• 20.02.2019, 19:42:59
  • /
  • OTS0188

Oö. Volksblatt: "Porzellan zerschlagen" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 21. Februar 2019

Utl.: Ausgabe vom 21. Februar 2019 =

Linz (OTS) - Man kann die Sache natürlich so einfach gestrickt
anlegen wie SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch: „Ein ganzer
gesetzlicher Feiertag für Alle ist die einzig faire Lösung“, sagte er
gestern in Sachen Karfreitags-Regelung. Tatsächlich wäre das dann
eine Lösung, wenn alle österreichischen Arbeitnehmer evangelische
Christen, Altkatholiken oder Methodisten wären — ausschließlich ihnen
nämlich steht der Karfreitag als Feiertag zu.
Auf die Idee, bei Angehörigen dieser Glaubensgemeinschaften religiöse
Gefühle zu verletzen, weil ihr „besonderer“ Tag verallgemeinert
werden soll, kommt Muchitsch gar nicht. Dafür verdeutlicht der
SPÖ-Gewerkschafter sehr exemplarisch, wie wenig es den unzähligen
„Stakeholdern“ in dieser Debatte um die Frage der Religionsausübung
geht. Wenn FPÖ-Minister Norbert Hofer als Protestant meint, es gebe
ja auch die Möglichkeit, einen Abendgottesdienst zu besuchen, dann
könnte man ihm mit den Worten des Generalvikars der Altkatholischen
Kirche, Martin Eisenbraun, antworten: „Das Wesen eines Feiertags ist
ein ganzer Tag zum Feiern. Die Feier geht weit über den
Gottesdienstbesuch hinaus.“
Wenn schon die rechtliche Lösung der Karfreitagsfrage so schwierig
ist, dann sollte wenigstens nicht auch noch in Fragen der
Religionsausübung Porzellan zerschlagen werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel