- 11.04.2019, 12:10:08
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Start der Kampagne „Wir für Bienen“
LHStv. Pernkopf: Zusammenspiel von Bienen und Bauern zum Schutz der Artenvielfalt
Utl.: LHStv. Pernkopf: Zusammenspiel von Bienen und Bauern zum
Schutz der Artenvielfalt =
St. Pölten (OTS/NLK) - Dass das Land jetzt im Frühling wieder
aufblühe, sei nicht selbstverständlich. Dafür brauche es zum einen
Millionen von Insekten, die das Naturland Niederösterreich bevölkern
und die Blühpflanzen bestäuben, darunter Schmetterlinge, Käfer,
Fliegen und vor allem Honig- und Wildbienen, sagte LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf am heutigen Donnerstag im Haus für Natur im Museum
Niederösterreich in St. Pölten, wo er gemeinsam mit Johannes
Schmuckenschlager, dem Präsidenten der NÖ Landwirtschaftskammer, der
Jung-Landwirtin Elisabeth Kern und dem Imkermeister Wolfgang Messner
die neue Kampagne „Wir für Bienen“ vorstellte.
„Niederösterreich verzeichnet mit über 600 verschiedenen
Wildbienen-Arten die höchste Bienen-Diversität aller
mitteleuropäischen Staaten, mit mehr Bienen-Arten als beispielsweise
ganz Deutschland“, betonte dabei Messner.
Zum anderen brauche es zum Erblühen des Landes die Bäuerinnen und
Bauern, die mit ihrer umweltgerechten Bewirtschaftung täglich im
Einklang mit der Natur leben und arbeiten: „Landwirtschaft und
Artenvielfalt sind in Niederösterreich keine Gegensätze, unsere
Bienen und unsere Bauern sind untrennbar miteinander verbunden. Die
Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt,
denn Wiesen, Felder, Blühstreifen und Wälder sind für Bienen und
viele andere Lebewesen wertvolle Ökosysteme, die es zu schützen
gilt“, so Pernkopf.
Die neue gemeinsame Kampagne „Wir für Bienen“ solle gleichermaßen
informieren und motivieren, das Miteinander zwischen Bauern und
Bienen aufzeigen und dafür sorgen, dass das Naturland
Niederösterreich auch morgen noch so bunt blühe. Sie solle das Wissen
über die Leistungen der Insekten genauso wie über die Anstrengungen
der heimischen Landwirtschaft in den Vordergrund stellen, meinte
Pernkopf und verwies unter den auf die Bestäubung durch Insekten
angewiesenen landwirtschaftlichen Kulturen insbesondere auf
Gemüsesorten wie Gurken, Kürbis und Paradeiser, Obstbäume wie Äpfel
und Marillen sowie Raps, Sonnenblumen, Luzerne und viele Kleearten,
die von den Bienen profitieren.
„Die Bauern geben auf insgesamt 230.000 Hektar blühenden Feldern
Bienen Heimat: 112.000 Hektar Begrünungs- und Biodiversitätsflächen
sind wertvolle Ökosysteme, 23.000 Hektar Raps sind die
Lieblingsnahrung für Bienen, 17.000 Hektar Sonnenblumen sind Bienen-
und Augenweiden gleichzeitig, 12.000 Hektar Kürbis sorgen für
Speiseöl. Dazu kommen noch die 770.000 Hektar Waldflächen, mehr als
40 Prozent der Landesfläche, welche die Grundlage für den Waldhonig
liefern“, meinte Pernkopf und hob hervor, dass Niederösterreichs
Bauern und Bäuerinnen Öko-Weltmeister seien: 90 Prozent nehmen am
Umweltprogramm teil, 60 Prozent legen Biodiversitätsflächen an, 20
Prozent aller Betriebe wirtschaften biologisch.
„Unsere Bäuerinnen und Bauern sind nicht die Größten, aber mit
Sicherheit die Besten im europäischen Vergleich. Würden alle in
Europa so vorbildlich arbeiten wie unsere bäuerlichen
Familienbetriebe, gäbe es mehr Bienen und mehr Artenvielfalt“,
unterstrich der LH-Stellvertreter. „Wir für Bienen“ solle zeigen,
dass Landwirtschaft und Artenvielfalt kein Gegensatz seien. Die
Kampagne richte sich aber nicht nur an die Landwirtschaft, sondern an
die gesamte Gesellschaft. Mit einfachen Maßnahmen wie einer
Wildblumenwiese statt eines Rasens oder Bienenplatzerln am Balkon
könne jeder seinen Beitrag leisten – vom Privaten bis zu Gemeinden
und Betrieben.
„Artenschutz geht uns alle an, Bauern und Bienen sind ein starkes und
natürliches Team. Dieses Verständnis wollen wir stärken, und wir
wollen alle anderen animieren mitzumachen, zum Schutz der Bienen, zum
Schutz der Bauern, und zum Schutz der Artenvielfalt“, so Pernkopf
abschließend.
Schmuckenschlager sagte: „‘Bauern geben Bienen eine Heimat‘ ist kein
Werbeslogan, sondern zeigt die Umweltleistungen unser Landwirtschaft
auf. Mit seinen umfangreichen rechtlichen Rahmenbedingungen ist
Österreich ein Vorreiter, nur zwei bis sechs Prozent der
Pflanzenschutzmittel sind Insektizide. Deren permanente
Weiterentwicklung und weitere Maßnahmen zur Hebung der Biodiversität
tragen dazu bei, bestmögliche Lebensmittel für alle produzieren zu
können“. Im Zuge der Kampagne wird es niederösterreichweit
Feldaufsteller geben, die zeigen, wo die Bauern den Bienen Heimat
geben. Zudem werden in der „Woche der Artenvielfalt“ vom 19. bis 26.
Mai Wiesenfeste, Wanderungen etc. auf die Bedeutung des Themas
hinweisen.
Kern verwies auf die Bedeutung von Schule und Landwirtschaft sowie
das notwendige Verständnis der Bevölkerung, um das heimische Modell
der kleinstrukturierten Familienbetriebe für die Zukunft sichern zu
können.
Nähere Informationen beim Büro LHStv. Pernkopf unter
02742/9005-12705, Jürgen Maier, und e-mail [email protected] bzw.
www.wir-fuer-bienen.at.
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