• 11.03.2019, 11:20:33
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„kreuz und quer“ über „Reinigung von innen – Fasten in den Religionen“ und „Herr Schuh und die Freiheit“

Am 12. März ab 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 12. März ab 22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Es scheint fast ein die gesamte Menschheit verbindender
Grundvollzug des Lebens zu sein: das Fasten. Von kaum einer Kultur
wird der periodische Verzicht infrage gestellt. Zu wichtig scheinen
karge Perioden für unseren Körper und unseren Geist zu sein. Und auch
für die Seele. Denn Fasten ist seit jeher beides – medizinische
Anwendung und religiöser Akt. „kreuz und quer“ zeigt dazu am
Dienstag, dem 12. März 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 Florian Kröppels
Dokumentation „Reinigung von innen – Fasten in den Religionen“. Um
23.30 Uhr beschäftigt sich der von Florian Gebauer gestaltete und von
Franz Schuh erzählte Film „Herr Schuh und die Freiheit“ mit den
vielen Facetten der Freiheit: Wer ist frei und warum? Was bedeutet
Freiheit? Wie hat sich der Begriff der Freiheit in den Jahrhunderten
verändert?

„Reinigung von innen – Fasten in den Religionen“ – ein Film von
Florian Kröppel

Julia Radlingmayer nimmt es dieses Jahr besonders ernst mit dem
Verzicht. Sie begibt sich eine Woche lang ins Stift Geras, um mit
Gleichgesinnten eine Woche lang komplett auf Essen zu verzichten.
Dort betreibt Alexander Graffi schon seit mehreren Jahren ein
Fastenhaus, wo unabhängig von der Jahreszeit der kontrollierte
Verzicht auf jegliche feste Nahrung angeboten wird. Mittlerweile ist
nicht zuletzt durch die Arbeit der Grazer Wissenschafter Thomas
Pieber und dem Team rund um Frank Madeo bewiesen, dass Fasten
tatsächlich gesünder macht. Doch gerade in der Zeit vor Ostern
herrscht in Geras Hochbetrieb. Denn Fasten ist ungeachtet des
medizinischen Trends immer noch eine wichtige religiöse Praxis.
Die Religionswissenschafter Birgitt Heller und Franz Winter wissen,
warum das so ist: Zum einen ist die Abstinenz ein wichtiger Teil der
Vorbereitung auf ein Fest, zum anderen hilft das Fasten, den Geist zu
reinigen. Nicht umsonst ist das Fasten in so gut wie allen Religionen
und Kulturen bekannt.
Der Islam kennt das Ramadan-Fasten. Die junge Wiener Studentin Nesrin
El-Isa lädt „kreuz und quer“ während der letzten Tage des
Fastenmonats ein, diese Zeit des Gebets und der inneren Einkehr
kennenzulernen. Genauso wichtig wie die Abstinenz ist in diesen Tagen
auch der soziale Zusammenhalt.
Bei den Aleviten gibt es zwei Fastenzeiten, und die richten sich nach
unterschiedlichen Kalendern. Ihre Hauptfastenzeit ist der Monat
Muharram, in dem sie zwölf Tage lang zu Ehren der zwölf Imame sogar
auf klares Wasser verzichten. Auch indische Traditionen und das
Judentum kennen Zeiten des Fastens. Oft gibt es unterschiedliche
Motivationen, andere Bräuche und unterschiedliche Zugänge. Gemeinsam
ist ihnen die Erfahrung: Wer fastet, reinigt sich von innen.

„Herr Schuh und die Freiheit“ – Ein Film von Florian Gebauer, erzählt
von Franz Schuh

„Die Freiheit, die wir gerade nicht haben, scheint uns am meisten
nahezugehen“, so Franz Schuh. Der Film zeigt, was Menschen aus
eigener Erfahrung über Freiheit zu sagen wissen. Der Journalist
Lorenz Gallmetzer spricht im Film mit Franz Schuh über seine
Alkoholsucht: „Nach 30 Jahren hat eine Talfahrt begonnen, wo dann die
Freiheit verloren ging. Dort wurde dann der Alkohol zum Muss.“ „Dass
Menschen Freiheit über alles mögen, ist eine Mär. Viele haben auch
einen Hang zur Unterwerfung“, meint Franz Schuh. Der Film
verdeutlicht, wie sich „die eine Freiheit“ in unserer Gesellschaft in
einzelne Freiheiten aufspaltet. Bedeutet die Freiheit der Kunst auch
die Freiheit, eine Republik auszurufen? Welche Freiheiten und
Unfreiheiten gibt es zwischen den Geschlechtern? „Das Problem der
Freiheit darf nicht sein, dass die einen sie sich nehmen und die
anderen darunter leiden müssen“, sagt die Politikwissenschafterin
Birgit Sauer. „Fürchtet euch nicht! – Das ist in der Bibel die
Losung, frei zu sein. Und dennoch können wir nicht furchtlos leben“,
meint Franz Schuh. „Die menschliche Freiheit existiert ja nicht
zuletzt durch ihre Grenzen, obwohl es Augenblicke gibt, in denen man
glaubt, ganz frei zu sein.“

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