Holzinger/JETZT zum internationalen Tag der Abschaffung der Tierversuche

Die Förderung von Alternativmethoden zu Tierversuchen ist unabdinglich

Wien (OTS) - Jedes Jahr werden weltweit mehr als 115 Millionen Tiere in Tierversuchen getötet – die Dunkelziffer dürfte jedoch viel höher sein, da nicht alle Tiere in den Statistiken erfasst werden. Im Jahr 2017 wurden laut der Tierversuchsstatistik 2017 des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung 264.071 Versuchstiere gemeldet. Dabei kam es zu einem Anstieg von 11,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. „Anstatt also auf Alternativen zu Tierversuchen – wie beispielsweise die Herstellung von tierischen oder menschlichen Zellen im Labor – zu setzen, wurden in den letzten Jahren immer mehr Tierversuche in Österreich durchgeführt“, kritisiert Daniela Holzinger, Tierschutzsprecherin von JETZT.
Anzumerken ist hierbei auch, dass nicht alle Versuchstiere erfasst werden: Zunächst werden nur die Tiere erfasst, deren Versuch im jeweiligen Kalenderjahr endet. Tiere jedoch, welche getötet werden, um ihnen Organe oder Gewebe zu entnehmen, werden nicht miteingerechnet, auch Föten oder Embryonen von Säugetieren werden nicht in der Statistik erfasst.

Holzinger sagt dazu: „Tierversuche sind meines Erachtens nicht nur ethisch äußerst bedenklich: Es gibt auch immer mehr wissenschaftliche Studien, welche die Relevanz der Tierversuche in Frage stellen, da ihre Ergebnisse nicht einfach so auf den Menschen übertragbar sind. Warum sind Tierversuche also nach wie vor in vielen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben? Warum ist die Hürde bei der Beantragung von Fördergeldern für tierversuchsfreie Alternativen höher als für Tierversuche?“

Die Niederlande hingegen wollen bis 2025 führend im Bereich der Innovationen ohne Tierversuche werden. Das damit betraute Komitee, welches ein Strategiepapier zum Ausstieg verfasst hat, sieht zum Beispiel im Bereich der Grundlagenforschung derzeit keine Möglichkeit, auf Tierversuche zu verzichten – hier wird ein stufenweiser Ausstieg angedacht. In anderen Bereichen, wie den gesetzlich vorgeschriebenen Versuchen für Sicherheitsforschung an beispielsweise chemischen Substanzen oder Pestiziden kann ein Ausstieg jedoch bereits bis 2025 erfolgen.

„Auch in Österreich sollten wir uns für den stufenweisen Ausstieg aus dem System ‚Tierversuch‘ einsetzen. Viele der Versuchstiere müssen unnötiges Leid erfahren und das gilt es zu verhindern. Wir müssen die Förderung von tierversuchsfreien Methoden vorantreiben und für mehr Akzeptanz in diesem Bereich sorgen“, fordert Daniela Holzinger.

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