- 18.01.2019, 13:41:00
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„kulturMontag“ über Villazóns Mozartwoche, Yuja Wangs High-Heel-Klassik, Rumäniens Kulturpolitik
Außerdem: Doku „Papagenos tausend Kinder“ über österreichische Musikerziehung in Chile
Utl.: Außerdem: Doku „Papagenos tausend Kinder“ über österreichische
Musikerziehung in Chile =
Wien (OTS) - Clarissa Stadler präsentiert am 21. Jänner 2019 um 22.30
Uhr in ORF 2 einen abwechslungsreichen „kulturMontag“, der sich mit
Rolando Villazóns Premiere als neuer Intendant der Salzburger
Mozartwoche ebenso befasst wie mit Yuja Wang, dem High-Heel-Star
unter den international erfolgreichen Pianistinnen, oder mit der
Regierungskritik Kulturschaffender in Rumänien, das seit 1. Jänner
den EU-Ratsvorsitz innehat. Anschließend an das Magazin steht die
Dokumentation „Papagenos tausend Kinder“ (23.30 Uhr) auf dem
Programm, in der der ehemalige österreichische Opernsänger Christian
Boesch zeigt, wie sich mit Musikerziehung in Chile die Welt zum
Besseren verändern lässt.
Kulturkampf im EU-Vorsitzland Rumänien – Kritik an der Regierung wird
laut
Am 1. Jänner 2019 hat Rumänien die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.
Eigentlich müssten die rumänischen Kulturschaffenden, die als
flammende Europäer gelten, jubeln. Doch im Land am Schwarzen Meer
tobt ein Kulturkampf gegen die Regierung unter Ministerpräsidentin
Vasilica Viorica Dăncilă, der Misswirtschaft und Korruption
vorgeworfen wird. Regierungskritische Künstler/innen erheben den
Vorwurf, nicht berücksichtigt oder totgeschwiegen zu werden. Jetzt
sollen auch noch die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung gelockert und
das Justizsystem umgebaut werden. Mehr als 80.000 Menschen haben
schon vergangenen Sommer auf den Straßen von Bukarest demonstriert –
und auch zum feierlichen Auftakt der EU-Ratspräsidentschaft gingen
Regierungsgegner auf die Straßen. Die rumänisch-schweizerische
Autorin Dana Grigorcea beteiligt sich an der außerparlamentarischen
Oppositionsbewegung Rezist. Kritik an der Kulturpolitik, die Kunst-
und Kulturförderung vermissen lasse, übt auch Schriftsteller,
Bürgerrechtler und Restaurantbesitzer Mircea Dinescu. Eine Reportage
aus Bukarest.
Ein Energiebündel als Mozart-Botschafter – Rolando Villazón als
Neo-Intendant der Mozartwoche
Rolando Villazón, Superstar der Klassik, ist nicht nur als Sänger,
sondern auch als Regisseur auf allen bedeutenden Opernbühnen dieser
Welt höchst erfolgreich unterwegs, schreibt Bestseller und selbst als
„Clinic-Clown“ gibt er ordentlich Gas für den Spaß. Jetzt probiert
sich der mexikanisch-französische Tausendsassa mit Wiener Wurzeln als
Neo-Intendant der Salzburger Mozartwoche. Sein neues Amt tritt er
gewohnt mit jeder Menge Energie an, will er doch ab 24. Jänner mit 60
verschiedenen Veranstaltungen den Beweis antreten, dass sein
Lieblingskomponist lebt! Sei es durch die spektakuläre Inszenierung
samt Luft-Choreografie der katalanischen Theatertruppe La Fura dels
Baus, die Mozarts wenig bekannte Schauspielmusik zu „Thamos, König in
Ägypten“ mit einem modernen Text und Arien verweben. Oder durch eine
außergewöhnliche Ballettgala, die auf Mozarts Liebe zum Tanz Bezug
nimmt. Oder in der eigens für die Mozartwoche konzipierten
Performance der erfolgreichen Jungkabarettistin Lisa Eckhart, die
Mozarts Humor nachspürt. Auch die Tradition und Qualität hält
Villazón mit Orchesterkonzerten und kammermusikalischen Abenden hoch,
u. a. mit Daniel Barenboim, Sir András Schiff, Cecilia Bartoli sowie
den Wiener Philharmonikern. Mit einer großen Portion Leidenschaft und
Liebe will der neue Intendant das Musikfest für den Wunderknaben,
dessen Geburtstag sich am 27. Jänner zum 263. Mal jährt, ausrichten.
Er widmet seinem musikalischen Helden höchstpersönlich mitten in den
Straßen Salzburgs ein heißblütiges Ständchen. Rolando Villazón ist
live zu Gast im Studio.
Auf High Heels gegen den Klassik-Wind – Die ungewöhnliche Yuja Wang
Für Aufsehen in der klassischen Musikszene sorgt derzeit sicher eine
der wichtigsten Pianistinnen ihrer Generation: die 30-jährige
US-Chinesin Yuja Wang. Wenn sie die Konzertbühnen der Welt betritt,
geht erst einmal ein Raunen durch den Konzertsaal. Und das, bevor sie
überhaupt einen Ton gespielt hat. Denn Wang provoziert mit knappen
Designerkleidchen und zwölf Zentimeter hohen High Heels, die – wie
sie sagt – ihr Selbstbewusstsein stärken, so manchen Konzertbesucher.
Sie habe Spaß daran, die oft starren Regeln der Klassik zu brechen.
In den USA ist sie, die mit makelloser Technik und
Interpretationsgabe überzeugt, ein Superstar. Ihre Art des Kleidens
ist dort komplett irrelevant. Doch am wichtigsten Klassikmarkt der
Welt, in Deutschland und Österreich, ist die Extremvirtuosin noch
weit von diesem Status entfernt. Ihr Stil sei zu exhibitionistisch
für so manchen Konzertgast – oder ist das nur ein willkommener
Vorwand dafür, dass man im deutschen Sprachraum asiatischen
Klassikmusikern immer noch nicht den „Tiefgang“ in ihren
Interpretationen zugestehen will? Gibt es so etwas wie einen
institutionellen Rassismus in der Klassikszene? Eine Frage, die der
„kulturMontag“ anlässlich Yuja Wangs Österreich-Konzerte auf den
Grund geht.
Dokumentation „Papagenos tausend Kinder“ (23.30 Uhr)
Mit Musik die Welt verändern – der ehemalige Opernsänger Christian
Boesch glaubt daran. Der Österreicher, bekannt vor allem für die
Partie des Papageno aus der „Zauberflöte“ bei den Salzburger
Festspielen, lebt seit mehr als 20 Jahren in Chile, rund 800
Kilometer südlich von Santiago in der „chilenischen Schweiz“. Hier
hat der Künstler eine weitere Heimat gefunden. Seine zweite
Lebenshälfte wollte er als Landwirt zubringen. Doch Wagyu-Rinder und
Heidelbeeren züchten war dann doch nicht abendfüllend. Seine
Leidenschaft, die Musik, wollte er weiterhin mit den ihn umgebenden
Menschen teilen. Und so sind durch Boeschs Initiative mittlerweile 65
Schulen in einem Umkreis von etwa 250 Kilometer in einen neuen
Lehrplan eingebunden – und selbst in entferntesten Bergdörfern gibt
es zweimal pro Woche Instrumentalunterricht. Denn Boesch ist
überzeugt: Mit Musik tun sich neue Chancen auf. Die oft
verschlossenen, einsilbigen Kinder werden durch Musik offener, können
sich leichter konzentrieren. Und das große Abschlusskonzert jedes
Jahr in Villaricca – mit 1.400 Kindern! – stärkt das
Selbstwertgefühl. Den Film gestaltete Barbara Pichler-Hausegger.
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