigen Vorhabens: Wir sind stolz auf die
bisherigen Ergebnisse und hoffen auf eine weitere positive
Entwicklung.“ Die Wiederansiedlung sei ein großer Schritt hin zu mehr
Artenvielfalt in den Niederösterreichischen Wäldern, schlussfolgert
Pernkopf.

Der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes und Bürgermeister
von Grafenwörth, Alfred Riedl dankte den vielen Gemeinden und
privaten Waldbesitzern, die zur Erhaltung naturnaher Wälder und somit
zu geeignetem Lebensraum für den Habichtskauz beitragen.

Petra Winter, Rektorin der Vetmeduni Vienna weiß, dass die
Wiederansiedlung regional ausgestorbener Tiere ein komplexes
Unterfangen ist und nur mit wissenschaftlicher Begleitung gelingen
kann. Erfolgreiche Kooperationen wie diese mit dem Land
Niederösterreich, bei denen die Öffentlichkeit aktiv in die Forschung
eingebunden ist, werden in Zukunft immer wichtiger werden. Auf diesem
Weg gelingt es, einem breiten Publikum den Erkenntnisgewinn
universitärer Forschung näherzubringen.

Projektleiter Richard Zink zeigt sich optimistisch, dass die
Habichtskäuze eine veritable Chance haben, sich wieder langfristig in
Österreich anzusiedeln: „Noch können wir uns nicht zurücklehnen, denn
die Population muss weiter anwachsen. Dafür sind auch Maßnahmen durch
Forst- und Landwirtschaft hilfreich. Der Habichtskauz fühlt sich in
strukturreichen Laub-Mischwäldern mit einheimischen Baumarten
ausgesprochen wohl.“

Der Habichtskauz ist nach dem Uhu die zweitgrößte Eule Mitteleuropas.
Seit 2009 wurden in den beiden Schutzgebieten (und gleichzeitig
Freilassungsgebieten) im niederösterreichischen Wildnisgebiet
Dürrenstein sowie im Biosphärenpark Wienerwald 332 Jungkäuze
freigelassen. Basis für die Nachzucht der Jungeulen ist ein
internationales Zuchtnetzwerk. In Österreich besteht eine langjährige
Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn und 12 weiteren Zoos und
Zuchtstationen. Diese unterstützen das Projekt und stellen ihre
Jungtiere für die Freilassung zur Verfügung.

Ausgehend von den beiden Schutzgebieten besiedeln die Habichtskäuze
heute wieder den Alpennordrand und werden zukünftig eine wichtige
Verbindung zwischen den Populationen im Süden
(Slowenien/Italien/Kroatien) und im Norden (Deutschland/Tschechische
Republik) darstellen. Beringung, genetische Analysen sowie
GPS-GSM-Telemetrie helfen bei der Überwachung der freigelassenen
Jungtiere.

Der österreichische Stromnetz-Übertragungsbetreiber Austrian Power
Grid (APG) hat nun im Rahmen der langjährigen Projektkooperation
(Anbringung von Nistkästen auf Strommasten) einen Bildband
herausgebracht, der ebenso am Montag präsentiert wurde. Erhältlich
ist der Band in der NÖ Außenstelle der Vogelwarte in Seebarn am
Wagram.

Weitere Informationen: Büro LH-Stv. Pernkopf, DI Jürgen Maier,
Telefon 02742/9005-12704, E-Mail [email protected] sowie Dr.
Richard Zink, Projektleitung Habichtskauz Wiederansiedlung, c/o
Außenstelle Seebarn, Österreichische Vogelwarte, Hauptstraße 68, 3484
Grafenwörth, E-Mail: [email protected], Tel.: + 43-664
73783299. Internet: www.habichtskauz.at

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