„WELTjournal“ am 5. Juni über „Die totale Überwachung“ in China

Im „WELTjournal +“: „Xi Jinping – Chinas roter Kaiser“

Wien (OTS) - 30 Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste am Platz des Himmlischen Friedens steht China im Mittelpunkt der ORF-Auslandsmagazine: Cornelia Vospernik präsentiert am Mittwoch, dem 5. Juni 2019, um 22.30 Uhr in ORF 2 zunächst eine „WELTjournal“-Reportage über „China – Die totale Überwachung“. Danach folgt um 23.05 Uhr „WELTjournal +“ über „Xi Jinping – Chinas roter Kaiser“.

WELTjournal: China – Die totale Überwachung

China will künftig ein sogenanntes „Sozialkredit-System“ einführen, mit dem die Bürgerinnen und Bürger über Belohnungs- und Strafpunkte bewertet werden. Wer bei Rot über die Ampel geht, seine Rechnungen verspätet zahlt, zu viel Alkohol trinkt oder gegen die Regierung agitiert, verliert Punkte und muss mit Konsequenzen rechnen, wie dem Verlust der Kreditwürdigkeit und der Einschränkung der Reisefreiheit. Wer sich genehm verhält, bekommt Bonuspunkte, die etwa zu Vergünstigungen bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen berechtigen. Millionen von Kameras auf Chinas Straßen ermöglichen in Kombination mit modernen Systemen zur Gesichtserkennung und der Auswertung digitaler Spuren und Bewegungsprofile im Internet die lückenlose Überwachung. Das umstrittene Sozialkredit-System befindet sich in mehreren Städten in der Testphase. Ab kommendem Jahr soll es in der Hauptstadt Peking eingeführt werden.

Das „WELTjournal“ begleitet eine junge Marketing-Managerin, die auf ihre gute Bewertung stolz ist: Ihr kleiner Sohn hat dadurch höhere Chance in eine Elite-Schule aufgenommen zu werden. Ein Journalist, der über Korruption berichtet hat, sieht sich hingegen mit einer schlechten Bewertung und entsprechenden Konsequenzen konfrontiert:
Sein Social-Media-Account wurde gesperrt, Flugreisen sind ihm untersagt.

WELTjournal +: Xi Jinping – Chinas roter Kaiser

Chinas Präsident Xi Jinping ist der mächtigste chinesische Politiker seit Jahrzehnten und verfügt über eine Machtfülle, wie sie zuvor nur Staatsgründer Mao Tse-tung hatte. Xi hat sich als Staats- und Parteichef auf Lebenszeit küren lassen, er hat alle wichtigen Ämter in seiner Hand vereinigt, Partei und Militär mit Vertrauten besetzt, Widersacher über die Jahre ausgeschaltet. Auch auf der internationalen Bühne schien Xi als Gegenspieler des unberechenbaren Donald Trump an Kontur zu gewinnen. Und doch scheint Chinas roter Kaiser in den letzten Monaten zum ersten Mal an Grenzen zu stoßen. Die chinesische Wirtschaft spürt die Folgen der amerikanischen Wirtschaftssanktionen.

Das „WELTjournal +“ porträtiert den 66-jährigen Politiker und zeigt seinen raschen Aufstieg, der viele Widersacher überrascht hat. Xis Vater war selbst Parteifunktionär, ist aber in Maos letzten Lebensjahren während der Kulturrevolution in Ungnade gefallen und wurde als „Konterrevolutionär“ und „Verräter“ gedemütigt. Xi Jinping wurde mit seinen Eltern aus der Hauptstadt verbannt und musste sich als Landarbeiter verdingen. Diese Erlebnisse dürften prägend gewesen sein: Bei seinem Aufstieg an die Spitze sorgte Xi dafür, mögliche Rivalen rechtzeitig hinter Gitter zu bringen. Geschickt nutzte er den Kampf gegen die Korruption in Staat und Partei, um die Seilschaften seiner Vorgänger loszuwerden. Als warnendes Beispiel soll ihm die Sowjetunion gedient haben, wo die Kommunistische Partei innerhalb weniger Jahre zerfallen war – und mit ihr das Land.

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