Margit Fischer mit Viktor-Frankl-Ehrenpreis ausgezeichnet

Wien (OTS/RK) - Wiens Bürgermeister Michael Ludwig lud gestern Abend ins Rathaus, um Margit Fischer zu ehren: Die Gattin des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer bekam im Stadtsenatssitzungssaal vor großem Publikum den Ehrenpreis des Viktor-Frankl-Fonds verliehen. Zu Gast waren unter anderem Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Finanzstadtrat Peter Hanke, der ehemalige ÖGB-Präsident Erich Foglar, Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl, Bundesminister a.D. Karl Blecha, die ehemalige Nationalratsabgeordnete Heide Schmidt und natürlich auch Ehemann Heinz Fischer. Die Laudatio auf Margit Fischer hielt Cecily Corti, selbst Trägerin des Viktor-Frankl-Preises.

Fischer bekam den Viktor-Frankl-Preis in Anerkennung ihres langjährigen Engagements als Vorsitzende des österreichischen Frauenrates sowie für ihre Tätigkeit im Verein „ScienceCenter-Netzwerk“ verliehen. Das lebenslange Wirken Fischers und ihre Hingabe für den Menschen würden stark dem sinnorientierten humanistischen Therapiebild Frankls entsprechen, so die Begründung des Fonds-Kuratoriums.

In seiner eröffnenden Rede würdigte Bürgermeister Ludwig das philanthropische Engagement Fischers: Sie verfüge - wie Viktor Frankl - über eine optimistische Lebenseinstellung, die sie zum Wohl der Menschen einsetze. Frankl habe sich trotz seiner schrecklichen Erfahrungen in verschiedenen Konzentrationslagern nicht brechen lassen - ganz im Gegenteil: Sein Optimismus und Tatendrang machten ihn zu einem bedeutenden Mediziner und Psychotherapeuten. Seine Zeit in Konzentrationslagern habe er nach seiner Befreiung im Werk „…trotzdem Ja zum Leben sagen – ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager “ verarbeitet. Mit seiner Arbeit habe er unzähligen Menschen geholfen und „jungen Generationen neue Perspektiven eröffnet“. Die Stadt Wien orientiere sich stark an dem Gesamtwerk Frankls, so Ludwig. Der 1999 ins Leben gerufene Fonds habe den Zweck, „junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu motivieren, im Sinne Frankls weiterzuarbeiten und seine optimistische Grundhaltung aufrecht zu erhalten“. Durch ihr Engagement im Verein ScienceCenter-Netzwerk habe Margit Fischer allen Menschen den Zugang zu Wissenschaft ermöglicht und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft angeregt. „Mit dem Viktor-Frankl-Preis wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir dich nicht nur als Person sehr schätzen, sondern auch für dein Wirken in diesem ganz wichtigen Netzwerk“, schloss Ludwig.

Margit Fischer freute sich „aus vielen Gründen ganz außerordentlich“ über den Preis: So hätten sie und ihre Familie der Stadt Wien viel zu verdanken. Bei ihrer Rückkehr aus der schwedischen Emigration hätten sie eine Wohnung in der Per-Albin-Hansson-Siedlung bekommen und ihr Vater einen Arbeitsplatz. Sie freute sich, dass der Preis den Namen von Viktor Frankl trägt. Seine Persönlichkeit und Lebenswerk „beinhalten so viel, was für mich und meine Familie von besonderer Relevanz ist“. Frankl habe so wie auch ihre Familie die Torturen der Konzentrationslager erleben müssen und nahe Angehörige verloren. Fischer kritisierte „die feindliche Einstellung gegenüber Flüchtlingen, die heute in bestimmten Kreisen anzutreffen ist“. Das empfinde sie als „besonders schmerzlich und in manchen Fällen geradezu als abstoßend“. Wien müsse jedenfalls „ein Leuchtturm für soziales Denken, für humanes Handeln moderne Kommunalpolitik bleiben“.

Über den Viktor-Frankl-Fonds

Viktor Frankl war Mediziner und Psychotherapeut und bekannt für die Begründung der Logotherapie und Existenzanalyse. Im Jahr 1999 hat die Stadt Wien einen Fonds eingerichtet, um damit sein Lebenswerk zu würdigen und zu dokumentieren sowie die Weiterentwicklung einer sinnorientierten und humanistischen Psychotherapie im Sinne Frankls zu sichern. Bei der Realisierung dieser Zielsetzung arbeitet der Fonds eng mit dem Viktor-Frankl-Institut und der Familie Viktor Frankls zusammen. Seit der Einrichtung des Fonds verleiht die Stadt nahezu jährlich einen Ehrenpreis, den Margit Fischer gestern erhielt. Fischer reiht sich damit in die bisherigen PreisträgerInnen ein, zu denen unter anderem Paul Watzlawick, Kardinal Franz König, Nobelpreisträger Prof. Erich Kandel, Jürgen Habermas, Hugo Portisch, Physiker Heinz von Foerster sowie der Psychologe Giselher Guttmann gehören.

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