- 17.01.2019, 12:25:06
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„Universum History“-Doku über Amerikas Besiedelungsgeschichte
„Die ersten Amerikaner – Sensationsfund in Brasilien“ am 18. Jänner um 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: „Die ersten Amerikaner – Sensationsfund in Brasilien“ am 18.
Jänner um 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Wer waren die ersten Menschen auf dem amerikanischen
Kontinent? Seit den 1930er Jahren galt das Rätsel eigentlich als
gelöst. Die bisherige Lehrmeinung – die „Clovis First“-Theorie –
besagt, dass vor ungefähr 12.000 Jahren Großwildjäger aus Asien den
amerikanischen Kontinent zu Fuß erreicht haben – konkret über die
Beringstraße, die damals noch eine Landbrücke zwischen Sibirien und
Alaska bildete. Demnach folgten die eiszeitlichen Asiaten den Herden
und besiedelten daraufhin Amerika von Nord nach Süd. Doch nun ist
alles anders – die Besiedelungsgeschichte Amerikas muss, so scheint
es, völlig neu geschrieben werden, wie die „Universum
History“-Dokumentation „Die ersten Amerikaner – Sensationsfund in
Brasilien“ von Peter Prestel und Saskia Weisheit am Freitag, dem 18.
Jänner 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt.
Sensationelle Funde in Brasilien lassen nämlich darauf schließen,
dass es lange vor den ersten Asiaten bereits Menschen auf dem
Kontinent gab. Menschen, die nicht aus Asien stammten und die sich
nicht aus Nordamerika Richtung Süden ausgebreitet haben, sondern
direkt im Süden gelandet sind. Ausgerechnet in den unendlichen Weiten
Brasiliens ist ein neuer archäologischer Hotspot entstanden. Die
Serra da Capivara im brasilianischen Bundesstaat Piauí ist das neue
Eldorado einer Generation von Amerika-Forschern und -Forscherinnen,
die ihre wissenschaftlichen Ergebnisse nicht mehr mit der
Clovis-Theorie in Einklang bringen können. „Man denkt, alles ist
erforscht, und plötzlich sind dann wieder Grundfragen da“, sagt
Markus Reindel vom Deutschen Archäologischen Institut. Gemeinsam mit
Kolleginnen und Kollegen aus Brasilien, Frankreich und Nordamerika
ist er einem der größten Geheimnisse der Menschheitsgeschichte auf
der Spur.
Sensationelle Funde in den gewaltigen Urwäldern im Nordosten
Brasiliens lassen sich auf ein Alter von bis zu 50.000 Jahren
datieren. Holzkohle, von französischen Experten analysiert, ist somit
mindestens zehn Jahrtausende älter als Clovis. Steinwerkzeuge und
Sedimentspuren sind teilweise mehr als 30.000 Jahre alt. Und ein etwa
10.000 Jahre alter Schädelknochen weist typische afrikanische
Merkmale auf. All das sind Funde, die es eigentlich gar nicht geben
dürfte. Dass in der Serra da Capivara schon Jahrtausende vor Clovis
Menschen gelebt haben, fand die brasilianische Archäologin Niède
Guidon bereits in den 1980er Jahren heraus, als sie eine
prähistorische „Schatzkammer“ mit mehr als 40.000 Felszeichnungen
entdeckte. Für ihre Veröffentlichungen erntete sie damals nur Spott.
Verspottet wurde auch der amerikanische Archäologe Thomas Dillehay,
der im chilenischen Monte Verde auf Artefakte stieß, die um
mindestens 2.000 Jahre älter waren als Clovis. In Drohbriefen wurde
er aufgefordert, seine Aussagen zu widerrufen.
Mit den neuen Forschungsergebnissen, die auch von US-Amerikanern
bestätigt werden, dürfte der Glaubenskrieg beendet sein. Auch in
Nordamerika sind Archäologen mittlerweile fündig geworden. „Wir
finden gerade heraus, dass wir keine Ahnung hatten“, sagt Jessi
Halligan von der Florida State University. Mit Taucheranzug und
Sauerstoffflasche fand sie im Aucilla River etwa 14.550 Jahre alte
Spuren einer prähistorischen Kultur. Sie glaubt, dass noch viele
Überraschungen bevorstehen – vor allem an Orten, an denen bisher
niemand mit interessanten Funden gerechnet hat.
Wer also waren die ersten Amerikaner und Amerikanerinnen? Wie und
warum sind sie nach Amerika gelangt? Und aus welchem Grund sind sie
fast spurlos wieder verschwunden? „Universum History“ begibt sich auf
eine spannende Spurensuche ins brasilianische Hinterland und zeigt –
eingebettet in prächtige Landschaftsaufnahmen mit Säbelzahntigern und
Riesenfaultieren – die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, die
sich die Erforschung der weit verstreuten Fundstellen in den heute
fast menschenleeren geheimnisvollen Weiten Ostbrasiliens zur Aufgabe
gemacht hat.
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