Preiner: Panik der ÖVP vor dem Wolf ist verzichtbar

Wolfsmanagement, Herdenschutzoffensive und angemessenen Entschädigungszahlungen sind notwendig

Wien (OTS/SK) - „Einerseits ist der Wolf ein EU-rechtlich streng geschütztes Wildtier, andererseits müssen wir unsere Berg- und Almwirtschaft schützen. Die wachsende Population von Wölfen bei uns und in unseren Nachbarländern lässt den Ruf der Landwirte nach Schutzmaßnahmen und Entschädigungsregelungen laut werden“, so SPÖ-Bereichssprecher für Landwirtschaft und ländlichen Raum Erwin Preiner. ****

„Von 280.000 Schafen in Österreich, verendeten 10.000 Tiere an Blitzschlag, Krankheit und Unfällen – laut WWF wurden aber nur 21 Schafe vom Wolf gerissen“, sagt Preiner. „Für diese Fälle muss Vorsorge getroffen werden, Panik und Angstmache sind aber nicht angebracht. Der ‚böse Wolf‘ als ÖVP EU-Wahlkampfthema ist verzichtbar“, so Preiner.

Durch Österreich ziehende einzelne Wölfe sieht Preiner als eine Herausforderung, die unter anderem durch den Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen oder einen Vorrat an Zäunen als mobilen Herdenschutz für Notfälle bewältigt werden kann. Dafür brauche es neben Elektrozäunen, einem modernen Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte auch finanzielle Entschädigungen im Falle eines Verlusts von Nutztieren, so der SPÖ-Landwirtschaftssprecher.

„Es muss das Ziel sein, die FFH-Richtlinie und den EU-rechtlich verankerten Schutz des Wolfes zu gewährleisten und ein möglichst konfliktfreies Miteinander zu unterstützen. Laut EU-Kommission stehen im nächsten Finanzrahmen Fördermittel in Millionenhöhe für den Natur-und Artenschutz bereit. Hier sind die Landwirtschaftsministerin und der Bauernbund gefordert, diese Mittel auch für Herdenschutzmaßnahmen abzurufen“, so der SPÖ-Abgeordnete.

„Die aktuelle Diskussion zeigt wieder einmal die mangelnde Vorbereitung der Nachhaltigkeitsministerin bei aktuellen Themen auf. Die Verbreitung der Population der Wölfe in Österreich war schließlich absehbar, da der Wolf weder vor Landes- noch Staatsgrenzen Halt macht“, betonte der SPÖ-Agrarsprecher.

Eine Maßnahme wie die Errichtung eines „Österreichzentrums Wolf, Luchs, Bär“ durch das Nachhaltigkeitsministerium ist prinzipiell zu begrüßen, kommt aber wieder einmal zu spät. „Auch die nachhaltige Finanzierung solcher Maßnahmen muss seitens der Landwirtschaftsministerin gesichert sein. Mittel stehen im EU-Programm für die ländliche Entwicklung zur Verfügung. Im Landwirtschaftsausschuss werden wir uns dem Thema Wolf in nächster Zeit ausführlich widmen“, so Preiner abschließend. (Schluss) ls/rm/mp

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