- 10.05.2019, 09:44:40
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AK: Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst bekam Theodor Körner Förderpreis
Wien (OTS) - Heute, Freitag, wurden 18 junge WissenschaftlerInnen und
KünstlerInnen mit dem Theodor Körner Förderpreis ausgezeichnet. Der
Preis wird seit 1953 mit Unterstützung der Bundesarbeitskammer (BAK)
jährlich vergeben. "Die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft
ist eine Investition in unsere Gesellschaft und unsere Zukunft.
Vielfalt und Offenheit verbunden mit einem hohen Qualitätsanspruch
sind dabei wichtige Leitbegriffe, die dem Theodor Körner Förderpreis
zu seinem hohen Ansehen verholfen haben“, sagt Renate Anderl, BAK
Präsidentin und Kuratoriumspräsidentin des Fonds. „Denn für den
Theodor Körner Fonds war und ist das Eintreten für demokratische
Werte, für Offenheit und für einen internationalen wissenschaftlichen
und künstlerischen Diskurs immer eine Selbstverständlichkeit."
Unter den Arbeiten, deren Entstehung mit einem Preisgeld von 4.000
Euro gefördert wird, ist im Bereich der Rechtswissenschaften Mag.
Dominik Geringer. Er analysiert in seiner Dissertation – ganz aktuell
– ausgewählte rechtliche Instrumente für den Güter- und
Personenverkehr auf Österreichs Straßennetz, die nach Maßgabe des
Unions- und Verfassungsrechts geeignet sind, die CO2-Bilanz des
Verkehrssektors zu senken.
Mit dem vom ÖGB-Verlag im Rahmen des "Theodor Körner Fonds"
gesponserten Publikationspreis wurde Mag. Michael Trinko
ausgezeichnet. Seine arbeitsrechtliche Arbeit beschäftigt sich mit
dem Zusammenschluss von ArbeitgeberInnen um gemeinsam
ArbeitnehmerInnen zu beschäftigen. Ziel eines
ArbeitgeberInnenzusammenschlusses ist es, unbefristete Arbeitsplätze
zu schaffen, die die einzelnen teilnehmenden ArbeitgeberInnen
unabhängig voneinander nicht bieten können. In Österreich fehlt es,
anders als in Frankreich, an einer gesetzlichen Grundlage, welche die
wesentlichen Bedingungen für die Errichtung eines
ArbeitgeberInnenzusammenschlusses und dessen Rechtsfolgen klar
regelt.
Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften versucht Dr. Kilian
Rieder Schlüsse aus den Erkenntnissen von den US-amerikanischen
Federal Reserve-Maßnahmen von 1920 - 1921 zu ziehen, um künftig
Finanzkrisen vorbeugen zu können. Anton Pichler, MSc, BA, BSc
beschäftigt sich mit der schwierigen Frage einer Prognostizierung
technologischen Fortschritts in komplexen ökonomischen Systemen.
Bekanntlich ist es äußerst ungewiss, welche Technologien die
Schlüsseltechnologien in einem künftig nachhaltigen Wirtschaftssystem
darstellen werden. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Methoden
zur Prognostizierung technologischen Fortschritts zu verbessern und
dieses Wissen für eine gezielte Förderung zentraler nachhaltiger
Technologien fruchtbar zu machen.
Im Bereich der „Geistes- und Kulturwissenschaften“ wurden die
Arbeiten von Dipl. Pädagogin Sarah Nimführ, MA und Mag. Markus Wurzer
ausgezeichnet: Frau Nimführ beschäftigt sich in ihrem von der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geförderten
Promotionsprojekt mit den Auswirkungen von Nichtabschiebbarkeit auf
die Lebenssituation abgelehnter Asylsuchender an der EU-Außengrenze
Malta. Wurzer spürt in seinem Forschungsprojekt den
Hinterlassenschaften jener Italiener nach, die in die italienische
Kolonialherrschaft in Ostafrika 1936 - 1941 involviert waren.
Grundlagenarbeit zu einer Geschichte des Wiener Volkstheaters leistet
Mag. Dr. Matthias Mansky, der sich mit der Parodie am Wiener
Vorstadttheater beschäftigt und mit dem von der Stadt Wien
gesponserten "Wiener Preis im Rahmen des Theodor Körnern Fonds"
ausgezeichnet wurde.
Wichtige Ergebnisse lassen auch die im Bereich „Medizin,
Naturwissenschaften und Technik“ prämierten Arbeiten erwarten: Attila
Kiss, PhD beschäftigt sich in seiner medizinischen Untersuchung mit
neuen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung nach einem Herzinfarkt.
DI Dr. Danny Müller erforscht Möglichkeiten einer chemischen
(Ab-)Wärmespeicherung als Beitrag zu einer besseren Energieeffizienz.
Dr.in Petra Sumasgutner untersucht in der Mongolei das
Kollisionsrisiko des Steinadlers mit Windfarmen mit dem Ziel eines
nachhaltigen Naturschutzes.
Drei LiteratInnen wurden für ihre anspruchsvollen noch in Arbeit
befindlichen Manuskripte ausgezeichnet: Mag. Thomas Amanns Sammlung
von Gedichten veranschaulicht den mehrdimensionalen lyrischen Raum,
in welchem jedes Gedicht einen Querschnitt darstellt. Der Roman
"Honeymoon" von Mag.a Andrea Drumbl ist eine Familiengeschichte über
Generationen als Beschreibung des Schmerzes und der Hilflosigkeit
angesichts dessen, was geschieht. In Raphaela Edelbauers, BA Projekt
"Weltformel" geht es darum, sämtliche offene Fragen der Menschheit
ein weiteres Mal mit poetischen Mitteln zu klären. In der
österreichischen Tradition der Sprachkritik wird Hochpolitisches mit
Philosophischem verquickt, wechseln sich Humor und Dichtung ab, um
frühere Formen der Poetik zu beleben.
Es werden auch heuer wieder Preise für hervorragende Arbeiten für
die Bereiche „Musik und Komposition“ und „Bildende Kunst und
Kunstfotografie“ vergeben. Otto Wanke, MA versucht das Genre des
Radiospiels mit multimedialen Elementen neu zu gestalten. Mag.a
Catrin Bolt beschäftigt sich kritisch in Form einer künstlerischen
Installation mit der Abschirmung der EU durch einen Grenzzaun. Mag.a
Veronika Burger verarbeitet in einer Video-Sound-Installation die
Aufstände gegen den Zwölf-Stunden-Tag in Chicago im Mai 1886. Mit den
gesellschaftspolitischen Themen Überwachung und Polizeigewalt,
Privatheit, Transparenz und der diffusen Angst vor unbekannten
Fremden setzt sich Mag.a Stefanie Schwarzwimmer in einem
dreidimensional-animierten Filmprojekt auseinander. Kritisch
kommentiert MMag. Florian Rainer in einem künstlerischen Foto- und
Textprojekt im Stil einer Fotoreportage die Geschichte der
Migrationsbewegung der vergangenen 50 Jahre nach Österreich.
Diesjährige Festrednerin ist Univ.-Prof.in Dr.in Ruth Wodak,
Theodor Körner Fonds-Preisträgerin des Jahres 1974.
Die Theodor Körner Förderpreise werden zum 66. Mal verliehen. Zu
den bisherigen PreisträgerInnen zählen etwa die Mikrobiologin Renèe
Schröder, die Schriftstellerin Friederike Mayröcker und Clemens
Jabloner, ehem. Präsident des Verwaltungsgerichtshofes.
SERVICE: Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 – insgesamt
über 3.650 – erschien 2013 als Buch. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter
Mulley, (Hrsg.), „Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 –
2013“. Wien, ÖGB-Verlag 2013.
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