- 15.01.2019, 09:52:19
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- OTS0043
Kadenbach: Studie - Glyphosatzulassung beruht auf Plagiat
Deutsche Risikobewertung aus Industriestudien abgeschrieben
Utl.: Deutsche Risikobewertung aus Industriestudien abgeschrieben =
Wien (OTS/SK) - Heute wurde im Europäischen Parlament eine Studie von
Plagiatsexperte Stefan Weber und Umweltchemiker Helmut
Burtscher-Schaden „Detailed Expert Report on Copy Paste and
Plagiarism in the Renewal Assessment Report (RAR) on Glyphosate“
vorgestellt. Diese wurde von EU-Abgeordneten der
sozialdemokratischen, grünen und linken Fraktionen in Auftrag gegeben
und finanziert, unter anderem von Karin Kadenbach (SPÖ), nachdem
offene Fragen im Rahmen des Sonderausschusses PEST zum europäischen
Zulassungsverfahren von Pestiziden nicht geklärt werden konnten. ****
„Falls es überhaupt noch einen weiteren Beweis für die Fehler im
europäischen Zulassungsverfahren von Pestiziden gebraucht hat, dann
haben wir ihn heute erhalten“, kommentiert SPÖ-Europaabgeordnete
Karin Kadenbach, die Ergebnisse der heute vorgestellten Studie. „Das
deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte die Aufgabe
die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat für die BürgerInnen
Europas nach bestem Wissen und den Regeln guter wissenschaftlicher
Praxis zu bewerten. Und hat auf ganzer Linie versagt. Circa 50
Prozent des Bewertungstexts sind aus Studien und Anträgen der
Agrarchemie-Lobby rund um Monsanto abgeschrieben. Das BfR hat bei der
Zulassung von Glyphosat seinen öffentlichen Auftrag gegenüber den
BürgerInnen sträflich vernachlässigt. Glyphosat ist heute ohne
transparente und wissenschaftlich valide Bewertung am europäischen
Markt zugelassen."
In dieser Woche steht auch der Abschlussbericht des
PEST-Sonderausschusses auf der Tagesordnung des Europäischen
Parlaments. Karin Kadenbach, Sprecherin für Gesundheits- und
Agrarpolitik der SPÖ-Europaabgeordneten, berichtet vom Versuch der
Einflussnahme bis zur letzten Minute: "Mit aller Kraft kämpft die
Agrar-Chemie-Lobby gegen ein transparentes und nachvollziehbares
Verfahren auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Davon werden wir
uns aber nicht beirren lassen. Schon im Dezember hat das EU-Parlament
beim allgemeinen Lebensmittelrecht die richtigen Weichen gestellt.
Die heute vorgestellte Studie zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig
diese neuen Transparenzregeln sind. Dazu gehört auch, dass
EU-Agenturen über genügend finanzielle Mittel für unabhängige Studien
verfügen. Dazu müssen sich in den kommenden Verhandlungen auch die
Mitgliedstaaten bekennen. Denn der Gesundheitsschutz muss klar
Vorrang gegenüber den Profitinteressen von Monsanto und Co. haben."
Die vollständige Studie ist unter folgendem Link abrufbar:
https://bit.ly/Copy-Paste-Glyphosate
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