- 12.04.2019, 10:55:51
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Industrie: Mit ambitionierter FTI-Strategie zum Produktions-Powerhouse Europas
Neumayer/von Lattorff: Jetzt FTI-politische Weichen richtig stellen – Offensive für angewandte Forschung und Entwicklung umsetzen – Österreich unter TOP-3-Innovationsstandorte bringen
Utl.: Neumayer/von Lattorff: Jetzt FTI-politische Weichen richtig
stellen – Offensive für angewandte Forschung und Entwicklung
umsetzen – Österreich unter TOP-3-Innovationsstandorte bringen =
Wien (OTS) - „Forschung, Technologie und Innovation, kurz FTI, prägen
nicht nur unser modernes Leben, sie sichern Österreichs Wohlstand“,
betonte Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), im Rahmen einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit IV-Ausschussvorsitzenden Philipp von Lattorff,
Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Centers Vienna
(RCV), anlässlich der Präsentation des IV-Positionspapiers
„Forschung. Technologie. Industrie – Lösungen für unsere Gesellschaft
und Zukunft“ am heutigen Freitag. Globale gesellschaftliche
Herausforderungen, wie Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung oder
Sicherheit, würden neue Antworten erfordern und neue Technologien
dabei neue Wege ermöglichen. „Doch die Konkurrenz schläft nicht. Wenn
Österreich und Europa im internationalen Wettbewerb nicht ins
Hintertreffen geraten wollen, müssen jetzt die FTI-politischen
Weichen richtiggestellt werden“, so Neumayer einen Monat vor dem
angekündigten FTI-Gipfel der Bundesregierung, der den Startschuss für
die Entwicklung einer neuen FTI-Strategie bis 2030 setzt. Die
Industrie erwarte sich von der Politik daher eine ambitionierten
FTI-Strategie mit konkreten, messbaren Zielsetzungen in allen
wesentlichen Handlungsfeldern.
Österreich braucht Offensive für angewandte Forschung und
Entwicklung – 2/3 der Forschungsfinanzierung kommt aus Unternehmen
Es seien die international erfolgreichen Industrieunternehmen, auf
die Österreich – und Europa – besonders stolz sein könne. „Ihre
Kraft, ihren Impact für Österreich, gilt es auch in Zukunft zu
sichern“, betonte der IV-Generalsekretär. Unternehmen stehen für zwei
Drittel der Aktivitäten hinsichtlich Forschung und Entwicklung (F&E)
in Österreich und zeichnen sich durch eine hohe Innovationsdynamik
und hohe Exportquoten aus. Es sei erfreulich, dass die Wissenschaft
als wichtiger Partner der Unternehmen durch die geplante
Exzellenzinitiative in ihrer internationalen Sichtbarkeit gestärkt
werden solle. Gleichzeitig würden aber substanzielle Mittel für die
angewandte F&E fehlen, weshalb gut evaluierte Projekte wiederholt
abgelehnt werden würden. „Wir vergeben hier wertvolle Chancen für
Österreich“, so Neumayer, der in diesem Zusammenhang auch die
Notwendigkeit der Absicherung der Nationalstiftungsmittel für F&E
über 2020 hinaus unterstrich. „Konkret braucht es eine jährliche
Steigerung der Budgets für angewandte Forschung und Entwicklung von
plus sieben bis zehn Prozent jährlich“, präzisierte der
IV-Generalsekretär die Industrieforderung nach einem ambitionierten
Wachstumspfad im geplanten Forschungsfinanzierungsgesetz.
Österreich unter TOP 3-Innovationsstandorte in Europa bringen
„Als Kern des Innovationsökosystems hat die Industrie ein
Positionspapier für einen starken und zukunftsorientierten
FTI-Standort Österreich erarbeitet“, führte Philipp von Lattorff,
Generaldirektor des Boehringer Ingelheim RCV und Vorsitzender des
FTI-Ausschusses der Industriellenvereinigung, aus. „Unser Ziel ist
klar: Wir müssen jetzt das österreichische ‚Produktions-Powerhouse‘
mittels Forschung, Technologie und Innovation stärken und zu einem
Leuchtturm in Europa machen“, verdeutlichte von Lattorff die Vision
der Industrie. Dazu brauche es weiter ein starkes und
nachvollziehbares Bekenntnis zum Forschungs- und Technologiestandort
Österreich. „Wir müssen an Dynamik zulegen, einen Vorsprung gegenüber
den Mitbewerbern herausarbeiten und den Sprung unter die TOP
3-Innovationsstandorte Europas schaffen“, forderte von Lattorff.
Sieben Handlungsfelder auf dem Weg zum Innovation Leader
„Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir in sieben Handlungsfeldern
international sichtbare Maßnahmen setzen. Dabei sollten wir in großen
Maßstäben denken, denn es geht um unsere Zukunft“, so der Boehringer
Ingelheim-Generaldirektor. Österreich brauche ein starkes Miteinander
aller FTI-Akteure. „Unsere Leitbetriebe sind die FTI-Lokomotiven mit
einer Schrittmacherfunktion für ihr Kooperationsumfeld aus Klein- und
Mittelbetrieben (KMU), Hochschulen und Start-ups“, so von Lattorff
weiter. Für die heimische Industrie zeichne sich ein attraktiver
Standort insbesondere durch eine ambitioniert gestaltete
F&E-Finanzierung aus, wofür die Forschungsprämie als
Alleinstellungsmerkmal und die direkte Forschungsförderung
erfolgsentscheidend seien. Ebenso brauche es exzellente,
international sichtbare Partner in der Wissenschaft, starke Brücken
entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie innovative Köpfe. Auch
auf europäischer und internationaler Ebene sei für Österreich eine
intensive Vernetzung entscheidend. Die Chancen, die sich durch
Digitalisierung und neue Technologien böten, müssten für neue
Lösungen, innovative Produkte bis hin zu disruptiven
Geschäftsmodellen genützt werden.
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen hat die Industrie sieben
konkrete Ziele formuliert. Diese müssen als Turbo für Österreich auf
dem Weg zu einem der TOP 3-Innovationsstandorte in Europa genützt
werden:
1.Die österreichische Forschungsquote ist bis 2030 auf mindestens
vier Prozent des BIP anzuheben. Die investierten Mittel sind
effizient und im Sinne einer Erhöhung des Outputs einzusetzen.
2.Österreich muss seine TOP 3-Platzierung hinsichtlich der
Beteiligungen im EU-Forschungsrahmenprogramm halten und Rückflüsse
steigern.
3.Österreich muss sich eine TOP 3-Platzierung bei erfolgreich
eingeworbenen ERC-Grants sichern und zumindest drei Universitäten bis
2030 unter den TOP 100 weltweit platzieren.
4.Bis 2030 muss zumindest eine Verdoppelung der Anzahl der jährlichen
Gründungen akademischer Spinoffs durch kontinuierliche Steigerung
gelingen. Fünf weitere Corporate Venture-Fonds müssen in Österreich
erfolgreich angesiedelt bzw. etabliert werden.
5.Österreich muss eine Top 3-Platzierung im DESI-Index erreichen.
6.Bis 2022 müssen die Weichen für 20 Prozent mehr Technikgraduierte
in Österreich gestellt werden, um den Innovationsnachwuchs zu sichern
und den Fachkräftemangel zu entschärfen.
7.Fünf neue F&E-intensive Leitbetriebe müssen bis 2022 in Österreich
angesiedelt und bestehende Niederlassungen ausgebaut werden, um den
Wertschöpfungsanteil der Industrie auf 25 Prozent zu erhöhen.
Weitere Informationen zu den sieben definierten Handlungsfeldern und
den konkreten Umsetzungsmaßnahmen sowie das FTI-Strategiepapier der
Industriellenvereinigung finden Sie unter:
https://www.iv.at/de/iv/pageflip/96179/#page=1
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