Todesfall in Schubhaft

Diakonie erwartet eine unabhängige und lückenlose Aufklärung der Umstände

Wien (OTS) - In der Nacht von 11. auf 12.6. ist im Polizeianhaltezentrum Rossauerlände ein 59-jähriger ungarischer Staatsangehöriger in seiner Einzelzelle in Schubhaft gestorben.

Am Vortag wurde er von einem Mitarbeiter der Diakonie im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Rechtsberatung aufgesucht. Der Rechtsberater fand den Häftling in seinem Bett liegend in einem sehr schlechten Gesundheitszustand vor. Nach der Wahrnehmung des Rechtsberaters gab es deutliche Anzeichen einer Haftunfähigkeit.

Der Rechtsberater erkundigte sich sowohl beim Klienten, als auch bei den BeamtInnen des Polizeianhaltezentrums nach seiner ärztlichen Versorgung und vereinbarte mit ihm am kommenden Tag einen erneuten Beratungstermin. Als er ihn am nächsten Tag aufsuchen wollte, wurde ihm jedoch mitgeteilt, dass der Klient in der Früh tot in seiner Zelle aufgefunden worden war.

Die Diakonie Rechtsberatung hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft erstattet und erwartet nun eine unabhängige und lückenlose Aufklärung der Umstände dieses Todesfalles. Insbesondere ist eine Überprüfung notwendig, ob die Haftfähigkeit des Klienten gegeben war, als die Schubhaft verhängt wurde und während der Dauer der Haft.

Die Diakonie ersucht die Volksanwaltschaft, die ebenfalls mit dem Fall befasst ist, sich verstärkt des Themas der Gesundheitsversorgung in Polizeianhaltezentren anzunehmen.

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