Neue Studie zu Diskriminierung 2 v. 2: Problem Machtgefälle

Gleichbehandlungsrecht ausweiten und strukturelle Benachteiligung beseitigen

Wien (OTS) - Auffallendes Ergebnis der heute präsentierten SORA-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer ist: In allen Bereichen ist für Diskriminierung das Machtgefälle relevant. So geht von Vorgesetzten im Unternehmen, VermieterInnen und Hausverwaltungen, ÄrztInnen und Pflegepersonal sowie Lehrpersonal häufiger die Diskriminierung aus als von ArbeitskollegInnen, MitschülerInnen oder Wohnungsnachbarn. Außerdem zeigt die Studie, dass der soziale Status ein wichtiger Faktor für Benachteiligung ist: Menschen mit niedrigerem sozialem Status haben ein deutlich höheres Diskriminierungsrisiko als jene mit hohem sozialem Status.

Aus AK Sicht ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig, um Menschen vor Diskriminierung zu schützen:

+ Verbesserungen im Gleichbehandlungsrecht
Einen Schutz vor Diskriminierung gibt es in Beschäftigung und Beruf aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der sexuellen Orientierung, des Alters, der Behinderung, der Religion oder Weltanschauung. Lücken gibt es allerdings außerhalb der Arbeitswelt – hier sind nur die Merkmale Geschlecht, ethnische Herkunft und Behinderung geschützt. Der Schutz muss auch für die Merkmale der sexuellen Orientierung, des Alters, der Religion oder Weltanschauung gelten (Levelling-up).

+ Ausbau der Gleichbehandlungsanwaltschaft und der NGO, die bei Diskriminierung unterstützen, sowie bessere Ausstattung der Gleichbehandlungskommission: eine Wartezeit von durchschnittlich 1,5 Jahren bei Diskriminierungen in der Arbeitswelt ist für Betroffene eine Zumutung, die Entscheidungen müssen rascher gefällt werden.

+ Strukturelle Benachteiligungen beseitigen
Chancengleichheit muss in allen Bereichen hergestellt werden: Das beginnt bei einem Ausbau der Elementarbildung, Ganztagsschulen und einem durchlässigen Bildungssystem, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Zugang zu leistbarem Wohnraum bis hin zu transparenten Strukturen bei der Bezahlung und beim Berufsaufstieg und familienfreundlichen Arbeitszeiten.

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