Ludwig/Kaup-Hasler präsentieren „Stadtlabore“

Eine Initiative der Stadt für die Bezirke

Wien (OTS) - Kulturelle Stadtlabore sind eine neue Initiative im Bereich der dezentralen Kultur. Als konkrete Projekte fügen sie sich in ein bereits bestehendes Netz von Akteurinnen und Akteuren im kulturellen Feld, setzen auf Zusammenarbeit und Synergien, bauen auf Vorhandenes auf und kreieren Eigenständiges. Wie in anderen Laboren auch wird dabei experimentiert, getestet, überprüft, weiterentwickelt und analysiert.


Warum kulturelle Stadtlabore?

Es ist ein Faktum: Wien wächst. In den nächsten Jahren könnte Wien bereits mehr als zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner beherbergen. Es ist daher wichtig, diese ungeheure Dynamik auch von Seiten der Kultur wahrzunehmen. Eine Metropole, die seit vielen Jahren weltweit als lebenswerteste Stadt gilt und sich ständig verändert, muss den Faktor Kunst und Kultur in diese Veränderungsprozesse mit einbeziehen.

„Wien wächst. Aufgabe der Stadtregierung ist es, dafür Vorkehrung zu treffen und in urbane Infrastruktur zu investieren. Das betrifft nicht nur Wohnungen, Gesundheitseinrichtungen, Schulen und etwa den öffentlichen Verkehr, sondern auch die Kultur, insbesondere die dezentrale Kultur. Mit den Stadtlaboren wollen wir Frischluft in die Bezirke pumpen und neue Zirkulationsprozesse in Gang setzen. Auf dass Einmaliges und Lebendiges entsteht. Mir ist dabei zum einen die Qualität des kulturellen Angebots wichtig und zum anderen die Zusammenarbeit mit den Menschen, die in den Grätzeln der Stadt leben“, betont Bürgermeister Michael Ludwig.

Raus in die Bezirke

Bereits jetzt gibt es viele Initiativen, Vereine und Kunstschaffende, die sich in den letzten Jahrzehnten in den Bezirken etabliert haben und die lokale Kultur aufmischen. Dazu kommen die großen Player aus den innerstädtischen Bezirken, die bewusst Projekte außerhalb ihrer angestammten Häuser in den Bezirken realisieren. Sie alle haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen auf Qualität, Teilhabe und das Miteinander.

„In diesem ‚Konzert der Vielen‘ sind die Stadtlabore als weitere Impulsgeber zu verstehen, um Projekte zu realisieren, die auf Kooperation zwischen BürgerInnen, Bezirk, KünstlerInnen und Kultureinrichtungen setzen. Projekte, die sich mit den einzelnen Stadtteilen und ihrer Bevölkerung auseinandersetzen, die die realen Verhältnisse und spezifischen Herausforderungen mitdenken und soziale Räume schaffen – mit den Mitteln der Kunst“, unterstreicht Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Die Stadtlabore 2019 sind als Pilotprojekt konzipiert und finden zwischen Mai und Dezember statt; als Gesamtbudget stehen 700.000 € zur Verfügung.

Pilotprojekt Stadtlabore 2019

Die Stadtlabore werden im Rahmen eines Pilotprojekts von „Ankerpunkten“ und/oder „Handlungsallianzen“ durchgeführt. Ankerpunkte sind Initiativen, die in den Bezirken fest verankert sind und dort soziokulturelle Aktivitäten realisieren. F 23 ist so ein Ankerpunkt genauso wie die Floridsdorfer Traktorfabrik, die Nordbahnhalle in der Leopoldstadt oder die Ottakringer Brunnenpassage. Handlungsallianzen wiederum sind innerstädtische Kultureinrichtungen, die die Außenbezirke als erweiterten und eigenständigen Handlungsspielraum sehen, um dort neue Projekte zu entwickeln. Das Konzerthaus etwa hat mir der Mit-Begründung der Brunnenpassage Neuland betreten ebenso das Zoom Kindermuseum mit einer temporären Außenstelle im Sandleitenhof.

Der Fokus 2019 liegt vorerst auf die Bezirke 10 bis 23. In Zukunft soll jedoch ganz Wien einbezogen werden.


12 Stadtlabore für die Bezirke

WILLST DU HIER WOHNEN?

Kooperation des Az W und Mies. Magazin

Alle Bezirke

September 2019

Eintauchen in eine neue Welt: Ob Gründerzeithaus oder Neubau, Gemeindebau oder Dachgeschossausbau, Kleingartenidyll oder Studierendenwohnheim – die Wienerinnen und Wiener sind eingeladen, für 24 Stunden in eine neue Wohnumgebung einzutauchen, neue soziale Erfahrungen zu machen und die Vielfalt des Lebens in der Stadt kennenzulernen.

WIENER GESCHICHTENTEPPICH

Institut für Jugendliteratur

Floridsdorf, Donaustadt, Liesing

Mai, Juni, an vier Wochenenden

3- bis 10-jährige Kinder lernen auf lebendige und niederschwellige Art Geschichten und Gedichte kennen. Die Neugierde aufs Lesen und auf Bücher soll geweckt, vorhandene Leseinteressen sollen vertieft werden. Der Leseteppich wird von den Leseanimatorinnen im Freien ausgebreitet – vor allem in Parks und auf Spielplätzen.

DRUCK- UND TRICKFILMWERKSTATT

ZOOM Kindermuseum

Rudolfsheim-Fünfhaus, Brick5 / Donaustadt, Seestadt Aspern, Fabrik

Juni und Juli 2019

Drucktechniken sind technisch und künstlerisch anspruchsvolle Verfahren. Nichtsdestotrotz lassen sich auch mit wenig Aufwand spannende Ergebnisse erzielen. Das ZOOM Kindermuseum schafft neue Satelliten und lädt Kinder zu einer Reihe von Workshops in die temporäre Druckwerkstatt in die Seestadt Aspern ein.

Kinder und Jugendliche produzieren Multimediaclips im Brick5: Pixilation ist eine Stop-Motion-Technik und bezeichnet das Filmen von Personen oder Gegenständen mit Einzelbildschaltung. In den Pixilation-Workshops werden die Kinder und Jugendlichen zu DarstellerInnen eines trickreichen Animationsfilmexperiments, bei dem sie spielerisch die grundlegenden Prinzipien von Stop-Motion-Filmen kennen und verstehen lernen.

FRIEDERIKE

Aschwanden Färber Schraml Wallraff

Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum in Penzing

Anfang September 2019

Friederike ist eine temporäre Installation im öffentlichen Raum. Als ultraleichte Membrankonstruktion ist sie als Erweiterung des menschlichen Körpers gedacht und kann in kürzester Zeit von wenigen Menschen auf-, um- und wieder abgebaut werden. Errichtung und Demontage sind dabei Teil des künstlerischen Prozesses.

Friederike dient als Informationsplattform, fördert die aktive Auseinandersetzung der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Wohnumfeld und initiiert neue Sichtweisen auf den eigenen, vermeintlich vertrauten Stadtteil.

KUNST IM GEMEINDEBAU

Mitten in Wien in Koop. mit MA 34 und Wohnpartnern

Favoriten, Simmering, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Brigittenau, Floridsdorf, Donaustadt

Mai bis Oktober 2019

Die Lebenswelten und Lebensentwürfe der Menschen sind in den letzten Jahrzehnten zunehmend pluralistischer, vielfältiger und differenzierter geworden. Das ist auch in der BewohnerInnenstruktur der Wiener Gemeindebauten spürbar. Ziel dieses Projekts ist es, soziale Räume zu schaffen, in denen die eigene Erfahrung reflektiert werden kann und neue, andere Erfahrungen gemacht werden können. Durch Workshops, ZeitzeugInnen-Projekte, performative und partizipative Produktionen, soziale Inszenierungen und Kurzfestival-Formate sollen Netzwerke entstehen und nachhaltig gesichert werden.

UTOPIE WOHNEN

urbanize!

Favoriten

Oktober 2019

Wohnen als Herausforderung für Städte weltweit: Anlässlich des Jubiläumsjahres 100 Jahre Rotes Wien widmet sich urbanize! diesem wichtigen, kommunalen Thema. Mit künstlerischen Strategien und wissenschaftlichen Werkzeugen wird der Austausch von Wissen und Ideen organisiert, Kommunikation und Vernetzung auf vielen Ebenen ermöglicht sowie Mitsprache und Teilhabe gefördert. Ziel ist es, Ideen einer (menschen-)gerechten und zukunftsfähigen Stadt zu entwickeln.

WELCHEM RHYTHMUS FOLGE ICH?

Martin Grubinger in Kooperation mit dem Konzerthaus

Anfang September 2019

Rudolfsheim-Fünfhaus Schwendermarkt, Brigittenau Hannovermarkt, Floridsdorf Schlingermarkt

Unter dem Motto „Partizipative Marktkonzerte“ bespielt Martin Gruber mit Kolleginnen und Kollegen Märkte. Den ganzen Tag über wird mit MarktbesucherInnen geredet, diksutiert und argumentiert, ehe am Abend als Höhepunkt ein Konzert zu erleben sein wird.

KULTUR IM SPECK

F 23

Liesing

Juni bis Oktober 2019

Das F 23 ist ein impulsgebendes Kulturbiotop für den Wiener Süden. Hier werden künstlerische Brücken von der historischen Geschichte der Stadt in eine spannende, vielfältige Zukunft gebaut. Mit dabei u. a. ein Grätzlkonzert, ein grünes Wanderkino, eine Fotoausstellung, ein junger Designmarkt. Herzstück ist ein Chorfestival, zu dem alle Chöre Liesings beitragen.

MUSIKDIWAN MIT FORMENTI

ART 18, Marino Formenti

Währing, Schubertpark

Mai 2019

Marino Formenti, Pianist und ehemaliger Musiker des Klangforum Wien, kreiert eine partizipatorische Musik-Performance im Schubertpark. Als Gastgeber in einem eigens gebauten Wohnzimmer pflegt er mit PassantInnen und Schubertpark-BesucherInnen „studies of communication and musicianship“. Man darf gespannt sein!

HEISS & KALT

Science Pool und Science Busters

Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Donaustadt, Liesing jeweils VHS, Karl-Marx-Hof

ab Oktober 2019

Dieses Stadtlabor möchte Kindern eine neue Form der Begegnung mit Wissenschaft und Forschung näher bringen. Wissenschaft soll niederschwellig und gleichzeitig hochwertig vermittelt werden. In Workshops und Bühnenshows soll gezeigt werden, wie fantastisch und unterhaltsam Wissenschaft sein kann. Kinder sind dabei aktiver Teil der Veranstaltungen und nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten.

ÜBERBRÜCKEN

Creative Cluster Traktorfabrik in Kooperation mit MA 18

Floridsdorf

Viel gibt es zu überbrücken: Die Zeit bis zur kommerziellen Verwertung der Immobilie Traktorfabrik, die Stadtteile dies- und jenseits der Donau, Vorurteile unter den Kunstschaffenden, Ressentiments zwischen KünstlerInnen und lokaler Bevölkerung in beide Richtungen …. Der Verein Creative Cluster in der Traktorfabrik tritt für eine inklusive Gesellschaft ein. Mittels dezentraler Kulturarbeit, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und vielem mehr soll eine Bewusstseinsbildung für ein soziales Miteinander erreicht werden. Die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer sind dabei aktiv eingebunden.

RAUNEN

Junges Volkstheater (Constanze Cauers, Malte Andritter)

Margareten, Volx / Meidling, Remise

Oktober 2019 bis Jänner 2010

Das Junge Volkstheater lädt die Bewohnerinnen und Bewohner des 5. Und 12. Bezirks vier Monate zu einem Labor des Erzählens und Zuhörens ein: Kann man Zuhören lernen? Wem hören wir zu? Wer wird gehört, wer nicht? Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Genres machen sich auf die Reise und Erforschen gemeinsam mit den Wienerinnen und Wienern die Kunst des Zuhörens und Zusammenlebens.

BEGLEITENDE DOKUMENTATION

Architekturzentrum Wien (Az W)

Laufende Einträge auf Website

Die Stadtlabore sind ein Pilotprojekt, das digital dokumentiert und in einem nächsten Schritt analysiert und evaluiert werden soll. Nicht nur die Produktion selbst (Aufführung, Show, Workshop etc.) soll festgehalten, sondern auch der Weg dahin, der Prozess, sichtbar gemacht werden. Begleitet und durchgeführt wird die digitale Dokumentation der Stadtlabore vom Architekturzentrum Wien.

Rückfragen & Kontakt:

Renate Rapf
Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
4000-81175
renate.rapf@wien.gv.at
www.wien.at

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