• 05.02.2019, 09:00:01
  • /
  • OTS0020

Beratung zum Rauch- und Alkoholverzicht in der Schwangerschaft: Neue Leitfäden zeigen wie das Gespräch gelingt

Wien (OTS) - Rauchverhalten und Alkoholkonsum sollen im Rahmen der
Mutter-Kind-Pass-Untersuchung bei jeder Schwangeren abgefragt werden.
Ärztinnen bzw. Ärzte und Hebammen haben oft zu wenig Zeit, um sich
jeder einzelnen Schwangeren ausführlich widmen zu können. Auch
bestehen bisweilen Hemmungen, das Thema anzusprechen. In manchen
Fällen fehlt das Wissen zum aktuellen Stand der Forschung. Fazit:
Viele Schwangere sind über die Folgen des Zigaretten- und
Alkoholkonsums oft nicht oder nur unzureichend informiert.
Schätzungen gehen davon aus, dass jede fünfte Schwangere raucht
und/oder gelegentlich Alkohol trinkt. Die Stadt Wien hat sich mit den
Wiener Gesundheitszielen vorgenommen, diese Zahl massiv zu senken.

Kompletter Verzicht lautet die einzig richtige Empfehlung

„Das Thema im Rahmen der Anamnese wertfrei und offen anzusprechen,
ist Ziel der neuen Gesprächsleitfäden zur Beratung schwangerer Frauen
beim Rauch- und Alkoholverzicht.“, sagt Kristina Hametner, Leiterin
des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele. Die Leitfäden
geben Anregungen für einen Gesprächseinstieg. Je nach Antwort der
Schwangeren werden unterschiedliche Gesprächsverläufe beschrieben,
sodass das Gesundheitspersonal gut auf die Situation eingehen kann.
Ziel ist, dass Schwangeren der völlige Verzicht auf Alkohol und
Zigaretten empfohlen wird. „Der Mythos, dass ein gelegentliches Glas
Alkohol oder einige wenige Zigaretten täglich dem Ungeborenen nicht
schaden, hält sich leider auch beim Gesundheitspersonal. Es ist
wissenschaftlich unmöglich, eine garantiert risikofreie Konsummenge
zu definieren. Der komplette Verzicht ist daher die einzig richtige
Empfehlung.“, führt Hametner aus.

Unterstützung durch das Rauchfrei Telefon und das Regionale
Kompetenzzentrum

Die Gesprächsleitfäden richten sich an alle Berufsgruppen, die
regelmäßig mit Schwangeren in Kontakt sind. Neben Gynäkologinnen bzw.
Gynäkologen und Hebammen sind auch Sprechstundenhilfen in den
Ordinationen und das Pflegepersonal in den Spitälern Ansprechpersonen
für schwangere Frauen. Die Entwöhnung von Alkohol und Zigaretten zu
begleiten braucht Zeit und kann nicht in ärztlichen
Beratungsgesprächen abgedeckt werden. Kompetente Unterstützung bieten
das Rauchfrei Telefon und das Regionale Kompetenzzentrum.

„Wir laden die Ärztinnen und Ärzte ein, ihre Patientinnen an uns zu
vermitteln.“, informiert Sophie Meingassner, Leiterin vom Rauchfrei
Telefon. Frauen, die den Verzicht auf Alkohol alleine nicht schaffen,
finden beim Regionalen Kompetenzzentrum Unterstützung.

Die Gesprächsleitfäden wurden vom Wiener Büro für Frauengesundheit
und Gesundheitsziele in Kooperation mit einem interdisziplinär
besetzten Fachbeirat im Konsens mit der Wiener Ärztekammer erstellt:
Vertreten waren das Rauchfrei Telefon, Anton-Proksch-Institut, Sucht-
und Drogenorganisation, MA 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien,
Frauengesundheitszentrum FEM Süd.

Die Gesprächsleitfäden stehen auf der Webseite des Wiener Programms
für Frauengesundheit als Download zur Verfügung:
http://www.frauengesundheit.wien.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel