Erlass runiniert qualitätvolle Sexualpädagogik

Ein Erlass des Bildungsministeriums zur Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Organisationen im Bereich Sexualpädagogik gefährdet die Wahlfreiheit der Schulen.

Höchste Qualität zum Nulltarif gibt es nicht. Entweder die Eltern dürfen dafür bezahlen oder die öffentliche Hand übernimmt die Kosten. Bestmögliche Sexualpädagogik für die Schülerinnen und Schüler ist nur durch ein Miteinander von schulischen und außerschulischen Angeboten möglich
Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin aktion leben österreich
Wir erreichen jedes Jahr um die 10.000 Schülerinnen und Schüler mit unserem Angebot. Wir werden sehr geschätzt und deshalb gebucht. Aber natürlich müssen wir unsere Kosten immer verrechnen. Die Schulen haben dadurch den Vorteil der freien Wahl des Angebots und der hohen Qualität, die sie dafür bekommen. Sind sie nicht zufrieden, können sie einen anderen Anbieter wählen. Das alles ist durch den Erlass gefährdet und zerstört die jahrzehntelange Arbeit vieler Anbieter in dem Bereich
Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin aktion leben österreich

Wien (OTS) - Laut neuem Erlass dürfen sexualpädagogische Workshops externer Anbieterinnen und Anbieter an öffentlichen Schulen nicht mehr durch Elternbeiträge bezahlt werden. Anbieterinnen und Anbieter, die sich bisher am freien Markt bewährt haben und deshalb von den Schulen beauftragt wurden, können aber ohne Bezahlung nicht arbeiten.

Kostenübernahme durch die öffentlicher Hand erforderlich

aktion leben fordert dringend, dass die Schulen ab Geltung der Erlasses Geld für das Einbeziehen von außerschulischen Expertinnen und Experten erhalten! Die Wahl dieser ExpertInnen muss der einzelnen Schule und den Eltern obliegen. „Höchste Qualität zum Nulltarif gibt es nicht. Entweder die Eltern dürfen dafür bezahlen oder die öffentliche Hand übernimmt die Kosten. Bestmögliche Sexualpädagogik für die Schülerinnen und Schüler ist nur durch ein Miteinander von schulischen und außerschulischen Angeboten möglich“, betont Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich.

Private Angebote sinnvolle Ergänzung zum Unterricht

Martina Kronthaler: „Der Erlass ist unzeitgemäß: Verlangt wird zu Recht qualitätsvolle Sexualpädagogik. Dazu bedarf es großer Erfahrung, ständiger Weiterbildung - um wirklich am neuesten Stand der Wissenschaft zu sein -, selbstreflektierter Arbeit inklusive Supervision sowie aktueller Materialien. Wie soll das eine Lehrerin, ein Lehrer im Rahmen ihrer/seiner Unterrichtstätigkeit leisten?“ Sexualpädagogische Einheiten müssen vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden. Abgesehen davon sollte es auch dem Bildungsministerium bekannt sein, dass es gerade für Themen wie Sexualität für die Schülerinnen und Schüler wesentlich unverfänglicher ist, mit externen Fachkräften zu sprechen als mit ihren Lehrerinnen und Lehrern.

Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind wichtig

Maßnahmen zur Qualitätssicherung des externen Angebotes begrüßt der Verein. „Wir finden es selbstverständlich richtig, dass die Anbieterinnen und Anbieter vorab über die Inhalte ihrer Workshops und Methoden informieren. Ebenso sinnvoll ist, dass die didaktischen Methoden und Inhalte altersgemäß an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen“, sagt Kronthaler. Transparenz ist ebenso wichtig wie die Einbeziehung der Eltern und Lehrer. Vereine wie aktion leben, die seit 40 Jahren Sexualpädagogik anbieten und ihr Angebot laufend weiterentwickelt haben, befolgen diese Anforderungen auch bisher schon.

Erlass zerstört jahrzehntelange Arbeit

„Wir erreichen jedes Jahr um die 10.000 Schülerinnen und Schüler mit unserem Angebot. Wir werden sehr geschätzt und deshalb gebucht. Aber natürlich müssen wir unsere Kosten immer verrechnen. Die Schulen haben dadurch den Vorteil der freien Wahl des Angebots und der hohen Qualität, die sie dafür bekommen. Sind sie nicht zufrieden, können sie einen anderen Anbieter wählen. Das alles ist durch den Erlass gefährdet und zerstört die jahrzehntelange Arbeit vieler Anbieter in dem Bereich“, schließt Kronthaler.

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Mag. Martina Kronthaler
Generalsekretärin
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martina.kronthaler@aktionleben.at
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