Innsbruck wird Nationalpark Garten Pioniergemeinde

GLOBAL 2000 übergibt Auszeichnung – Aktionsplan Artenschutz gemeinsam gefordert

Wien/Innsbruck (OTS) - Seit Jahren setzt sich Innsbruck mit konkreten Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität ein. So wurden bereits 10.000 m² Blühwiesen angelegt, es wird auf Glyphosat gänzlich verzichtet, weitere Pestizide und künstliche Düngemittel wurden auf ein absolutes Minimum reduziert. Dies entspricht in weiten Teilen den Vorgaben der kürzlich gestarteten Initiative von GLOBAL 2000: Nationalpark Garten. Konkret bedeutet das den Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und torfhaltige Blumenerden zu erfüllen und andererseits Maßnahmen zur Förderungen der Artenvielfalt umzusetzen. Daher wird Innsbruck für seine bisherigen Leistungen von der österreichischen Umweltschutzorganisation als Nationalpark Garten Pioniergemeinde ausgezeichnet.


„Innsbruck hat sich in Sachen Biodiversität schon seit langem als innovative, naturnahe Stadt präsentiert. Hier geht Artenschutz und Steigerung der Lebensqualität Hand in Hand. Gerade in der Tiroler Landeshauptstadt, wo der Platz begrenzt ist, bringt eine bunte Gestaltung der Freiflächen erhebliche Vorteile für Natur und Mensch“, zeigt sich Dominik Linhard, GLOBAL 2000 Biodiversitätsexperte und Initiator des Nationalpark Garten überzeugt.


„Die Abnahme der Artenvielfalt und der Klimawandel sind zwei Herausforderungen, denen wir uns heute und jetzt stellen müssen. Den Nationalpark Garten als Initiative möchte ich vollauf unterstützen, auch weil sie einen klaren Mehrwert für uns als Stadt bringt und sie das Gebot der Stunde ist“, freut sich Georg Willi sichtlich über die Auszeichnung als Pioniergemeinde.

Aktionsplan Artenschutz gefordert – Für die Vielfalt der Natur
Willi und Linhard fordern ein rasches Einschreiten, es braucht einen einheitlichen bundesweiten Aktionsplan zur Erhaltung der Artenvielfalt: „Lassen wir die Wälder und Wiesen nicht stumm werden, setzen wir uns für Sie ein! Nach den Wahlen muss im neuen Regierungsprogramm ein Aktionsplan festgelegt werden, um die Natur zu schützen. Laut diesem Aktionsplan müssen folgende Punkte unbedingt erfüllt werden:
1. Erhalt und Schaffung von naturnahen Lebensräumen
2. Flächenversiegelung eindämmen
3. Pestizideinsatz reduzieren
4. Natur im Siedlungsraum fördern
5. Aufwertung und Erweiterung von Naturschutzgebieten
6. Klimaschutz
7. Start einer Forschungs- und Bildungsoffensive


Der Aktionsplan ist unter https://www.global2000.at/aktionsplan-artenschutz abrufbar.

Innsbruck als Vorreiter in Sachen Artenschutz
„Mit unseren nachhaltigen Bewirtschaftungsmethoden bieten wir sowohl Schmetterlingen und Co einen Heimatort und zeigen, dass auch im urbanen Raum, Artenvielfalt und Umweltschutz wichtig ist“, freut sich Georg Willi, Bürgermeister von Innsbruck.


„Innsbruck zeigt als Pioniergemeinde, wie wichtig den Österreichern und Österreicherinnen der Artenschutz ist, wir hoffen das durch die Vorbildwirkung auch weitere Städte und Gemeinden motiviert werden, ihren Beitrag zum Schutz der Biodividersität in Österreich leisten“, so Dominik Linhard, Biodiversitätsexperte von GLOBAL 2000.

Bereits umgesetzte Maßnahmen von Innsbruck im Detail:
- Verzicht auf glyphosathaltige Mittel (Round up)
- Einsatz von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung
- Einsatz von effektiven Mikroorganismen und biologischen Düngern
- Einsatz von selbst produzierten, torffreien, Pflanzsubstraten
- Anlage von naturnahen, mit heimischen Pflanzen besiedelten Pflanzflächen
- Verwendung von selbst produziertem Kompost als "Düngemittel"
- Belassung von "wilden" Pflanzflächen - Wildnis als Lebensraum (z.B. Inn- und Silluferböschungen)
- Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung durch Gestaltungen zu bestimmten Themen (Bienen, Insekten)

Tiroler Landesmuseum unterstützen Erhalt der Artenvielfalt
Die Tiroler Landesmuseen setzen sich in ihrer Rolle als naturkundliche Institution stets dafür ein, die Biodiversität und Artenvielfalt in Tirol zu erforschen und zu fördern. Die Sonderausstellung „(un)natürlich urban. Lebensraum im Wandel“, die ab 28. Juni 2019 im TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum in Innsbruck zu sehen ist, zeigt den Lebensraumwandel und dessen Folgen auf interaktive, akustisch und visuell beeindruckende Weise. Das imposante Riesenrundgemälde wird etwa mit aktueller Fotografie erweitert und verdeutlicht, wie die früher noch artenreichen Flächen immer mehr von städtischer Verbauung und intensiver Landwirtschaft geprägt sind. Illustrationen ausgestorbener Insektenarten stellen dar, wie fatal der Landschaftswandel auf die tierische Artenvielfalt wirkt. „Die aktuelle Debatte um bedrohte Arten dreht sich derzeit primär um Bienen und Schmetterlinge, die unter den Lebensraumverlusten leiden und zum Teil verschwinden. Tausende weitere gefährdete Insekten sowie viele andere Tiere und Pflanzen werden dabei meist außer Acht gelassen“, so Biodiversitätsforscher Mag. Andreas Eckelt, ein Kurator der Ausstellung. „Die Ausstellung verdeutlicht, wie weit der Eingriff in die Natur reicht und wie viele Arten bereits betroffen sind.“

Hintergrundwissen:
Laut dem im Mai veröffentlichten Weltbiodiversitätsbericht des IPBES, sind eine Million Arten weltweit vom Aussterben bedroht, die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt bereits davor, dass der Verlust der Vielfalt schwerwiegende Konsequenzen für die Lebensmittelproduktion haben kann. Auch in Österreich sind viele Arten auf den Roten Listen, so sind etwa 45% der Säugetiere, 57% der Vögel und gar 100% der Amphibien und Reptilien aktuell in Österreich gefährdet.


Die Initiative richtet sich neben Städten und Gemeinden auch an private Haushalte mit eigenem Garten, Terrasse oder Balkon. Jede noch so kleine Naturoase kann einen wichtigen Beitrag leisten und Teil des Nationalpark Garten werden. Teilnahme unter www.nationalparkgarten.at


Rückfragen & Kontakt:

Thomas Geiger, GLOBAL 2000 Pressesprecher
thomas.geiger@global2000.at 0699 14 2000 20

Dominik Linhard, GLOBAL 2000 Biodiversitätsexperte
dominik.linhard@global2000.at 0699 14 2000 21

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