LK NÖ-Lebensmittelcheck: Alle 32 überprüfte Fertigteige ohne Herkunftsangaben

Mehr Transparenz, Herkunftsüberprüfung und Sicherheit für Konsumenten gefordert

St. Pölten (OTS) - Ein Jahr ist es nun her, dass die Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich den sogenannten Lebensmittelcheck ins Leben gerufen hat. Das Ziel war klar gesteckt: Einmal im Jahr soll eine Produktgruppe im Hinblick auf die Herkunftsdeklaration unter die Lupe genommen werden. Doch der aktuelle Lebensmittelcheck hat die Brisanz des Themas noch einmal erhöht. "Regionalität liegt im Trend. Die Supermärkte werben mit Fahnen in rot-weiß-rot und wissen diesen Trend klar für sich zu nutzen. Bei den Fertigteigen war aber bei keinem einzigen angeführt, woher die Rohstoffe tatsächlich stammen. Eine umfassende Herkunftsdeklaration bei verarbeiteten Produkten ist wichtig, um Sicherheit und Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen sowie die Verwendung von hochqualitativen heimischen Produkten sichtbar zu machen", erklärt LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager und sieht die Hersteller, den Handel sowie die Politik gefordert. "Die transparente Herkunftskennzeichnung muss gesetzlich verankert werden und es muss auf eine verstärkte Herkunftsüberprüfung gedrängt werden." Zusätzlich soll von der Bundesregierung und den EU-Gremien überprüft werden, ob zukünftig die geografische Herkunftsangabe und Herkunftsanmutung auf Lebensmitteln nur mehr dann zulässig ist, wenn diese Herkunft nachvollziehbar und überprüfbar ist.

Dem kann die Präsidentin der Bäuerinnen Niederösterreich, Irene Neumann-Hartberger, nur beipflichten: "Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren nach höchsten Qualitätsstandards Getreide, Eier, Zucker und Milch. Von all dem können unsere österreichischen Konsumenten nichts in ihren Mehlspeisen finden, wenn sie auf Fertigteige zurückgreifen und manches grenzt auch an bewusste Konsumententäuschung."

Konsumententäuschung durch Logos, Siegel und Co?

Auffällig ist die Flut an Siegeln und eigenen Auszeichnungen, die sich immerhin auf 28 Verpackungen finden. Wie weit sich Konsumenten von den teilweise nicht aussagekräftigen Logos leiten lassen, kann nicht beurteilt werden. Über die Herkunft der Produkte und Zutaten sagen die Siegel allerdings wenig aus.

Weitere Ergebnisse im Überblick

Das Herkunftsland der Teige ist bei über der Hälfte der Produkte nicht bekannt. Gekauft wurden 30 Weizenmehlprodukte und zwei Dinkelteige. Erschreckend ist, dass nur ein Erzeuger angab, dass das Mehl aus Österreich stammt. Zucker ist in 80% der getesteten Teige enthalten, doch woher dieser stammt, wird nicht angegeben. Sechs der getesteten Produkte - ausschließlich Mürbteige - enthalten Volleipulver, wobei nur einmal ausgewiesen war, dass dieses aus Österreich kommt. Die Haltungsform hingegen war zumindest dreimal mit Bodenhaltung ausgewiesen. Die Herkunft der Eier in den restlichen Teigen und die Haltungsform der Legehennen werden nicht deklariert, was im Grunde genommen schon viel verrät.

Palmöl statt Fette aus Österreich

Die zweithäufigste Zutat im Teig ist Fett. 91% der geprüften Produkte enthalten das umstrittene Palmöl. "Würde man hier wirklich auf österreichische Herkunft achten und sie nicht nur suggerieren, dann würde man erst gar nicht auf eine solch umstrittene Zutat greifen", sind sich Schmuckenschlager und Neumann-Hartberger einig. Umso erschreckender: Es konnte nur ein Bioprodukt unter allen Blätter- und Mürbteigen gefunden werden, welches aber trotzdem Palmfett enthält.

Die detaillierten Ergebnisse der Überprüfung sind im Internet unter https://noe.lko.at zu finden. Konsumentinnen und Konsumenten können Auffälligkeiten oder Ungereimtheiten jederzeit per E-Mail unter lebensmittelcheck@lk-noe.at melden. Die LK Niederösterreich wird den Meldungen gerne auf den Grund gehen. (Schluss)

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Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich
Mag. Eva Lechner, BA
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Tel.-Nr.: 05 0259-29308, Mobil: 0664/60 259 29308
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