- 05.03.2019, 19:45:55
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Oö. Volksblatt: "Kritik unausgegoren" (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 6. März 2019
Utl.: Ausgabe vom 6. März 2019 =
Linz (OTS) - Die Regierung wird also nun den Ethikunterricht ab der
9. Schulstufe zum Pflichtfach machen, wenn man ansonsten keinen
Religionsunterricht besucht – quasi als Alternative zum Kaffeehaus.
Die Idee ist nicht neu und es hat sich auch in Schulversuchen in der
Praxis bewährt. Trotzdem entzündet sich nun auch daran Kritik. Da
wird erstens bemängelt, dass nicht schon in der Unterstufe oder der
Volksschule mit dem Ethikunterricht begonnen wird. Dies hat aber auch
praktische Gründe: Denn man würde auf einen Schlag noch mehr Lehrer
brauchen und zumindest bisher wurde das Problem mit 15 richtig
virulent. Aber selbstverständlich könnte in einem zweiten Schritt die
Ethikpflicht erweitert werden ... aber man stolpert meist, wenn man
zwei Schritte auf einmal machen möchte.
Der zweite Kritikpunkt ist, dass es eigentlich den Ethikunterricht
statt des Religionsunterricht geben sollte. Wobei die vorgeschlagenen
Ideen – egal ob das „Fächer-Modell“ der IV oder auch der „neutrale
Ethikunterricht“ à la Wiener SPÖ – in keinster Weise soweit
ausgereift sind, dass sie mit Herbst 2020 umgesetzt werden könnten.
Man wird nun sehen, wie sich Nebeneinanderbestehen von Ethik- und den
verschiedenen Religionsunterrichten bewährt. Sollte es sich nicht
bewähren, muss man sowieso Konsequenzen ziehen.
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