- 17.01.2019, 15:38:48
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Anderl zu Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz: Keine Verschlechterung für Beschäftigte in den Gesundheitsberufen!
Wien (OTS) - Die Pläne der Regierung im Zuge der geplanten Novelle
zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes die täglichen Ruhezeiten
nach einem Rufbereitschaftseinsatz zu verkürzen, kritisiert AK
Präsidentin Renate Anderl „als nicht akzeptabel. Wie viel Belastung
sollen die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen noch ertragen
müssen? Sie arbeiten bereits jetzt am Limit. Mehr geht nicht. Weitere
Verschlechterungen bei der Arbeitszeit gefährden nicht nur die
Gesundheit der Beschäftigten, sie gefährden auch die Patientinnen und
Patienten.“ Die bereits bestehende hohe Arbeitsbelastung verbunden
mit den daraus resultierenden massiven physischen und psychischen
Belastungen wird noch einmal verschärft. „Das lassen wir nicht zu.
Ich fordere die Gesundheitsministerin auf, umgehend mit den
Interessenvertretungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das
Gespräch zu suchen.“
Was plant die Regierung?
Der vorliegende Novellierungsvorschlag betrifft zwei wesentliche
Bereiche im Bereich des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes:
+ Die gesetzliche Regelung einer Rufbereitschaft in Verbindung mit
einer Verkürzung der täglichen Ruhezeit (bei Arbeiten während der
Rufbereitschaft) auf fünf Stunden bis zum nächsten Dienstantritt.
Eine solche Reglung wäre nach Ansicht der AK auch EU-rechtswidrig
+ die Verlängerung der derzeit befristeten Übergangsregelung, wonach
bis Juli 2021 statt der mühsam erkämpften durchschnittlich
48-Arbeitsstunden dauerhaft bis zu 55 Stunden pro Woche möglich sein
sollen.
Der vorliegende Entwurf führt zu einer massiven Verschlechterung
der Arbeits- und Rahmenbedingungen, zu weniger Planungssicherheit und
damit zu familienfeindlicheren Arbeitszeiten. Auch gravierende
Einkommensverluste für die DienstnehmerInnen sind möglich.
Anderl: „Eigentlich sollte alles getan werden, um die
Gesundheitsberufe attraktiver zu machen - dieser Entwirf bewirkt das
genau Gegenteil und wird die anhaltende Personalknappheit weiter
verschärfen.“
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