FFW fördert Zweig-Verfilmungen und Sargnagel-Dokumödie

Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 2. Jurysitzung 2019

Wien (OTS) - In der aktuellen Förderrunde erhalten gleich zwei historische Stoffe nach Vorlagen von Stefan Zweig Förderung: Für die Verfilmung der „Schachnovelle“ beginnen noch heuer die Dreharbeiten in Wien und mit „The Post Office Girl“ entwickelt die britische Regiegröße Terence Davies die Verfilmung der Novelle „Rausch der Verwandlung“ als englischsprachiges Projekt. Unter den zahlreichen zeitgenössischen Stoffen findet sich mit „Sargnagel“ des Regieduos Sabine Hiebler und Gerhard Ertl die erste Dokumödie der Filmgeschichte.

Bei der zweiten Sitzung im Jahr 2019 erteilte die Jury, bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Daniela Elstner, Gabor Greiner, Manfred Schmidt und Gerlinde Seitner insgesamt 9 Projekten Zusagen – Mittel in Höhe von 2,30 Millionen Euro wurden vergeben. Eingereicht waren 21 Projekte mit einer Antragssumme von 4,11 Millionen Euro.

Sechs Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 2.225.000 Euro.

Die Wiener Dor Film wird gemeinsam mit der Münchner Walker + Worm Film Stefan Zweigs SCHACHNOVELLE für die Leinwand umsetzen. Die Erzählung handelt von dem während des 2. Weltkriegs aus Österreich flüchtenden Dr. B, der sich während einer Schiffsüberfahrt an seine Inhaftierung und Folter durch die Gestapo erinnert. Regisseur Philipp Stölzl wird die minoritäre Koproduktion nach der Drehbuchadaption von Eldar Grigorian inszenieren. Die Dreharbeiten sollen noch dieses Jahr in Wien starten.

Das Regie- und Autorenduo Sabine Hiebler und Gerhard Ertl begleitet in seinem neuen Kinofilm die Autorin Stefanie Sargnagel. Mit dem Projekt SARGNAGEL planen die FilmemacherInnen und ihre Protagonistin jedoch kein herkömmliches Künstlerinnenporträt, sondern die erste Dokumödie der Filmgeschichte. Die Dreharbeiten der Golden Girls Filmproduktion werden im Sommer in Wien stattfinden.

Regisseur Christian Frosch, dessen aktueller Film „Murer – Anatomie eines Prozesses“ mit dem Österreichischen Filmpreis, dem Großen Diagonale Preis und auf der Viennale mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde, wird im Sommer seinen neuen Kinofilm in Wien drehen. In dem vielschichtigen Thriller-Melodram MAUSER erzählt er zum einen von der Planung und Durchführung eines fiktiven Attentats, zum anderen verhandelt er das Motiv und den Hintergrund des Verbrechens.

In einem historischen Setting spielt der neue Thriller von Regisseur Stefan Ruzowitzky. Im Wien des Jahres 1921 wird der Kriegsheimkehrer und ehemalige Kriminalbeamte Peter Perg in einen dunklen Mordfall involviert. HINTERLAND ist eine majoritäre Koproduktion der Wiener FreibeuterFilm mit der Amour Fou Luxembourg und der Münchener Lieblingsfilm. Murathan Muslu und Vicky Krieps übernehmen die Hauptrollen nach dem Drehbuch von Hanno Pinter und Robert Buchschwenter. Die Dreharbeiten sind für den Sommer in Wien, Luxemburg und München geplant.

Mit HILFE, ICH HAB MEINE FREUNDE GESCHRUMPFT werden die erfolgreichen Familienfilme um den Schüler Felix Vorndran fortgesetzt. Diesmal führt Felix‘ erstes Verliebtsein dazu, dass er auf Klassenfahrt seine Schulfreunde schrumpft. Die minoritäre Koproduktion wird von der Wiener Minifilm und federführend durch die Münchner Blue Eye Fiction verwirklicht, weitere Koproduktionspartner sind Filmvergnuegen aus Italien und die belgische Potemkino. Sven Unterwaldt, der bereits den ersten Teil der Reihe inszenierte, wird auf den Regiesessel zurückkehren, das Drehbuch stammt erneut von Gerrit Hermans.

Mit 27 STOREYS kehrt Regisseurin Bianca Gleissinger nach Alt Erlaa, dem zur Ikone sozialen Wohnens avancierten Ort ihrer Kindheit zurück. Dort gibt sie Einblick hinter die Kulissen des oft mystifizierten Mikrokosmos und dokumentiert den nicht reibungslosen Wechsel von der langsam verschwindenden Generation der ErstbewohnerInnen hinzu einer neuen, jungen Generation MieterInnen. Der Dokumentarfilm wird federführend von der Wiener Mischief Films gemeinsam mit der Berliner Egoli Tossell Film produziert.

Drei Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in Höhe von 73.000 Euro.

Die Kinderbuchreihe „Monster Mia“ von A. B. Saddlewick ist die Vorlage für das Animationsprojekt MONSTROUS MIA, in dem eine rebellische Außenseiterin von ihrer Schule verwiesen wird und auf einer gruseligen Schule von und für Monster landet. Das deutsch-österreichische Projekt wird federführend von der Hamburger Ulyssus Film gemeinsam mit der Wiener Arx Anima geplant. Für das Drehbuch zeichnen die Autorinnen Jasmina Kallay und Katharina Reschke verantwortlich.

Ein Komödienprojekt entwickeln das Autorenteam Elisabeth Schmied, Astrid Kiss und Andreas Schmied mit der Samsara Filmproduktion. In LIFECOACH wird Workaholic Sophie durch eine Verwechslung mit einem Burnout diagnostiziert und muss den exzentrischen Lebensberater Tobi von ihrer geistigen Gesundheit überzeugen.

Die Wiener Golden Girls Filmproduktion plant gemeinsam mit den britischen Produzentinnen Sheryl Crown und Ruth Caleb das historische Projekt THE POST OFFICE GIRL. Der Stoff basiert auf Stefan Zweigs Novelle "Rausch der Verwandlung" und erzählt vom Leben einer jungen Frau aus armen Verhältnissen, die vorübergehend das begüterte Leben ihrer reichen Verwandten teilt, danach jedoch nicht mehr in ihr altes Leben zurückfindet. Die englischsprachige Inszenierung soll die britische Regiegröße, und Spezialist für literarische Themen, Terence Davies übernehmen, der auch das Drehbuch verfasst.

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