Plastiksackerlverbot - Greenpeace fordert weniger Plastikverpackungen in Österreich

Ehemalige Regierungsparteien müssen angekündigte Reduktion von 25 Prozent beschließen - Umweltschutzorganisation will Aus für alle Gratis-Wegwerfsackerl

Wien (OTS) - In Reaktion auf die heute eingebrachten Initiativanträge zum Plastiksackerlverbot fordert die Umweltschutzorganisation Greenpeace alle Parlamentsparteien auf, auch die Reduktion von Plastikverpackungen um 25 Prozent bis 2025 zu beschließen. Die vorherige Regierung hatte dies angekündigt und im Ministerrat abgesegnet, jedoch verabsäumt, das Ziel auch rechtlich zu verankern. Zudem verlangt die Umweltschutzorganisation vom Parlament ein Aus für alle Gratis-Wegwerfsackerln. Nur so sei sichergestellt, dass das Plastiksackerlverbot weder zu einer Zunahme von vorverpackter Ware führe, noch zu einer Verlagerung auf andere Materialien wie etwa Bio-Plastik oder Papier.

"Wir brauchen ein wirksames Verbot von Wegwerfplastik in Österreich. Die vorherige Regierung hat angekündigt, die Plastikverpackungen um ein Viertel zu reduzieren. Nun folgt die Nagelprobe für die ehemalige Ministerin Elisabeth Köstinger: ÖVP und FPÖ müssen die Reduktion von Wegwerfplastik im Parlament beschließen", sagt Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen bei Greenpeace. Ein eigener von der SPÖ eingebrachter Initiativantrag inkludiert das Reduktionsziel für Plastikverpackungen von 25 Prozent bis 2025. Laut der ehemaligen Ministerin jedoch “liege das Vorhaben auf Eis”. In der Kronen Zeitung hatte Köstinger auf Gespräche mit Handel und Wirtschaft verwiesen. “Das ist eine Farce: Es gibt keinen Grund den Kampf gegen Wegwerfplastik weiter aufzuschieben. Der Plastik-Gipfel war ein Misserfolg. Statt faule Kompromisse mit der Industrie zu schließen, müssen die Parteien der Plastikflut endlich einen Riegel vorschieben”, so Kaller.

In Österreich landen jährlich 300.000 Tonnen Plastikverpackungen im Müll - um zwei Drittel mehr als noch vor 20 Jahren. Nur eine Reduktion der Plastikverpackungen könne verhindern, dass mit dem Plastiksackerlverbot wieder mehr Ware vorverpackt in den Regalen lande und der Plastikmüll weiter ansteige, so die Umweltschutzorganisation. Zudem werden in Österreich derzeit laut Greenpeace-Berechnungen jährlich rund 750 Millionen Wegwerfsackerl aus Plastik ausgegeben. Die Umweltschutzorganisation warnt davor, diese einfach durch Sackerln aus anderen Materialien wie Bio-Plastik oder Papier zu ersetzen. “Wir brauchen ein Aus für alle Gratis-Wegwerfsackerl. Nur so können wir garantieren, dass die Abfallflut in Österreich tatsächlich reduziert und das Problem nicht auf andere Materialien verlagert wird”, sagt Kaller.

Umsetzen könne man das bundesweite Aus für Wegwerfsackerl mit einem Mindestpreis, wie es etwas schon jetzt an allen Kassen der heimischen Supermärkte üblich ist, so Greenpeace. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine freiwillige Vereinbarung. Die Umweltschutzorganisation fordert darum klare gesetzliche Regeln für den gesamten Handel. Die Einnahmen aus den kostenpflichtigen Wegwerfsackerln sollen zudem für Informationskampagnen zu Abfallvermeidung verwendet werden müssen. Auch brauche es klare Qualitätsanforderungen für Sackerln aus Bio-Plastik wie Kartoffeln oder Mais: Diese müssen vollständig aus nachwachsenden Ressourcen produziert und gentechnikfrei hergestellt sowie im eigenen Garten kompostierbar sein.

Rückfragen & Kontakt:

Nunu Kaller
Expertin für Konsumfragen
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 612 67 12
E-Mail: nunu.kaller@greenpeace.org

Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: + 43 (0)664 85 74 59 8
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0003