- 27.04.2019, 12:17:56
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Schnabl/Sidl/Etzenberger/Wagendristel: Bauern brauchen ein Auskommen mit dem Einkommen
Etzenberger tritt als Vorsitzender der SPÖ NÖ Bauern zurück – ihm folgt Wagendristel nach
Utl.: Etzenberger tritt als Vorsitzender der SPÖ NÖ Bauern zurück –
ihm folgt Wagendristel nach =
St. Pölten (OTS) - „Ich freue mich sehr über euer Vertrauen – und
nehme die Wahl an“, sagt Ernst Wagendristel, der bei der heutigen
Landeskonferenz der SPÖ NÖ Bauern in Lengenfeld bei Krems zum neuen
Vorsitzenden gewählt wurde. Er wird nach 18 Jahren, in denen Josef
Etzenberger den Landesvorsitz innehatte, diesen ablösen.
Zu den ersten Gratulanten zählte u.a. neben Landesrätin Ulrike
Königsberger-Ludwig und Agrarsprecher Klubobmann Reinhard Hundsmüller
der SPÖ NÖ Landesparteivorsitzende, LHStv. Franz Schnabl: „Ich
gratuliere Ernst Wagendristel sehr herzlich zur Wahl. Ich bin davon
überzeugt, dass wir mit ihm einen Landesbauernvorsitzenden haben
werden, der den engagierten Weg seines Vorgängers weitergehen wird.
Ich wünsche ihm für die kommenden Aufgaben viel Erfolg und alles
Gute!“ Schnabl bedankte sich auch bei Josef Etzenberger für seinen
Einsatz, faire Bedingungen für die hart arbeitenden, kleinen Bauern
zu erreichen und die hervorragende Zusammenarbeit in den vergangenen
Jahren: „Wir werden auch das neue Team mit ganzer Kraft unterstützen
und alles daran setzen, dass die SPÖ NÖ Bauern nach den Wahlen im
kommenden Frühjahr wieder in der Landeskammer vertreten sein werden!“
Josef Etzenberger, der seit dem 21. April 2001 als
Landesbauernvorsitzender agierte und auch Bundesbauernvorsitzender
ist, habe sich stets als Kämpfer gezeigt: „Es gibt viel, wofür es
sich zu kämpfen lohnt. Gerade in der Landwirtschaft, wo
österreichweit täglich rund neun Betriebe zusperren, ist es wichtig,
dass wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen werden, diese
Entwicklung zu verhindern und die kleinstrukturierte Landwirtschaft
zu stärken.“ In einem sehr emotionalen Statement bedankte sich
Etzenberger bei „seinen“ Bäuerinnen und Bauern für viele Jahre
Solidarität und Engagement und wünschte seinem Nachfolger „Glück auf“
und viel Erfolg.
Mit dabei bei der Landeskonferenz war auch der niederösterreichische
EU-Spitzenkandidat Dr. Günther Sidl, der sich einmal mehr für ein
europaweites Glyphosat-Verbot aussprach, getreu dem Motto „Biosaat
statt Glyphosat“. „Anstatt die Auswirkungen auf die Gesundheit des
Menschen beim Einsatz von Pestiziden einem transparenten und
nachvollziehbaren Verfahren auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse
zu unterziehen, geht man leider auf europäischer Ebene vor der
Agrar-Chemie-Lobby in die Knie und versucht die Wahrheit zu
verschleiern. Diese Pro-Konzernpolitik braucht ein starkes
sozialdemokratisches Gegengewicht“, fordert er ein Umdenken. Außerdem
wies er auf die hohe Qualität der landwirtschaftlichen Produkte in
Österreich hin: „Die EU muss niederösterreichischer werden –
beispielsweise bei der Top-Qualität unserer Lebensmittel, dem hohen
Bioanteil und der Wasserversorgung im Eigentum der BürgerInnen!“
Wagendristel wolle den Weg Etzenbergers, sich für die kleinen
Bauern, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen müssen, einsetzen. Im
Mittelpunkt seiner zukünftigen Arbeit wird auch weiterhin eine
Neubewertung der Agrarförderungen stehen. „EU-Gelder werden nach
einem Flächenschlüssel vergeben – je größer der Betrieb, desto mehr
Förderung fließt. Diese Vorgehensweise beschleunigt den
Strukturwandel in der Landwirtschaft immens. Den Bäuerinnen und
Bauern bleibt aufgrund der flächenabhängigen Förderung auch gar
nichts anderes übrig, als zu wachsen – oder sie müssen ihren Betrieb
zusperren. Anstatt einer solchen Flächenbindung sollen
Agrarsubventionen künftig an ökologische und soziale Kriterien
gekoppelt werden“, sagt Wagendristel. Generell fordern die SPÖ Bauern
bei Direktzahlungen einen Sockelbetrag für kleine und mittlere
Betriebe sowie eine niedrige Obergrenze für Großbetriebe.
Solange die EU jedoch an der Flächenbindung festhalte, werde der
Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergehen. EU-weit haben
zwischen 2003 und 2013 bereits mehr als ein Viertel aller
landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben, die Zahl der Großbetriebe
wächst hingegen unaufhaltsam weiter. Dabei leisten bäuerliche
Klein-und Mittelbetriebe einen großen Beitrag für die Lebensqualität
im ländlichen Raum – etwa mit der Pflege der Kulturlandschaft und dem
damit verbundenen Schutz vor Naturgefahren. „Wir brauchen ein rasches
Umdenken – denn die kleinen Familienbetriebe können dem wachsenden
Konkurrenzdruck der großen Konzerne nicht standhalten. Sie sind aber
die Garanten für gesunde, oft biologisch produzierte Lebensmittel
sowie für den Umweltschutz und die Erhaltung unseres Lebensraumes“,
sagte Wagendristel.
Infos zu Ernst Wagendristel:
- geboren am 24. April 1967
- aufgewachsen in Schrattenberg (Bezirk Mistelbach)
- von Beginn an am landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern
mitgearbeitet: Weinbau, Ackerbau, Forst und Tierhaltung (Schweine,
Hühner, Gänse, Hasen, Ziegen, Pferd);
- ab 1990 bei den ÖBB tätig, weitere Mitarbeit im
landwirtschaftlichen Betrieb;
- heute wohnhaft in Weikendorf (Bezirk Gänserndorf)
- in Weikendorf Ortsparteivorsitzender und Gemeinderat
(https://weikendorf.spoe.at/person/ernst-wagendristel)
- Bauernkammerrat
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