Bischof Bünker in Mauthausen: „Humanität fällt nicht vom Himmel“

Ökumenischer Gottesdienst zur Befreiung des KZ Mauthausen vor 74 Jahren

Mauthausen (OTS) - „Humanität fällt nicht vom Himmel. Sie muss erarbeitet, gebildet, erstritten, erkämpft werden.“ Das betonte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker im Rahmen eines ökumenischen Wortgottesdienstes anlässlich der Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am Sonntag, 5. Mai. An dem Ort, an dem während der Herrschaft der Nationalsozialisten rund 100.000 Menschen ums Leben kamen, zitierte Bünker den NS-Gauleiter von Thüringen, Franz Sauckel. Der hatte gemeint, man wolle „die letzten Schlacken unserer Humanitätsduselei“ ablegen. Sauckel, so Bünker, „wusste, wovon er sprach, denn er hielt sich nicht nur wie viele Nazis für einen der ‚Herrenmenschen‘, sondern setzte diese verbrecherische Überzeugung in die schreckliche Wirklichkeit um.“

Auch heute sei Humanität nicht selbstverständlich: „Wie bleibt man ein Mensch, wenn man ausgegrenzt wird, zum Sündenbock gemacht, mit Vorurteilen punziert und anonym einer Gruppe zugerechnet, der man alles Unglück zuschreiben kann?“ Jeder und jede sei unersetzlich und von unermesslichem Wert, so Bünker. Das erkenne man auch „am Namen, an der unverwechselbaren, einmaligen Person, die einen Namen trägt. Gott hat unser aller Namen in die Fläche seiner Hand geschrieben.“


Rückfragen & Kontakt:

epdÖ
Dr. Thomas Dasek
0699 18877 047
epd@evang.at
http://www.evang.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EPD0001