• 04.03.2019, 10:40:08
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  • OTS0068

ÖAMTC: Umweltzone, Citymaut & Co. – Zufahrtsbeschränkungen in Europas Städten (+ Foto, + Grafik)

2019 wird noch strenger – rechtzeitig informieren, teils lange Vorlaufzeit

Utl.: 2019 wird noch strenger – rechtzeitig informieren, teils lange
Vorlaufzeit =

Wien (OTS) - Mit dem Ziel, die Luftqualität zu verbessern, führen
europäische Städte immer öfter Zufahrtsbeschränkungen für Pkw ein
bzw. schließen einige Fahrzeuge komplett aus. Je nach Reiseziel
müssen Autolenker entweder rechtzeitig eine Klebe-Plakette besorgen,
sich online registrieren oder vor Ort Citymaut zahlen. Im schlimmsten
Fall wird die Einfahrt sogar verweigert – derzeit sind vor allem
ältere Dieselfahrzeuge der Abgasklassen Euro 0 bis 3 von Fahrverboten
betroffen. Für Euro 4 gibt es nur in Stuttgart ein Fahrverbot. Wer
ein Fahrzeug der Klasse Euro 4, 5 oder 6 lenkt, hat zwar sonst keine
Fahrverbote zu befürchten, muss aber ebenfalls die Vorschriften
beachten. "In jedem Fall sollte man die Reise gut planen und sich
rechtzeitig informieren, sonst drohen hohe Strafen", sagt
ÖAMTC-Touristikerin Dagmar Riedl. Ob auf der gewünschten Strecke eine
Zufahrtsbeschränkung liegt, weiß der Routenplaner des Mobilitätsclubs
(www.oeamtc.at/routenplaner). Die wichtigsten Regelungen im
Überblick:

* Frankreich: Für die Einfahrt in eine französische Umweltzone ist
generell eine Umweltplakette ("Vignette Crit' Air") erforderlich.
Diese ist nur online erhältlich und kostet 4,21 Euro inklusive
Versand. Achtung: Da es keine anderen Verkaufsstellen gibt, sollte
man sie mehrere Wochen vorab ordern. Hinweis für Paris-Reisende: Die
Umweltzone wird ab Juli 2019 deutlich erweitert und umfasst dann den
gesamten Großraum Paris, begrenzt vom äußeren Autobahnring A86. Ein
Einfahrverbot gilt dann für alle Dieselfahrzeuge, die vor 2001
zugelassen wurden. Bei Einfahrt ohne Plakette drohen Strafen zwischen
68 und 375 Euro.

* Deutschland: In über 50 deutschen Städten gibt es Umweltzonen mit
Plakettenpflicht und zusätzliche Dieselfahrverbote. Die für die
Einfahrt benötigten Umweltplaketten kann man vorab an den ÖAMTC
Stützpunkten kaufen. "Wer ein Dieselfahrzeug lenkt, sollte wissen:
Seit 1. Jänner gilt im Stadtgebiet Stuttgarts ein Fahrverbot für
Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 0 bis 4", weiß Riedl. "2019 treten
weitere Dieselfahrverbote in Kraft, darunter Köln und Berlin." Wird
man ohne Plakette bzw. mit unzulässiger Abgasklasse erwischt, werden
80 Euro Strafe fällig.

* Großbritannien: Am 8. April tritt in Londons Innenstadt die neue
"Ultra Low Emission Zone" in Kraft. Ältere Fahrzeuge müssen dann eine
Tagesgebühr in Höhe von 12,50 Pfund zahlen – zusätzlich zur
bestehenden City Maut. Betroffen sind Benzinfahrzeuge mit den
Abgasnormen Euro 0 bis 3 sowie Dieselfahrzeuge bis Euro 5. Die neue
Zone gilt ganzjährig, rund um die Uhr. Strafen bis 580 Euro sind
möglich.

* Belgien: Auch das Stadtgebiet Brüssels ist eine Umweltzone – die
Einfahrt ist nur nach vorheriger Online-Registrierung erlaubt.
"Außerdem gilt ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge der
Euro-Abgasnormen 0, 1 und 2", sagt die ÖAMTC-Expertin. Der
Strafrahmen liegt zwischen 150 und 350 Euro.

* Italien: Für die Einfahrt ins Stadtgebiet von Mailand, Bologna und
Palermo ist eine City Maut zu entrichten. Ein Tagesticket kostet in
Mailand und Palermo fünf Euro, in Bologna sechs Euro. Sonderfall
Mailand: Hier wurde am 25. Februar die bisherige Zufahrtsbeschränkung
auf das gesamte Stadtgebiet erweitert und es dürfen keine
Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 0 bis 3 und Benziner mit Euro 0
einfahren. In vielen historischen Stadtzentren Italiens gibt es
außerdem verkehrsberuhigte Zonen, sogenannte "Zona traffico limitato"
(ZTL). Für die Einfahrt benötigt man im Vorfeld eine
Sondergenehmigung (z.B. über das Hotel). Unerlaubtes Einfahren kostet
mindestens 80 Euro Strafe.

* Skandinavien: Eine City Maut gibt es auch in einigen Städten
Norwegens sowie in den schwedischen Städten Göteborg und Stockholm.
"In beiden Ländern wird bei der Einfahrt in die Umweltzone das
Kennzeichen elektronisch an einer Mautstation erfasst – die Rechnung
erhält der Fahrzeughalter per Post", so Riedl.

Generell gilt: "Bei der Einfahrt in die Stadtzentren sollte man
auf Hinweisschilder achten. Im Zweifelsfall parkt man lieber
außerhalb und fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum",
empfiehlt die Expertin. "Und wer ein Mietauto leihen möchte, sollte
sich vorher beim Vermieter erkundigen, ob eine Zufahrtsberechtigung
besteht. Strafen werden sonst direkt von der Kreditkarte abgebucht."

ÖAMTC fordert Vereinfachung, europaweite Datenbank und
Abgasklasse in A-Zulassungsscheinen

Bei den Regelungen der Umweltzonen und Fahrverbote in Europas
Städten kommt es laufend zu Neuerungen. Für Reisende wird es immer
schwieriger. Der Mobilitätsclub sieht die Städte in der Pflicht, die
Bestimmungen einfacher und praktikabler zu gestalten und diese in
einer gemeinsamen europäischen Datenbank zu sammeln. Außerdem sollte
in Österreich die Eintragung der Euro-Abgasklasse bei der
Neuausstellung von Zulassungsscheinen zum Standard werden.

Alle Infos hat der Mobilitätsclub unter www.oeamtc.at/umweltzonen
gesammelt.

Aviso an die Redaktionen: Eine Grafik und ein Foto zu dieser
Aussendung sind unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

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