SPÖ Kärnten: Ministerin Köstinger „legalisiert“ Gifte für Umwelt und Menschen

Sucher: 2018 wurden über 43 ministerielle Notfallzulassungen, bereits verbotene Pestizide, wieder auf unseren Feldern ausgebracht. Welche und wieviele davon in Kärnten?

Klagenfurt (OTS) - Pflanzgifte, Spritzmittel, die zwar nicht zugelassen und deren Verwendung damit aus guten Gründen untersagt ist – die dann aber doch über eine Hintertür mit Genehmigung des Ministeriums von BM Elisabeth Köstinger mir nichts dir nichts versprüht werden. Diese laut Medienberichten in Österreich eigentlich unfassbare aber anscheinend gängige Praxis, bei der offenbar alle gesundheitlichen Bedenken und Risiken für die Umwelt über Bord geworfen werden, kritisiert SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher scharf.

Weder über die Gesamtmenge an Giftstoffen noch über das Ausmaß der behandelten Flächen, konnte das Umweltministerium in einer Stellungnahme informieren. Fakt ist: 2018 wurden in Österreich 43 Notfallzulassungen erteilt, die das Ausbringen an und für sich verbotener Giftstoffe, wieder gestattet. 2017 waren es sogar 44 Notfallzulassungen - unter den wieder zugelassenen Giften findet sich das laut Sicherheitsblatt bei Hautkontakt lebensgefährlich eingestufte Präparat Mocap, das umstrittene Antibiotikum Streptomycin sowie drei Neonicotinoide. Sucher fordert daher umgehend - im Interesse von Mensch und Umwelt – Umweltministerin Elisabeth Köstinger und die Landwirtschaftskammer Kärnten auf, offen zu legen welche und wie viel verbotene Gifte in Kärnten zur Anwendung gebracht werden.

„Es ist eigentlich unfassbar - wir bemühen uns in Kärnten darum, unsere Bevölkerung von Schäden durch Giftstoffe wie Glyphosat zu schützen, wir versuchen unsere Umwelt zu schützen, unser Wasser und unser Essen frei von Gift zu halten und das Bienensterben aufzuhalten - und dann öffnet „Umweltministerin“ Köstinger, die gesetzliche Hintertür, um völlig ungeniert jede Bemühung für ein nachhaltiges und gesundes Land - wieder einmal - auf dem Altar des Lobbyismus zu opfern“, ärgert sich Sucher.

„Deutschland und Frankreich kommen - trotz großer Agrarbetriebe - auf dieses Instrument der „Notfallzulassung“ aus. Schaffen wir das in Österreich wirklich nicht? Spricht Umweltministerin Köstinger nicht ständig von Nachhaltigkeit, Biodiversität und kleinteiliger biologischer Landwirtschaft? Warum torpediert sie ihre eigenen Ziele - oder ist das reines Marketing? Wird halt schwer werden Rosentaler Honig in Zukunft zu vermarkten und zu verkaufen - wenn es keine Bienen mehr gibt. Das ist kein „neuer Weg“ den die Bundesregierung und Ministerin Köstinger hier gehen - das sind ganz alte, ganz schlechte Gewohnheiten“, so Sucher weiter.

Die Landwirtschaftskammer Kärnten sei jetzt gefordert offen zu legen, wo und in welchem Ausmaß Giftstoffe in Kärnten verwendet werden. „Selbstverständlich sind wir auch dafür, dass Bauern bei Ernteausfällen nicht alleine gelassen werden - hier braucht es neben risikolosen Alternativen auch die entsprechenden Förderungen und Auffangnetze. Im Interesse unserer Kinder und unserer Umwelt sind wir aber aufgefordert, Pflanzenschutz neu zu denken und anzuwenden. Landwirtschaft und Umweltschutz müssen kein Widerspruch sein. Gerade in Kärnten können wir nur mit Qualität unserer landwirtschaftlichen Produkte punkten - um diese zu erhalten, können wir es uns schlicht nicht leisten „blind“ mit Giftstoffen zu hantieren“, schließt Sucher. (Schluss)

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