- 06.06.2019, 15:56:52
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ÖVP zu Mobilität: Öffentlicher Verkehr muss attraktive Alternative werden
Landesrat Sebastian Schuschnig fordert mehr Investitionen in den Öffentlichen Verkehr in Kärnten. Wasserstoff und Mikro-Öffis als Chancen für die Regionen Kärntens.
Utl.: Landesrat Sebastian Schuschnig fordert mehr Investitionen in
den Öffentlichen Verkehr in Kärnten. Wasserstoff und
Mikro-Öffis als Chancen für die Regionen Kärntens. =
Klagenfurt (OTS) - „Wir laufen Gefahr in der Mobilität national und
international den Anschluss zu verlieren“, warnt ÖVP-Landesrat
Sebastian Schuschnig bei der heutigen Landtagsenquete zu „diesem
Zukunftsthema“. „Moderner Verkehr ist ein Standortfaktor; deshalb
will ich in das Thema Bewegung hineinbringen.“ Den „Reformplan für
den Öffentlichen Verkehr 2020+“ habe er bereits auf die Reise
geschickt. „Das Mobilitätsverhalten wird sich aufgrund des
Klimawandels stark verändern, es braucht daher konsequentes
Umdenken“, ist Schuschnig überzeugt. Er tritt für mutige und
innovative Konzepte ein. Deshalb sieht Schuschnig im Antrieb durch
Wasserstoff großes Potenzial. „Kärnten soll Vorreiter in der
Anwendung von Wasserstoff als sauberste Technologie werden“, kündigt
er an.
Dieses Potenzial bescheinigt auch Alexander Trattner. Er ist Experte
bei der HyCentA GmbH, eine außeruniversitäre Forschungsgesellschaft
der TU Graz. „Wasserstoff-Fahrzeuge verbinden die Vorteile von
E-Mobilität und Verbrennungsmotor“, erklärt Trattner. Zum einen seien
sie frei von Emissionen, zum anderen haben sie eine Reichweite wie
Diesel-Fahrzeuge und können binnen zehn Minuten betankt werden.
Trattner: „Die Technologie ist keine Zukunftsmusik mehr – einige
Modelle befinden sich bereits in Serienreife.“ Weiterer Vorteil:
Wasserstoff macht es möglich grün erzeugte Energie zu speichern und
so Spitzen in der Stromerzeugung sinnvoll zu nutzen.
Wie sehr neue und umweltschonende Ansätze in der Mobilität in den
Regionen Kärnten von Bedeutung sind, betont ÖVP-Clubobmann Markus
Malle. „Außerhalb der Zentralräume verlieren wir in den nächsten
Jahren massiv an Einwohnern“, macht er klar. Diese Entwicklung stelle
das Land vor großen Herausforderungen – gerade in der Mobilität.
„Gesicherte Mobilität ist wesentlicher Teil der Lebensqualität und
damit ein Mittel gegen die Abwanderung“, sagt Malle. Das gelte für
die Bevölkerung, aber auch für Touristen, die ins Land kommen. „Immer
mehr junge Gäste besitzen keinen Führerschein, und schon gar kein
eigenes Auto“, weiß Malle. „Ihnen müssen wir ein Service bieten, dass
sie bei ihrem Urlaub in Kärnten bequem mobil sind.“ Kärnten müsse
sich an bereits funktionierende Lösungen in anderen Regionen
orientieren.
Eine solche Lösung gibt es in Werfenweng, einer Salzburger Gemeinde
mit 1.000 Einwohnern und 2.000 Gästebetten. Bürgermeister Peter
Brandauer hat – gemeinsam mit umliegenden Gemeinden – das W3-Shuttle
ins Leben gerufen. „Dieses Sammeltaxi holt Einheimische und auch
Gäste an ihrem Ort ab und bringt sie direkt ans Ziel“, erklärt
Brandauer bei der heutigen Mobilitätsenquete des Kärntner Landtags.
Die Fahrzeuge sind nur bei Bedarf unterwegs; Fahrgäste melden sich
eine Stunde vor Abfahrt an. Der Erfolg gibt Brandauer recht: „Jedes
Jahr nutzen 36.000 Personen unser W3-Shuttle und fahren damit 220.000
Kilometer“, sagt er. Ebenfalls wichtig für Brandauer: Dieser Service
ist auch für Pendler attraktiv.
Für ÖVP-Mobilitätssprecher Herbert Gaggl ist klar: „Wir müssen den
Nahverkehr in den Gemeinden neu denken, damit wir die ländlichen
Regionen vital halten.“ Alternative und innovative Lösungen seien die
Zukunft am Land.
Um Kärnten für die Zukunft zu rüsten, seien dringende Investitionen
das Gebot der Stunde. Das mahnt Landesrat Sebastian Schuschnig ein.
„Kärnten gibt die Hälfte von Salzburg und kaum mehr als ein Fünftel
von Tirol für den Öffentlichen Verkehr aus“, weiß Schuschnig. „Ich
trete dafür ein, dass wir heute in moderne Verkehrslösungen
investieren, anstatt das Geld morgen für Strafzahlungen auszugeben,
weil wir Klimaziele nicht erreicht haben.“
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