• 19.02.2019, 12:17:35
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„Galtür – Die Chronik einer Katastrophe“ am 20. Februar in ORF 2

Zum 20. Jahrestag des Lawinenunglücks

Utl.: Zum 20. Jahrestag des Lawinenunglücks =

Wien (OTS) - „Wenn man am Berg oben steht und runterschaut ins Dorf,
dann stellt man fest, wie groß der Berg und wie klein das Dorf ist.
Dann kehrt Demut ein.“ Am 23. Februar 1999 ging im Tiroler Bergdorf
Galtür eine „Jahrhundertlawine“ nieder. Nach tagelangen Schneefällen,
die die sechsfache Schneemenge eines Durchschnittsmonats brachten,
und heftigen Stürmen, die diese Schneemassen verfrachteten, begruben
mehr als 300.000 Tonnen Schnee Teile des beliebten Wintersportorts.
31 Menschen starben in Galtür, sieben weitere Menschen wurden im
benachbarten Weiler Valzur Opfer einer weiteren Lawine. Für 38
Stunden waren Einheimische und Hunderte Gäste im Ort von jeder Hilfe
abgeschnitten, auf sich allein gestellt. Erst spät konnte die größte
Evakuierungsaktion der österreichischen Geschichte gestartet werden.
Militärhelikopter aus fünf Nationen brachten die Gäste in 3.000
Flügen aus dem Paznauntal.

Die ORF-Dokumentation aus dem Jahr 2009 von Claudia Ernstreiter,
Gerhard Jelinek und Peter Liska zeigt am Mittwoch, dem 20. Februar,
um 22.30 Uhr in ORF 2 ein dramatisches Protokoll dieser Tage. Wie kam
es zur gefährlichen Situation? Und wie erinnern sich Retter und
Angehörige von Opfern an die dramatischen Stunden nach dem 23.
Februar 1999. Gerhard Jelinek hat im Jänner dieses Jahres Galtür
wieder besucht. Die Dorfgemeinschaft hat die Katastrophe bewältigt
und die Erinnerung daran bewahrt. Der heutige und damalige
Bürgermeister Anton Mattle: „Wenn man am Berg oben steht und
runterschaut ins Dorf, dann stellt man fest, wie groß der Berg und
wie klein das Dorf ist. Dann kehrt Demut ein. Aber diese Berge
gehören zu Galtür.“

Nach zwanzig Jahren ist die Katastrophe in Galtür eine ferne
Erinnerung. Die Schäden waren innerhalb weniger Monate behoben. Mit
umfangreichen Investitionen in zusätzliche Lawinenverbauungen am Berg
und der Errichtung einer 340 Meter langen mächtigen Steinmauer sollte
die Gefahr vom Berg ein für alle Mal gebannt werden.
Die starken Schneefälle im Jänner dieses Jahres und die
Straßensperren ließen Erinnerungen an die Ereignisse vor zwanzig
Jahren aufkommen. Doch der heurige Winter ist mit dem Februar 1999
absolut nicht vergleichbar.
Diese kleine Gemeinde im Paznauntal am Fuße des Silvretta-Massivs
galt als sicher, Bebauungspläne waren ausgearbeitet worden, die
möglichen Lawinenabgänge waren in allen wissenschaftlichen
Berechnungen als ungefährlich eingestuft worden. Und dennoch schlug
der Weiße Tod zu. Die Lawine von Galtür führte zu umfangreichen neuen
Forschungen über die Entwicklung und Wirkung von Lawinen.

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