Zentrale Bedeutung der Pathologie in der individualisierten Präzisionsmedizin

Pathologen-Mangel gefährdet moderne Diagnosen und Therapien und bedroht die Versorgung

Wien (OTS) - Nichts geht mehr“, könnte es schon in wenigen Jahren heißen, wenn die Gesundheitspolitik beim Personalmangel in der Pathologie nicht möglichst schnell handelt. „Ohne Pathologie gibt es keine fundierte und – unter dem Megatrend zur Präzisionsmedizin – immer feiner und individueller werdende Diagnose von Krankheiten und auch keine Kontrolle der Wirksamkeit der gewählten Therapie“, so Univ.-Prof. Dr. Martin Klimpfinger (Kaiser Franz-Josef-Spital SMZ Süd, Wien), Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Pathologie und Molekularpathologie (ÖGPath), auf einer Pressekonferenz in Wien.

Die moderne Pathologie wird immer komplexer: Die Begutachtung von Gewebeproben unter dem Mikroskop ist weiterhin die Basis. „Dazu kommen immer mehr spezialisierte molekularbiologische Verfahren wie das Next Generation Sequencing (NGS), das einen neuen Quantensprung in der Entwicklung bringt“, berichtete ÖGPath-Präsidentin Prim. Dr. Christa Freibauer (Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf). „In einem Arbeitsgang können 400 bis 500 Gene untersucht werden.“ Ohne NGS ließen sich zielgerichtete Therapie und Immuntherapie nicht umsetzen.

Doch das gesamte Pathologie-basierte therapeutisch-diagnostische System sei in Österreich in Gefahr. „Ursachen sind die Altersstruktur der heute tätigen Pathologinnen und Pathologen, der unzureichende Nachwuchs sowie die enormen Schwierigkeiten, Ausbildungsstellen zu besetzen“, so Prof. Klimpfinger.

Es gibt heute in Österreich 299 Pathologen, die das Fach primär ausüben. „In 10 Jahren werden 48 Prozent aller heute in Österreich aktiven Pathologen das Pensionsantrittsalter erreicht haben“, berichtete Dr. Peter Niedermoser, Pathologe und Präsident der Oberösterreichischen Ärztekammer. „Diese Abgänge können aber nicht mit jungen Pathologinnen und Pathologen aufgefangen werden, weil der zahlenmäßige Nachwuchs nicht vorhanden ist. Schon heute ist es nicht möglich, in den Spitälern die genehmigten Ausbildungsstellen zu besetzen.“

Von den derzeit in Österreich 144 genehmigte Ausbildungsstellen konnten nur 37 besetzt werden. Im Burgenland wurde von 3 bewilligten Ausbildungsstellen keine einzige besetzt, in Kärnten war das Verhältnis 6 zu 0, in Niederösterreich 15 zu 6, in Oberösterreich 17 zu 6, in Salzburg 6 zu 3, in der Steiermark 36 zu 8, in Tirol 6 zu 0, in Vorarlberg 4 zu 2, und in Wien konnten von 51 genehmigten Ausbildungsstellen nur 12 besetzt werden.

Die ÖGPath präsentierte einen Maßnahmen- und Forderungskatalog, um dem Problem des Pathologenmangels entgegenzusteuern.

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