Schnabl/Sidl/Etzenberger/Wagendristel: Bauern brauchen ein Auskommen mit dem Einkommen

Etzenberger tritt als Vorsitzender der SPÖ NÖ Bauern zurück – ihm folgt Wagendristel nach

St. Pölten (OTS) - „Ich freue mich sehr über euer Vertrauen – und nehme die Wahl an“, sagt Ernst Wagendristel, der bei der heutigen Landeskonferenz der SPÖ NÖ Bauern in Lengenfeld bei Krems zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Er wird nach 18 Jahren, in denen Josef Etzenberger den Landesvorsitz innehatte, diesen ablösen.
Zu den ersten Gratulanten zählte u.a. neben Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Agrarsprecher Klubobmann Reinhard Hundsmüller der SPÖ NÖ Landesparteivorsitzende, LHStv. Franz Schnabl: „Ich gratuliere Ernst Wagendristel sehr herzlich zur Wahl. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit ihm einen Landesbauernvorsitzenden haben werden, der den engagierten Weg seines Vorgängers weitergehen wird. Ich wünsche ihm für die kommenden Aufgaben viel Erfolg und alles Gute!“ Schnabl bedankte sich auch bei Josef Etzenberger für seinen Einsatz, faire Bedingungen für die hart arbeitenden, kleinen Bauern zu erreichen und die hervorragende Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren: „Wir werden auch das neue Team mit ganzer Kraft unterstützen und alles daran setzen, dass die SPÖ NÖ Bauern nach den Wahlen im kommenden Frühjahr wieder in der Landeskammer vertreten sein werden!“ Josef Etzenberger, der seit dem 21. April 2001 als Landesbauernvorsitzender agierte und auch Bundesbauernvorsitzender ist, habe sich stets als Kämpfer gezeigt: „Es gibt viel, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Gerade in der Landwirtschaft, wo österreichweit täglich rund neun Betriebe zusperren, ist es wichtig, dass wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen werden, diese Entwicklung zu verhindern und die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu stärken.“ In einem sehr emotionalen Statement bedankte sich Etzenberger bei „seinen“ Bäuerinnen und Bauern für viele Jahre Solidarität und Engagement und wünschte seinem Nachfolger „Glück auf“ und viel Erfolg.
Mit dabei bei der Landeskonferenz war auch der niederösterreichische EU-Spitzenkandidat Dr. Günther Sidl, der sich einmal mehr für ein europaweites Glyphosat-Verbot aussprach, getreu dem Motto „Biosaat statt Glyphosat“. „Anstatt die Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen beim Einsatz von Pestiziden einem transparenten und nachvollziehbaren Verfahren auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu unterziehen, geht man leider auf europäischer Ebene vor der Agrar-Chemie-Lobby in die Knie und versucht die Wahrheit zu verschleiern. Diese Pro-Konzernpolitik braucht ein starkes sozialdemokratisches Gegengewicht“, fordert er ein Umdenken. Außerdem wies er auf die hohe Qualität der landwirtschaftlichen Produkte in Österreich hin: „Die EU muss niederösterreichischer werden – beispielsweise bei der Top-Qualität unserer Lebensmittel, dem hohen Bioanteil und der Wasserversorgung im Eigentum der BürgerInnen!“ Wagendristel wolle den Weg Etzenbergers, sich für die kleinen Bauern, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen müssen, einsetzen. Im Mittelpunkt seiner zukünftigen Arbeit wird auch weiterhin eine Neubewertung der Agrarförderungen stehen. „EU-Gelder werden nach einem Flächenschlüssel vergeben – je größer der Betrieb, desto mehr Förderung fließt. Diese Vorgehensweise beschleunigt den Strukturwandel in der Landwirtschaft immens. Den Bäuerinnen und Bauern bleibt aufgrund der flächenabhängigen Förderung auch gar nichts anderes übrig, als zu wachsen – oder sie müssen ihren Betrieb zusperren. Anstatt einer solchen Flächenbindung sollen Agrarsubventionen künftig an ökologische und soziale Kriterien gekoppelt werden“, sagt Wagendristel. Generell fordern die SPÖ Bauern bei Direktzahlungen einen Sockelbetrag für kleine und mittlere Betriebe sowie eine niedrige Obergrenze für Großbetriebe.

Solange die EU jedoch an der Flächenbindung festhalte, werde der Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergehen. EU-weit haben zwischen 2003 und 2013 bereits mehr als ein Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben, die Zahl der Großbetriebe wächst hingegen unaufhaltsam weiter. Dabei leisten bäuerliche Klein-und Mittelbetriebe einen großen Beitrag für die Lebensqualität im ländlichen Raum – etwa mit der Pflege der Kulturlandschaft und dem damit verbundenen Schutz vor Naturgefahren. „Wir brauchen ein rasches Umdenken – denn die kleinen Familienbetriebe können dem wachsenden Konkurrenzdruck der großen Konzerne nicht standhalten. Sie sind aber die Garanten für gesunde, oft biologisch produzierte Lebensmittel sowie für den Umweltschutz und die Erhaltung unseres Lebensraumes“, sagte Wagendristel.

Infos zu Ernst Wagendristel:
- geboren am 24. April 1967
- aufgewachsen in Schrattenberg (Bezirk Mistelbach)
- von Beginn an am landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mitgearbeitet: Weinbau, Ackerbau, Forst und Tierhaltung (Schweine, Hühner, Gänse, Hasen, Ziegen, Pferd);
- ab 1990 bei den ÖBB tätig, weitere Mitarbeit im landwirtschaftlichen Betrieb;
- heute wohnhaft in Weikendorf (Bezirk Gänserndorf)
- in Weikendorf Ortsparteivorsitzender und Gemeinderat
(https://weikendorf.spoe.at/person/ernst-wagendristel)
- Bauernkammerrat

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