• 28.01.2019, 10:55:39
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„kreuz und quer“ über „Mein Outing – Muslim und homosexuell“ und „Die unheilige Familie – Sekte der geraubten Kinder“

Am 29. Jänner ab 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 29. Jänner ab 22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Abdel Aziz Mahmoud ist dänischer Fernsehmoderator mit
arabischen Wurzeln, der sich als gläubiger liberaler Muslim
bezeichnet. Und er ist homosexuell. Homosexualität gilt im Islam als
Sünde, und so wagte es Abdel Aziz Mahmoud lange Zeit nicht, seine
sexuelle Orientierung offen zu zeigen. Wie er sich schließlich doch
zu einem Outing vor seiner Familie und auch vor der dänischen
Öffentlichkeit durchgerungen hat, zeigt die „kreuz und
quer“-Dokumentation „Mein Outing – Muslim und homosexuell“, die Abdel
Aziz Mahmoud gemeinsam mit Kenneth Laugaard gestaltet hat, am
Dienstag, dem 29. Jänner 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2.

Die charismatische Anne Hamilton-Byrne wird 1963 zur Sektengründerin.
Bis in die 1990er Jahre hinein ist „Die Familie“ – so der Name des
von ihr geführten New-Age-Kultes – in Australien aktiv. Erst eine
Hausdurchsuchung in einem Domizil der Sekte bringt ab 1987 die
skandalösen Praktiken ans Licht, mit denen zahlreiche Kinder in die
Fänge der Sekte gelangten. Die Kinder wurden von ihren Betreuerinnen
geschlagen, mussten immer wieder hungern, wurden unter Drogen
gesetzt. Doch nicht nur die Geschehnisse von damals stehen im Fokus
der Dokumentation „Die unheilige Familie – Sekte der geraubten
Kinder“ von Rosie Jones (23.25 Uhr), es geht auch um die Frage, wie
die Sekte so lange unbehelligt bleiben konnte.

„Mein Outing – Muslim und homosexuell“ – Ein Film von Abdel Aziz
Mahmoud mit Kenneth Laugaard

Seinen Eltern und Geschwistern gegenüber hat sich Abdel Aziz Mahmoud
bereits vor einiger Zeit als homosexuell geoutet. Nun möchte Abdel
einen Schritt weiter gehen und seine sexuelle Orientierung auch
öffentlich eingestehen. Outen möchte er sich in einer TV-Produktion
des dänischen Fernsehens, in der Serie „Die Familie von Lærkevej“ –
einer sechsteiligen Familienchronik, die Einblick in das Leben einer
modernen dänischen Familie mit Migrationshintergrund – seiner Familie
– gibt. Doch bevor er diesen Schritt wagt, möchte er Näheres über die
Haltung des Islam zu gleichgeschlechtlicher Liebe erfahren.

Und so fragt er einige dänische Imame, ob man gleichzeitig Muslim und
homosexuell sein kann. Die häufigste Reaktion ist: Nein,
Homosexualität sei eine schwere Sünde im Islam. Dabei beziehen sie
sich auf jene Stelle im Koran, die von der Vernichtung der sündigen
Bewohner von Sodom und Gomorra wegen ihrer Homosexualität berichtet.
Als sich Abdel Aziz Mahmoud selbst als schwul outet, reagieren die
Imame etwas weniger radikal. Zwei der Befragten meinen, die Neigung
an sich sei keine Sünde, erst wenn gleichgeschlechtliche Sexualakte
praktiziert werden, dann sei es schwere Sünde.

Nach diesen Gesprächen outet sich Abdel Aziz Mahmoud tatsächlich im
Fernsehen. In der Folge erhält er unzählige Botschaften in den
sozialen Medien, die meisten recht positiv. Einige davon sind
allerdings überaus aggressiv: „Du ekelhafte Schwuchtel“, „Du
Mistkerl!“, „Du bringst Schande über deine Familie“. Ein Poster
namens Ali Sheik beruft sich sogar auf Allah: „Allah hat befohlen,
solche Männer von einem hohen Turm zu stoßen und sie beim
Hinunterfallen zu steinigen.“

Abdel Aziz Mahmoud versucht, einige dieser Schwulen-Hasser zu
kontaktieren. Die meisten verweigern jedoch den Kontakt, bis auf Ali
Sheik. Sogar vor laufender Kamera bekräftigt er seine tiefe Abscheu
vor homosexuellen Muslimen. Dennoch findet Abdel Aziz Mahmoud nach
der hitzigen Diskussion, dass ihm Ali Sheik zumindest einen Hauch von
Sympathie entgegengebracht habe.
Sein Fazit nach dieser Auseinandersetzung über Homosexualität und
Islam: Es sei wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, dann werde
sich vielleicht in Zukunft die Einstellung der Muslime zu Menschen
mit anderer sexueller Orientierung verändern.

„Die unheilige Familie – Sekte der geraubten Kinder“ – Ein Film von
Rosie Jones

August 1987 – um 6.00 Uhr morgens durchsuchen Polizei und
Sozialdienste ein einsam gelegenes Haus am Lake Eildon im
australischen Bundesstaat Victoria. Es ist das Domizil einer Sekte,
die unter dem Namen „Die Familie“ bekannt und zu diesem Zeitpunkt
bereits seit fast 25 Jahren aktiv ist. Mehrere Kinder werden im Zuge
der Hausdurchsuchung in Gewahrsam genommen. Das Bild, das sich im
Zuge der anschließenden Ermittlungen langsam herauskristallisiert,
ist erschreckend: Mindestens 28 Kinder gerieten im Laufe der Jahre
durch ominöse und illegale Praktiken in die Fänge der Sekte und
wurden von ihren Betreuerinnen geschlagen, mussten immer wieder
hungern, wurden unter Drogen wie LSD gesetzt.

Gegründet wird „Die Familie“ bereits 1963 von der charismatischen
Anne Hamilton-Byrne. Gemeinsam mit dem Physiker Raynor Johnson
startet sie den New-Age-Kult, der einen Mix aus christlichen und
fernöstlichen Inhalten lehrt, garniert mit einigen apokalyptischen
Science-Fiction-Elementen: Anne Hamilton-Byrne wird als weibliche
Reinkarnation von Jesus Christus verehrt. Die Kinder werden
regelrecht zusammengesammelt, um als möglichst homogene Gruppe
vermeintlicher „Geschwister“ und fern von anderen Menschen unter der
Kontrolle der Sekte aufzuwachsen. Die Mädchen und Buben gelangen etwa
durch illegale Adoptionen in die Gewalt der Sekte. Am Lake Eildon
werden sie in Erwartung des Weltuntergangs mit strikter Disziplin
erzogen. Denn sie sollen rechtzeitig in Raumschiffen die Erde
verlassen, um danach zurückzukehren und das, was von der Menschheit
übrig ist, neu zu unterweisen.

Dabei besteht das Klientel der Sekte überwiegend aus hochgebildeten
Leuten. Sie alle geraten in den Bann von Sektengründerin
Hamilton-Byrne, heiraten etwa auf ihre Anweisung hin ihnen nahezu
fremde Menschen, überschreiben ihr Eigentum und geben häufig auch
ihre Kinder in die Obhut der Sekte. Barbara Kibby etwa wurde als
junge Frau rekrutiert. Auf der Suche nach einer „Mutterfigur“ wird
sie fündig bei der Sektengründerin. Psychisch unter Druck gesetzt
versinkt sie in Depressionen und überlässt Anne Hamilton-Byrne für
längere Zeit ihre beiden kleinen Söhne. Mit „katastrophalen Folgen“,
wie sie in der Dokumentation erzählt.

Lex de Man ist als polizeilicher Ermittlungsbeamter und späterer
Leiter einer Sonderkommission jahrelang auf den Spuren der Sekte. Er
sammelt Beweise gegen Anne Hamilton-Byrne und ihre Helfer und
bereitet akribisch eine mögliche Anklage vor. Seine Ermittlungsarbeit
wird anhand von Archivmaterial nacherzählt und bildet den Rahmen für
die beklemmende Dokumentation. Alte Tonbandaufnahmen, filmisches
Archivmaterial und viele Gespräche mit ehemaligen Mitgliedern,
Ermittlungsbeamten und auch Kindern der Sekte geben Einblick in die
abgeschottete Welt der „Familie“. Doch nicht nur die Geschehnisse von
damals stehen im Fokus, es geht auch um die Frage, wie die Sekte so
lange unbehelligt bleiben konnte.

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