Grüne Frauen Wien/Huemer: "Für ein Leben frei von Gewalt" als Motto zum Internationalen Frauentag 2019

Grüne Awareness-Kampagne „Es ist sexuelle Belästigung“

Wien (OTS) - Die Grünen Frauen Wien stellen den diesjährigen Frauentag unter das Motto „Für ein Leben frei von Gewalt“. „Gerade in Anbetracht der seit Jahresbeginn stark gestiegenen Anzahl an Morden und Gewalttaten an Frauen ist dieses Thema aktueller denn je zuvor“, so die Frauensprecherin der Grünen Wien, Gemeinderätin Barbara Huemer. „Jede Frau hat das Recht auf ein Leben frei von Gewalt. Wir müssen uns alle - Politik und Gesellschaft- mehr anstrengen, dass Gewalt an Frauen abnimmt. Es gibt klare Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen“, so Huemer.

Awareness Kampagne „Es ist sexuelle Belästigung“

Mit „Es ist sexuelle Belästigung“ starten die Grünen Frauen Wien eine Awareness-Kampagne. „Gewalt hat viele Formen und Gesichter. Sexuelle Belästigung wird oft verharmlost, dabei handelt es sich um Gewalt. Mit der #metoo-Bewegung ging ein erstes großes Aufrütteln durch die Welt. „Wir sind der Meinung, dass über alltägliche Gewalt wie sexuelle Belästigung noch viel mehr geredet werden muss, weil es um nichts Geringeres geht als um die Würde der Frau, weil es um nichts Geringeres geht als um das Menschenrecht auf ein gewaltfreies Leben“, so Huemer.

Drei Viertel aller Frauen in Österreich wurden zumindest einmal in ihrem Leben sexuell belästigt. Viele wissen nicht, dass sexuelle Belästigung eine Straftat ist. Sexuelle Belästigung beginnt dort, wo sie von Betroffenen als solche empfunden wird. Wenn eine Umarmung, ein Busserl, eine Scherz oder auch ein Flirt als unangebracht oder unerwünscht erlebt wird, ist es sexuelle Belästigung. Sexuelle Belästigung ist kein Missverständnis, sondern in vielen Fällen handelt es sich um Machtmissbrauch. „Wir wollen Frauen bestärken, dass sie sich wehren. Wir wollen zu mehr Zivilcourage ermutigen. Wir fordern mehr öffentliche Aufklärungsarbeit, und dass angezeigte Taten von ArbeitgeberInnen, von Polizei und Justiz konsequent verfolgt werden.

Bei Verteilaktionen der Grünen in den Bezirken gibt es Postkarten mit Infos über sexuelle Belästigung und Notfallnummern.

Hass im Netz

Bei der Umsetzung eines Lebens frei von Gewalt gibt es zahlreiche Hürden. Gerade bei Hass im Netz, der sich meist gezielt und besonders brutal gegen Frauen richtet, gibt es wenig Handlungsspielraum: Huemer: "Es ist ein Armutszeugnis, wie mehr als 100 Jahre nach der Einführung des Wahlrechts für Frauen in Österreich, das Recht auf freie Meinungsäußerung durch gezielt gesteuerte Hassmeldungen wieder unterminiert wird. Frauen, die sich rechtlich dagegen wehren, sind einem unverhältnismäßig hohen Prozesskostenrisiko ausgesetzt." Alarmiert zeigt sich Huemer auch darüber, dass das Vergewaltigungsspiel „Rape Day“ nicht unverzüglich, so wie in Deutschland, auch hierzulande verboten wurde. Huemer: „Spieleplattformen müssen von der Politik in die Verantwortung genommen werden, wenn das Selbstregulativ versagt.“

Häusliche Gewalt

Bei häuslicher Gewalt und Beziehungstaten dreht sich die Gewaltspirale leider schnell weiter. In einmaliger Art und Weise kam es zu einer Reihe von Delikten seit Jahresbeginn. Diese Frauen sind häufig einer Vielzahl von Gewaltformen, physischer und psychischer Natur ausgesetzt, bis zu einer dramatischen Eskalation mit Mord und Totschlag kommt. "Seitens der Bundesregierung vermisse ich das klare Commitment, Gewaltschutzeinrichtungen ausreichend zu finanzieren. Aber auch Täterarbeit und Schulungen von Polizei und Justiz müssen wieder in den Fokus gerückt werden," so Huemer.

Reproduktive Gesundheit

Die reproduktive Gesundheit von Frauen wird zunehmend zum politischen Spielball. Mit Rückendeckung wichtiger Proponenten der Bundesregierung wird schleichend versucht, die Selbstbestimmung von Frauen abzuschaffen. Huemer: "Keine Frau darf durch die politische Macht mancher Männer dazu gezwungen werden, eine Schwangerschaft auszutragen. Es ist eine der extremsten Formen von struktureller Gewalt, hier gegen die Gesundheit und Selbstbestimmung von Frauen vorzugehen."

Weitere Grüne Termine zum Internationalen Frauentag:

Anlässlich des Frauentages gibt es in vielen Bezirken Straßen- und Verteilaktionen, die Grünen Ottakring veranstalten am Abend des Frauentages ihr alljährliches Frauenfest ab 20:00 im fanialive, Stadtbahnbogen 22, und die Grünen Leopoldstadt ehren am Freitag um 19:00 im ehemaligen Haus der Begegnung am Praterstern, die Frau des Jahres 2019: Angelika Stuchlik ist die Obfrau des Vereins „Ich bin Aktiv – Lebensgestaltung für Menschen mit Behinderung“.

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