UGöD zu Uni-Kollektivvertrag: „Wo Licht ist, ist auch Schatten!“

Besserer Abschluss als Jahre zuvor – untere Einkommensgruppen haben sich allerdings mehr verdient!

Wien (OTS) - Die Rektorenkonferenz der 21 österreichischen Universitäten hat bei ihrer Sitzung am 05. Februar 2019, die von Dachverband und Gewerkschaft ausverhandelte Gehaltserhöhung für das Universitätspersonal abgesegnet. Die Gehälter steigen um 2,5 %, mindestens um € 60,-, maximal um € 130,- brutto.

UGÖD-Vorsitzender Manfred Walter, selbst Betriebsrat an der Johannes Kepler Universität, sieht den Abschluss zwiespältig: „Wir hatten in den letzten Jahren schon schlechtere Abschlüsse. Für die unteren Gehaltsstufen bedeutet die heurige Erhöhung jedoch auch weiterhin einen Kaufkraftverlust in Bezug auf den Warenkorb des täglichen Bedarfs!“

Die Preise für Mieten, Energie und Lebensmittel stiegen im Vergleich zur herangezogenen Inflationsrate stärker an, was vor allem GeringverdienerInnen trifft: „Und das sind – auch im Universitätsbereich – vor allem wieder einmal Frauen.“
Walter weiter: „Die RektorInnen wollten ursprünglich nur die Inflationsrate abgelten, was für die VerhandlerInnen der Gewerkschaft absolut untragbar war. Wobei die Situation hier ähnlich paradox ist wie in der Sozialwirtschaft – verhandelt wird im universitären Bildungsbereich ebenfalls über Gelder, die von dritter Stelle zugeteilt werden.“

Durch die anhaltend gute Konjunktur fließen vor allem Steuern aus Arbeit in die Staatskasse. Zurückgehende Arbeitslosenzahlen und die anhaltend gute wirtschaftliche Lage würden mehr Umverteilung zu den Beschäftigten durchaus rechtfertigen.

Zwt.: UGöD solidarisieren sich mit Beschäftigten der Sozialwirtschaft

Daher ist es für die unabhängigen GewerkschafterInnen auch unverständlich, warum den KollegInnen aus der Sozialwirtschaft bei alle den extremen Belastungen, mit denen ihre Arbeit verbunden ist, keine angemessen höheren Einkommen seitens Arbeitgeber und öffentlicher Fördergeber zugebilligt werden. „Die Pflege- und soziale Dienste, die überwiegend von Frauen geleistet werden, verdienen eine entsprechende finanzielle Anerkennung und bessere Arbeitsbedingung und keine Abschiebung in die unbezahlte, private Pflege – auf Kosten der weiblichen Familienangehörigen.“ UGÖD-Vorsitzende Beate Neunteufel-Zechner: „Bundesregierung und öffentliche Hand erschweren, ja verunmöglichen es mit ihrer Politik der knappen Kassen, den im Sozialbereich beschäftigten Frauen durch eigene Erwerbsarbeit ihre Existenz zu sichern.“

„Wir Unabhängigen GewerkschafterInnen unterstützen daher die Arbeitskämpfe in der Sozialwirtschaft gegen weitere Kaufkraftverluste und solidarisieren uns ebenso mit der Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung,“ schließt Neunteufel-Zechner.

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