WK Wien fordert versprochene Entlastung der Kleinunternehmer ein

Pauschalierung für Kleinunternehmer, Anhebung der Kleinunternehmergrenze: Beschlussfassung noch vor der Wahl für zehntausende Wiener Wirtschaftstreibende wichtig.

Wien (OTS) - – In diesen Tagen fasst der österreichische Nationalrat zahlreiche Beschlüsse – jene zur Umsetzung der ersten Phase der Steuerreform sind allerdings nicht dabei. Die Wirtschaftskammer Wien kritisiert das, weil dadurch die für 2020 zugesagte Entlastung der Kleinunternehmer vor dem Aus steht. Dabei war das dafür notwendige Gesetz bereits in Begutachtung – eine Beschlussfassung noch in dieser Legislaturperiode wäre also gut machbar.

Um diese Maßnahmen geht es:

  • Einführung der pauschalen Gewinnermittlung für Kleinunternehmer
  • Anhebung der Kleinunternehmergrenze von 30.000 Euro auf 35.000 Euro Umsatz pro Jahr
  • Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) von 400 Euro auf 800 Euro

Administrative Erleichterungen und Indexanpassungen

Bei der pauschalen Gewinnermittlung geht es um eine erhebliche administrative Entlastung von Unternehmern mit wenig Umsatz. Sie ersparen sich, mühsame Einzelaufzeichnungen finanzamtsgerecht zu führen. Eine Steuererklärung im vollen Umfang, ein Anlagenverzeichnis und ein Wareneingangsbuch wären dann nicht mehr zwingend. Bei der Anhebung der Kleinunternehmergrenze handelt es sich um eine Indexanpassung. Die letzte Anpassung gab es 2007; die Anhebung auf 35.000 Euro ist nach 13 Jahren längst überfällig. Auswirkung auf Wien: Allein in Wien können die beiden Maßnahmen in Kombination miteinander zum Entfall von bis zu 130.000 Steuererklärungen pro Jahr führen und die Kleinunternehmer im Ausmaß von 18,75 Millionen Euro pro Jahr entlasten.

Ebenfalls längst überfällig ist die Anpassung der GWG-Grenze. Die WK Wien fordert seit Jahren 1500 Euro als Grenze, weil der Wert seit 1982 (!) nicht angepasst wurde. Die Bundesregierung hatte eine Anhebung auf 800 Euro 2020 und auf 1000 Euro im Jahr 2021 zugesagt. Diese Maßnahme ist extrem wichtig für kleinere Unternehmen, weil relativ kleine Anschaffungen wie ein neuer Computer dann im Anschaffungsjahr steuerlich abgeschrieben werden können und die Abschreibung nicht auf mehrere Jahre aufgeteilt werden muss. Die Wiener Unternehmer würden pro Jahr um 75 Millionen Euro entlastet werden.

Noch geht es sich aus

Alle drei Maßnahmen sollten nach Plan der früheren Bundesregierung mit 1. Jänner 2020 wirksam werden. Kommt es zu keinem raschen Beschluss, ist ein rechtzeitiges Inkrafttreten praktisch ausgeschlossen, warnt die WK Wien.

Weiters dürfen die geplanten nachfolgenden Etappen der Steuerreform nicht aus den Augen verloren werden. Sie umfassen etwa die Senkung der Einkommensteuertarife und der Körperschaftsteuer (KöSt).

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