• 22.03.2019, 11:47:55
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  • OTS0111

LH Mikl-Leitner und LR Eichtinger präsentierten die neue „blau-gelbe Wohnbaustrategie“

„Klare Antworten auf neue Herausforderungen“

Utl.: „Klare Antworten auf neue Herausforderungen“ =

St. Pölten (OTS/NLK) - Eine gezielte Wohnbauförderung für die
ländlichen Regionen, die Stärkung des Eigentums insbesondere für
junge Familien und „Vorrang für blau-gelb“: Das sind die wichtigsten
Stoßrichtungen der neuen „blau-gelben Wohnbaustrategie“, die am
heutigen Freitag durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und
Landesrat Martin Eichtinger präsentiert wurde.

Das Land Niederösterreich unterstütze pro Jahr rund 45.000 Familien
und Haushalte mit den verschiedensten Maßnahmen der Wohnbauförderung,
betonte die Landeshauptfrau eingangs: „Pro Jahr bauen die
gemeinnützigen Genossenschaften 6.150 Wohnungen und Häuser, allein im
Vorjahr waren 777 Millionen Euro für Förderungen und Haftungen in
Niederösterreich vorgesehen.“

Im Laufe der Zeit gebe es jedoch „neue Bedürfnisse und neue
Herausforderungen“, und auf diese wolle man „klare Antworten“ geben,
so Mikl-Leitner. So steige etwa der Anteil der älteren Bevölkerung,
gleichzeitig würden die Single-Haushalte zunehmen und neue
Arbeitsformen entstehen. Auch Umwelt-Anliegen würden immer wichtiger.
„Mit der neuen blau-gelben Wohnbaustrategie, die wir heute
präsentieren, wollen wir darauf klare Antworten geben“, sagte die
Landeshauptfrau. Das neue Gesamtkonzept habe eine klare Zielsetzung,
betonte sie: „Wohnen muss für alle Landsleute und Lebensformen
leistbar sein. Wohnen muss in allen Regionen unseres Landes
lebenswert bleiben.“ Dazu sehe die neue Wohnbaustrategie vor allem
drei Stoßrichtungen vor: „Die erste Stoßrichtung lautet: Es wird eine
gezielte Wohnbauförderung für unsere ländlichen Regionen geben. Die
zweite Stoßrichtung ist fokussiert auf mehr Eigentum, speziell für
unsere jungen Familien, denn Eigentum ist die beste Altersvorsorge.
Die dritte Stoßrichtung ist, dass wir einen Vorrang für blau-gelb
einräumen, d. h. einen Vorrang für die niederösterreichischen
Landsleute im gemeinnützigen Wohnbau.“

Der ländliche Raum soll noch mehr zum Zukunftsraum werden, hielt sie
im Zusammenhang mit der ersten Stoßrichtung fest. Daher wolle man
einen finanziellen Bonus für jene einräumen, die im ländlichen Raum
bleiben wollen oder sich im ländlichen Raum ansiedeln wollen. Im
Schnitt werde dafür die Wohnbauförderung um 20 Prozent angehoben.
Völlig neu ist auch die Einführung eines „Bauherrenmodells“ für
gewerbliche Bauträger im Ortskern, damit auch diese in Zukunft
Förderungen beantragen können. Für die „Häuslbauer“ gibt es beim
Neubau in Ortskernen zusätzlich zur regulären Wohnbauförderung je
nach Projekt und Lage bis zu 12.000 Euro an weiteren Förderungen. Bei
Sanierungen im Ortskern wird es seitens des Landes einen
Einmalzuschuss geben, zusätzlich zur bestehenden Ankaufsförderung,
und auch die gemeinnützigen Genossenschaften werden künftig einen
Ortskernbonus erhalten können in Form einer Ankaufsförderung.

„Wir wollen Niederösterreich zum Mutterland moderner Familienpolitik
machen. Das gilt nicht nur für die Kinderbetreuung, sondern auch beim
Bau oder Erwerb der eigenen vier Wände“, sagte die Landeshauptfrau
zur zweiten Stoßrichtung. Daher werde die Wohnbauförderung für
Jungfamilien von bisher 5.000 Euro auf 10.000 Euro verdoppelt. Für
das erste Kind wird es eine Förderung von 10.000 Euro geben, ebenso
für jedes weitere Kind.

Im Zusammenhang mit dem „Vorrang für blau-gelb“ werde es einen klaren
Kriterienkatalog geben, erläuterte Mikl-Leitner weiters. Als
Beispiele nannte sie etwa familiäre Kriterien wie die Familiengröße
oder das Einkommen, wirtschaftliche Kriterien wie die Nähe zum
Arbeitsplatz bzw. Ausbildungsstätte oder gesellschaftspolitische
Kriterien wie den Bezug zu einer Gemeinde oder einer Region.

„Regional, nachhaltig und fair – das sind die Grundprinzipien der
neuen blau-gelben Wohnbaustrategie“, betonte Landesrat Eichtinger in
seinen Ausführungen. Man habe in Zusammenarbeit mit der Europäischen
Investitionsbank (EIB) ein völlig neues Finanzierungsmodell
erarbeitet. Die Mittel der EIB machten es möglich, dass die Mieten
für Wohnungen des Landes um bis zu 200 Euro pro Jahr günstiger
würden.

Ein wichtiges Element der neuen Wohnbaustrategie sei es, moderne
Wohnformen zu unterstützen, nannte Eichtinger zum einen die Wohnform
„Junges Wohnen“, ein spezielles Modell für junge Menschen bis zu 35
Jahren. Derzeit seien bereits 450 derartige Wohnungen mit einem
geringen Eigenfinanzierungsbedarf von maximal 4.000 Euro fertig
gestellt, 200 weitere folgen. Zum anderen verwies der Landesrat auf
die Weiterentwicklung des Modelles „Betreutes Wohnen“. Künftig werde
es das „Begleitete Wohnen“ geben, das dem bisherigen „Betreuten
Wohnen“ entspricht – mit einem verpflichtenden Grundbetreuungspaket,
in barrierefreien Gebäuden mit Gemeinschaftsräumen. „Als neues Modell
wird es künftig das barrierefreie Wohnen geben“, so Eichtiger. Diese
Form wird ohne verpflichtendes Betreuungspaket in einem
barrierefreien Gebäude angeboten werden.

Weitere wichtige Aspekte seien laut Eichtinger auch das Wohnen und
Arbeiten an einem Ort durch die Nutzung der Digitalisierung sowie die
ökologische Komponente: „Hier sind wir in Niederösterreich
pionierhaft unterwegs“. Künftig wolle man noch mehr auf „eine
nachhaltige Bauweise setzen und Grauflächen stärker begrünen“, so der
Landesrat, der abschließend auf die umfassenden
Informationsmöglichkeiten unter www.noe-wohnbau.at verwies.

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