Windkraftausbau in Wäldern - ein NO-GO aus Naturschutzgründen!

Fragwürdige Verfahren sollen den Weg für den Ausbau in Waldviertler Wäldern ebnen.

Waldviertel (OTS) - Acht Bürgerinitiativen aus dem Waldviertel wenden sich in einem dringenden Appell an Frau Umweltministerin Elisabeth Köstinger, die heimischen Wälder nicht für die Errichtung von Windindustrieanlagen zu opfern. Der Ausbau Erneuerbarer Energie sollte vorrangig dem Schutz der Natur dienen, anstatt sie zu zerstören.

Gefährdung geschützter Tierarten

Die im niederösterreichischen Waldviertel geplanten Windparks befinden sich fast ausschließlich in Waldstandorten, die zahlreiche seltene Tierarten beherbergen und zu deren Schutz sich Österreich in mehreren internationalen Abkommen verpflichtet hat. Alleine aus Gründen des Natur- und Artenschutzes dürfte im Waldviertel kein einziges Windparkprojekt realisiert werden. Dass die Genehmigungsverfahren dennoch vorangetrieben werden, indem die Vorkommen streng geschützter Arten von den Gutachtern der Windkraftfirmen negiert, bzw. die Auswirkungen bagatellisiert werden, ist ein umweltpolitischer Skandal. Die hier praktizierte Vorgehensweise ist strikt abzulehnen und darf nicht auch noch durch gesicherte oder gar erhöhte Förderzusagen belohnt werden.

Nicht nur die hohe Biodiversität ist ein Ausschließungsgrund: Wälder sind in der Lage der Atmosphäre Kohlenstoff zu entziehen und zu speichern, weshalb sie einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Die Störung des Wasserhaushalts durch die Errichtung der Betonfundamente und die Verlegung der Erdkabel würde die Austrocknung der Waldböden verstärken, den Hochwasserrückhalt vermindern und die Ausweitung des Borkenkäferbefalls begünstigen. Mit der Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden, verursacht durch schadhafte Anlagen oder Blitzschläge.

Uneffizienter Standort - hohe Kosten

Auch die ökonomische Sinnhaftigkeit scheint bei den geplanten Projekten fragwürdig: Die Standorte im Waldviertel befinden sich allesamt in windschwachen Regionen – im Falle einer höheren Förderungen für unrentable Standorte würde dies einer Verschwendung öffentlicher Gelder gleichkommen. Durch das Ersetzen veralteter Windkraftanlagen durch neue leistungsstarke Anlagen (Repowering) in windstarken Gebieten könnte ein Vielfaches der Strommenge mit weitaus geringerem finanziellem Aufwand erzeugt werden.

Forderungen der IG Waldviertel

In Anbetracht der zahlreichen negativen Auswirkungen des Windkraftausbaus in Wäldern fordert die IG Waldviertel einen sofortigen Ausbau-Stop in diesen naturräumlich problematischen Standorten. Wälder müssen aus Gründen des Artenschutzes, aber auch aufgrund ihrer klimaschützenden und -regulierenden Funktion, von der windindustriellen Nutzung ausgenommen werden. Wäldern leisten als Ressource von Biomasse ohnehin einen wichtigen Beitrag für die Produktion erneuerbarer Energien.

Weiters fordert die IG Waldviertel eine umfassende Überprüfung der Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit der durch das Ökostromgesetz geförderten Maßnahmen durch den Rechnungshof, ein „Climate-Proofing“ im Sinne einer laufenden Überprüfung der Wirksamkeit der geförderten Maßnahmen gegen den Klimawandel, und eine umfassende Studie zur Evaluierung der Repowering-Potentiale. „Die Ziele der Regierung, bis 2030 bilanziell 100% erneuerbaren Strom zu erzeugen, können auch durch sukzessives Repowering günstiger und umweltfreundlicher erreicht werden“, meint Jimmy Moser, Obmann der IG Waldviertel, dem Dachverband der Waldviertler Bürgerinitiativen.

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IG Waldviertel, Dachverband der Waldviertler Bürgerinitiativen
+43 664 1122122
office@igwaldviertel.at
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