Moderne Diesel sorgen für saubere Luft

40. Internationales Wiener Motorensymposium: Die Abgasnorm EU6d wird die Luftqualität in den europäischen Städten deutlich verbessern

Wien (OTS) - Ein vielversprechendes Zeugnis stellen die Experten des weltweit tätigen Zuliefererkonzerns Robert Bosch und der TU Graz der aktuellen Generation moderner Dieselmotoren aus. In einer gemeinsamen Studie, über die Donnerstag beim Internationalen Wiener Motorensymposium berichtet wurde, wird der Selbstzünder als „zukunftsträchtige Lösung, auch mit Blick auf die sich weiter verschärfenden CO2-Ziele“, bezeichnet, dies schließe auch das Potential zur Erfüllung einer künftigen Emissionsstufe ein.

Die aktuell geltende Abgasnorm EU6d, welche Stickoxid- und Partikelanzahlemissionen von neuen Fahrzeugtypen unter realen Fahr- und Umweltbedingungen regelt, wird als „mit Abstand größter Fortschritt in der Emissionsregulierung von Pkw seit EU1“ (Einführung 1992) charakterisiert. EU6d gilt in einer ersten Stufe bereits seit September 2017, in einer zweiten – noch strengeren – Version tritt sie Anfang 2020 in Kraft. Damit werde EU6d die Luftqualität in den europäischen Städten deutlich verbessern, erklärte Dr. Andreas Kufferath, Vice President Robert Bosch GmbH, in seinem Vortrag. Die Norm werde an allen noch kritischen Hot-Spot-Messstellen in Europa zur Entspannung beitragen.

Mit einem Versuchsfahrzeug von Bosch wurde in der Studie analysiert, welche weiteren Reduktionen der Stickoxide auch unter anspruchsvollen Fahr- bzw. Umgebungsbedingungen robust erzielt werden können. Dem optimalen Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und Abgasnachbehandlungssystem kommt hier eine zentrale Rolle zu. An einer Vielzahl von Messungen im realen Fahrbetrieb von Bosch und der TU Graz konnte aufgezeigt werden, dass die eingesetzten Technologien zur Emissionsminderung auch unter extrem fordernden Fahrbedingungen in allen Fällen voll wirksam sind. Gefürchtete lokale Immissionsüberschreitungen durch Diesel sind damit künftig durch sogenannte „Close to Zero“ Levels nicht mehr zu erwarten.

Mineralölindustrie: Diesel-Pkw sind eine kluge Wahl, könnten aber noch sauberer sein

Zu einer ähnlich optimistischen Einschätzung der Zukunftschancen des Diesels kommt auch Concawe, die umweltwissenschaftliche Abteilung der European Petroleum Refiners Association mit Sitz in Belgien. Aufgrund einer eingehenden Studie über Schadstoffemissionen von Pkw der Abgasnormen EU6 – von 6b über 6c bis zum vorläufigen 6d-temp – bestätigte Rod Williams, Project Leader Shell, sachgemäß abgestimmte und mit Abgasrückführung und SCR-Katalysator ausgestattete Dieselfahrzeuge würden die NOx-Normen erfüllen, auch im realen Fahrbetrieb, bei Stau im Stadtverkehr wie auch bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Im Hinblick auf den geringen CO2-Ausstoß seien Diesel-Pkw eine „kluge Wahl für individuelle Mobilität für die nächsten Jahrzehnte“.

Gleichzeitig üben die europäischen Raffineriebetreiber unverblümte Kritik an den technischen Maßnahmen und werfen den Automobilherstellern vor, nicht immer die besten verfügbaren Technologien einzusetzen, um die niedrigstmöglichen Emissionen zu erzielen. Anstatt sich auf die Minimierung der Schadstoffe zu konzentrieren und sich auf die strengen EU6d-Regeln vorzubereiten, dürften Autohersteller, heißt es in der Studie, in manchen Fällen zuviel Augenmerk auf CO2-Reduktion und geringen Harnstoff-Verbrauch legen. Solche Strategien könnten unbeabsichtigt die Glaubwürdigkeit von Dieselmotoren weiter beschädigen und damit den Wechsel zu alternativen Kraftstoffen oder Benzinfahrzeugen beschleunigen. Dieses Szenario würde sich negativ auf die CO2-Flottenverbräuche auswirken, befürchten die Studienautoren.

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