Ludwig/Hebein: Ernst Kirchweger bekommt Ehrenhalber gewidmetes Grab der Stadt Wien

Gewidmetes Grab als klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neonazismus

Wien (OTS) - Der Widerstandskämpfer und Antifaschist Ernst Kirchweger bekommt ein Ehrenhalber gewidmetes Grab der Stadt Wien. Kirchweger wurde bei einer Demonstration gegen den antisemitischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz 1965 vom Rechtsextremisten Gunther Kümel mit einem Boxhieb so schwer verletzt, dass er wenig später seinen schweren Verletzungen erlag. Kirchweger, der sich dem Austrofaschismus und Nationalsozialismus engagiert entgegenstellte, war der erste politische Tote in der Zweiten Republik.

„Wir freuen uns, dass es uns in der Wiener Stadtregierung gelungen ist, eine Initiative des KZ-Verbands zu unterstützen und Ernst Kirchweger ein Ehrenhalber gewidmetes Grab der Stadt Wien für seine letzte Ruhestätte am Hietzinger Friedhof zu widmen“, so die Spitzenkandidatin der Grünen Wien, Birgit Hebein. „Mit diesem Akt ehren wir nicht nur den Antifaschisten Ernst Kirchweger, sondern setzen auch ein klares politisches Zeichen gegen Neonazismus und Rechtsextremismus im Allgemeinen“, betonen Bürgermeister Ludwig und Hebein.

An der ursprünglichen Begräbnisstätte Kirchwegers am Wiener Zentralfriedhof (Urnenhain) wird heute vormittag im Rahmen eines Festaktes eine Gedenkstätte enthüllt.

Umso betroffener ist Hebein über ein Rechercheergebnis der Watchdog-Plattform „Stoppt die Rechten“, die aufdeckte, dass Kümel in Deutschland, wohin er nach seinem Prozess, der mit einem Skandalurteil von zehn Monaten bedingter Haft endete, verschwand, offenbar unter Verwendung von Pseudonymen nach wie vor im rechtsextremen und neonazistischen Kontext tätig ist. „Wir setzen daher mit dieser posthumen Anerkennung von Kirchwegers politischem Engagement zugleich auch einen Kontrapunkt zur offenbar bruchlosen politischen Gesinnung seines Totschlägers“, unterstreicht Hebein. „Ich danke allen, die diese Initiative für Kirchwegers Ehrenhalber gewidmetes Grab unterstützt haben, allen voran Bürgermeister Michael Ludwig.“

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