• 02.05.2019, 13:16:52
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  • OTS0168

AK: Fachkräfte für die Pflege, Kinderbetreuung und technische Berufe dringend gesucht!

Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt abbauen

Utl.: Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt abbauen =

Wien (OTS) - „Frauen arbeiten viel zu oft unfreiwillig in Teilzeit
mit wenigen Wochenstunden und sind damit auf dem Arbeitsmarkt nach
wie vor deutlich benachteiligt“, erklärt Alice Kundtner,
Bereichsleiterin für Soziales in der AK Wien und verweist auf jüngste
Auswertungen des Arbeitsmarktmonitors des WIFO, mit dem die
Arbeitsmarktentwicklung Österreichs im EU-Vergleich dargestellt wird.
Die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Österreich hat
eine primäre Ursache: der EU-weit zweithöchste Teilzeitanteil. Der
Grund dafür liegt laut WIFO in fehlenden Kinderbetreuungsangeboten.
„Statt hier anzusetzen, setzt die Regierung etwa bei der Lösung des
Personalproblems in der Pflege aber lieber auf ArbeitnehmerInnen aus
Drittstaaten, indem sie die Einkommensgrenzen bei der
Rot-Weiß-Rot-Karte herabsenkt“, kritisiert Kundtner: „Besser wäre es,
den Frauen aus der Teilzeitfalle zu helfen und dabei zu unterstützen,
mehr Wochenstunden arbeiten zu können und sich für nachgefragte
Berufe ausbilden zu lassen.“ Das bedeutet: Unterstützung durch mehr
Kinderbetreuungseinrichtungen, mehr Ganztagsbetreuung in Schulen und
ein hochwertiges Aus- und Weiterbildungsangebot. Die von der AK
durchgesetzte Wiedereinführung des Fachkräftestipendiums etwa ist ein
gutes Angebot, aber es braucht noch mehr davon.

Der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigten macht sich auch bei der
Arbeitslosigkeit drastisch bemerkbar. So beziehen 90 Prozent der
Arbeitslosengeldbezieherinnen ein Arbeitslosengeld unter der
Armutsgefährdungsschwelle (1.238 Euro), 60 Prozent liegen sogar unter
dem Richtsatz der Mindestsicherung (863 Euro). Für Alice Kundtner
braucht es da-her dringend einen Ausbau der Unterstützung von Frauen
für gute Erwerbskarrieren mit existenzsichernden Einkommen. Völlig in
die falsche Richtung gehen daher auch die Ansätze der
Sozialministerin bei den arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben. An
Stelle von Aufklärungsmaßnahmen über die Auswirkungen von Teilzeit
wird das Wahlrecht, ob Frauen ihre Kinder selbst zu Hause erziehen
oder Teilzeit bzw. Vollzeit arbeiten, betont. Gleichzeitig wird die
langjährige Vorgabe, 50 Prozent der Mittel der Arbeitsmarktpolitik
für Frauen zu verwenden, gestrichen, wodurch auch die Finanzierung
von wichtigen Maßnahmen – wie etwa die Frauenberufszentren –
gefährdet ist.

Die AK fordert daher
+ den Ausbau der Zahl der Kinderbetreuungsplätze für Unter-3-jährige,
verbesserte Kinderbetreuungszeiten für Über-3-jährige und
Volksschulkinder.
+ die Sicherstellung ausreichender Arbeitsmarktmittel für Frauen und
die frühzeitige Unterstützung eines Wiedereinstiegs und die
Wiedereinführung der 50 Prozent-Vorgabe.
+ einen Rechtsanspruch auf eine finanziell abgesicherte berufliche
Qualifizierung durch die Einführung des Qualifizierungsgeldes.

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