Klare Distanzierung von Time-Out-Klasse in Volksschule Pöttsching

Wien/Pöttsching (OTS) - Überrascht haben wir die Berichtserstattung, wonach einige der im Kinderdorf Pöttsching untergebrachten Kinder laut Volksschuldirektorin Kamper in einer Time-Out-Klasse untergebracht sind, verfolgt.

Das ist für uns neu. „Wir würden die uns anvertrauten Kinder nicht in einer Time-Out-Klasse beschulen lassen.“, so Kinderdorfleiterin Mag. Dagmar Brus. Auf der Homepage der Volksschule Pöttsching ist nichts von einem Angebot der Time-Out-Klasse lesbar. Sehr wohl wird aber eine Kleinklasse für Kinder mit besonderen Bedürfnissen angeboten. „Unter diesen Voraussetzungen haben wir die Kinder auch in der Volksschule Pöttsching angemeldet und bisher gute Erfahrungen gemacht. Wir werden sehr genau beobachten, ob die bisher gute Qualität der Kleinklasse, weiterhin erhalten bleibt und das, was aus pädagogischen Blickwinkel „state of the art“ ist, angewandt wird – und das sind mit Sicherheit keine Time-Out Klassen.“, so Brus weiter.

Die Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer distanziert sich klar und deutlich von der Idee sogenannter Time-Out-Klassen. Das ist nicht, was unseren Werten entspricht. Ausgrenzen und Wegsperren sind nicht die Methoden, die wir im Umgang mit Menschen – und insbesondere mit Kindern – für sinnvoll und zielführend erachten. Viel mehr wünschen wir uns für unsere Kinder, von denen manche aufgrund ihrer frühen Erfahrungen und Erlebnisse eine intensivere Förderung und Begleitung beim Lernen, wie einen kleineren Klassenverband brauchen, ein liebevolles Lernumfeld mit ausreichend geschultem Lehrpersonal, das diese als ernst zu nehmende Individuen ansieht, die es mit all ihren Eigenschaften, Traumata und fordernden Verhaltensmustern anzunehmen und zu unterstützen gilt. Alle Kinder müssen die gleichen Chancen bekommen. Jedes Kind sollte das Anrecht auf einen bestmögliches Lernumfeld bekommen. Vor 30 Jahren wurde die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen, die diese Werte vertritt. Die veränderte Bezeichnung impliziert für uns einen Haltungs- und Wertewandel, den wir nicht unterstützen können. Wir würden bedauern, wenn dieser sich auch inhaltlich abbilden würde und hoffen, dass die Kleinklasse in ihren Ansätzen, Werten und Haltungen bestehen bleiben darf - zumal Worte und Sprache den Boden für gedankliche Wege bilden.

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